WEC-Starterfeld in Le Mans

Mit ganzen 39 Fahrzeugen verzeichnet die 10. WEC-Saison ein Rekord-Starterfeld. Es gibt viele bekannte Gesichter, aber auch einige neue Namen, die das Feld bereichern.

Erstmal kann die neue Spitzenklasse der WEC, die Hypercar-Klasse, sechs Teilnehmer vermelden. Neben dem amtierenden Meister Toyota Gazoo Racing, der mit zwei Toyota GR010 Hybrid zurückkehr, sind je ein Fahrzeug von Glickenhaus und Alpine gemeldet.

Das größte Highlight des Jahres 2022 ist jedoch die Rückkehr von Peugeot in den Langstreckensport. Der französische Hersteller hat sich für die gesamte Saison zu einem Programm mit zwei Fahrzeugen verpflichtet. Unklar ist aber, bei welchem Rennen das Team sein Debüt geben wird. Peugeot hat bereits bestätigt, dass es den ersten Saisonlauf in Sebring verpassen wird.

Da das Design und das Konzept des Wagens für die gesamte Dauer des Reglements (bis Juni 2025) homologiert sind, gibt es noch viel zu tun, bevor der Wagen wettbewerbsfähig ist. Eine erste Vorschau gab es aber bereits auf das neue Fahrzeug. Der Peugeot 9×8, der 2021 mit großem Tamtam vorgestellt wurde, präsentiere sich kürzlich bei Testfahrten in Aragon der Öffentlichkeit.

Die LMP2-Klasse bleibt am beliebtesten

In der WEC-Saison 2022 werden insgesamt 15 LMP2-Fahrzeuge bei den sechs Saisonrennen an den Start gehen. Etablierte Wettbewerber kehren zurück, aber es gibt auch einige neue Namen auf der Meldeliste. Zum ersten Mal in der Geschichte des aktuellen LMP2-Reglements werden alle Teams das gleiche Chassis verwenden (Oreca 07).

Der amtierende Meister vom Team WRT ist mit zwei Fahrzeugen vertreten – eines in Partnerschaft mit Realteam Racing. Die anderen Hoffnungsträger für die Meisterschaft 2021, United Autosports und JOTA, werden ebenfalls mit zwei Fahrzeugen an den Start gehen.

Prema, eigentlich bekannt aus den verschiedensten Formel-Meisterschaften, sind in den Langstreckensport gewechselt. Die Debütanten starten mit Louis Delétraz und Robert Kubica, den Fahrermeistern der ELMS 2021.

Ein neues Team mit Sitz in Großbritannien hat wohl eine der stärksten Fahrerbesetzungen in der LMP2-Klasse zusammengestellt. Der Franzose Sébastien Bourdais fährt im Oreca 07 (Startnummer 10) zusammen mit Ryan Cullen und Audi-Werksfahrer Nico Müller.

Auch das Team Penske hat sich entschieden, zum ersten Mal in der WEC anzutreten. Die US-Mannschaft hat auch ein beeindruckendes Fahreraufgebot zusammengestellt. Dane Cameron und Felipe Nasr werden an der Seite von Emmanuel Collard antreten, der aufgrund seines Alters von 50 Jahren für 2022 als Silberfahrer eingestuft wurde.

Fünf Autos beim Abschied der GTE-Pro

Porsche und Ferrari werden ihren Zweikampf in der LMGTE-Pro mit jeweils zwei Fahrzeugen fortsetzen. Bislang gab es in der Klasse nur eine größere personelle Veränderung: Neel Jani wurde im Auto mit der Startnummer 92 durch Michael Christensen ersetzt.

Gianmaria Bruni und Richard Lietz werden weiterhin im Auto mit der Startnummer 91 fahren. Laurens Vanthoor und Frédéric Makowiecki unterstützen die beiden Porsche-Fahrzeuge jeweils für die Rennen in Sebring, Le Mans und Bahrain. Ferrari hält sich mit dem Fahrer-Lineup für beide Fahrzeuge aktuell noch bedeckt.

Erstmals für eine ganze Saison mit am Start ist ein alter bekannter. Da die traditionelle Heimat von Corvette Racing in der IMSA für 2022 auf eine GT3-basierte Formel umgestellt wird, gibt es für die C8.R keine andere Möglichkeit, als unter GTE-Regeln in der WEC. Eine modifizierte Version des Autos wird in den USA antreten, während Tommy Milner und Nick Tandy mit der Startnummer 64 in der WEC um die Weltmeisterschaft kämpfen.

Die Saison 2022 ist das letzte Jahr der GTE-Pro-Klasse und der GTE-Weltmeisterschaften für Fahrer und Hersteller. Im Jahr 2023 wird die Klasse für ein einziges Jahr durch die GTE-Am-Klasse ersetzt. Ab 2024 ist die Einführung eines GT3-basierten Regelwerks geplant.

Stabilität in der LMGTE-Am

In der LMGTE-Am bleibt es in der Startaufstellung fast beim Alten. Insgesamt 13 Fahrzeuge werden in der Saison 2022 an den Start gehen. Dazu gehören fünf Ferrari 488 GTE EVO, fünf Porsche 911 RSR-19 und drei Aston Martin Vantage AMR.

Von den Porsche-Teams kehren sowohl Project 1 als auch Dempsey-Proton Racing mit zwei Fahrzeugen in die Klasse zurück. Der fünfte Porsche kommt von GR Racing.

Die amtierenden Fahrer-Champions François Perrodo, Nicklas Nielsen und Alessio Rovera sind für 2022 in die LMP2-Kategorie gewechselt. AF Corse ist aber weiterhin mit zwei Autos in der GTE Am vertreten. Iron Lynx, Iron Dames und Spirit of Race vervollständigen das Aufgebot der italienischen Marke.

Ben Keating ist auch 2022 wieder dabei, zusammen mit TF Sport und Aston Martin. Ebenso kehrt Paul Dalla Lanas Northwest AMR-Team und die japanische Mannschaft D’Station Racing wieder mit zurück.

Die vollständige Teilnehmerliste gibt es hier zum nachlesen.

Bild #1 © 2021 Marius Hecker/AdrenalMedia.com (FIA WEC-Pressematerial)

Bild 2 © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)


Tobias

Tobias ist Chefredakteur und einer der Gründer von WEC-Magazin.