Sieg für Toyota bei den 6 Stunden von Silverstone

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Toyota Gazoo Racing erlebte in Großbritannien ein perfektes Wochenende. Nach dem ersten Sieg in Le Mans knüpften die Japaner in Silverstone mit einer fehlerfreien Leistung an. Am Ende der sechs Stunden überquerte die Startnummer 8 die Ziellinie vor dem Schwesterfahrzeug mit der #7. In der LMGTE-Pro setzte sich Ferrari nach einem langen ringen gegen Porsche, Ford und Aston Martin durch.

Der Start bei den 6h Silverstone

Nahezu konkurrenzlos sicherten sich die beiden Toyota #8 und #7 die Plätze eins und zwei bei den 6 Stunden von Silverstone. Die Ränge drei und vier gingen nach technischen Problemen bei SMP Racing an die beiden Rebellion #3 und #1. Die russische Mannschaft kam am Ende nur als fünfter ins Ziel.

Bei den LMGTE-Pro war lange Zeit unklar, wer sich den Sieg holen würde. Nach einem langen Kampf um die Spitze siegte der AF Corse Ferrari #51 vor dem Porsche #91 und dem Wagen #67 vom Ford Chip Ganassi Team UK.

In der LMP2-Klasse machte Jackie Chan DC Racing das Rennen mit einem Doppelsieg perfekt. Die beiden Prototypen des chinesischen Teams setzten sich in der hart umkämpften Klasse gegen Signatech Alpine Matmut und Dragonspeed durch, welche auf die Positionen drei und vier fuhren.

Für eine Überraschung sorgte Neueinsteiger Project 1. Bereits im dritten Rennen konnte die deutsche Mannschaft um den Sieg in der kleinsten Klasse mitkämpfen. Nach einer zwischenzeitlichen Führung schaffte es das Porsche-Team mit Platz drei erstmals auf das WEC-Podium. Die Ränge eins und zwei gingen an Dempsey-Proton Racing und TF Sport.

Eine chaotische Startphase in Silverstone

Die LMGTE-Pro Klasse in Silverstone

Nach einem aufregenden 24-Stunden-Rennen in Le Mans ging es nach zweimonatiger Sommerpause frisch gestärkt ins britische Silverstone. Die Teams starteten hoch motiviert in den sechs stündigen Lauf und ließen sich bereits in der ersten Kurve keine Luft zum Atmen. Bei einem Überholmanöver drehte sich der Prototyp von Rebellion kurz nach der Rennfreigabe und sorgte für zahlreiche Kollisionen bei den Verfolgern.

Im hinteren Feld kam es ebenfalls zu Drehern, Ausflügen ins Grün und zahlreichen Trümmerteilen durch überraschende Berührungen. Nach mehreren ungeplanten Boxenstopps konnten alle Fahrzeuge das Rennen fortsetzen. Durch die chaotische Startphase konnte sich in der LMGTE-Pro kein wirklicher Abstand zwischen den Wagen bilden. Nahezu über die gesamte Renndauer kämpften Ferrari, Ford, Porsche und Aston Martin im Wechsel um die Führung im Rennen.

Nach 24 Runden musste überraschend SMP Racing das Handtuch werfen. Im Training und Qualifying zeigten sich die Russen äußerst stark. Auch im ersten Teil des Rennens verteidigten die blauen Prototypen die Plätze drei und vier im Feld. Doch ein Motorschaden bei der Startnummer elf bescherte den Podiumsambitionen ein frühes Ende. Lokalmatador Jensen Button kam dadurch bei seinem Heimrennen zu keiner einzigen Rennrunde.

Trümmerteile, Ausfälle und Full Course Yellow

Das Team Project 1 schaffte es erstmals auf Rang drei

Nach den ersten Stunden hatten sich viele Trümmerteile entlang der Strecke angesammelt. Zur Berufung entschied sich die Rennleitung für eine kurzfristige Full Course Yellow-Phase. Die Entscheidung überraschte jedoch Rennfahrer René Binder, welcher zu diesem Zeitpunkt den Prototypen von ByKolles pilotierte. Er konnte nur knapp den vorausfahrenden Wagen ausweichen, drehte sich aber bei diesem Manöver in die Streckenbegrenzung und sorgte so für das vorzeitige Aus seines Team.

Im Verlauf des Rennens kam es zum Kontakt zwischen dem SMP-Fahrzeug mit der Nummer 17 und dem AF Corse Ferrari #71. Der Prototyp touchierte den rechten Hinterreifen des GTE-Boliden, worauf es zum Reifenplatzer kam. Dieser zerstörte den gesamten Radkasten und verteilte zahlreiche Karbonteile auf der Strecke. Durch die längere Reparatur in der Box wurde die Aufholjagd des Ferrari unterbrochen und dieser verlor den Anschluss an die Spitzengruppe.

Auch Ford musste kurz darauf seine Siegchance begraben. Während eines Boxenstopps ließ sich die Tür nicht mehr schließen, woraufhin eine Ersatztür benötigt wurde. Da diese jedoch nicht auf anhieb bereit lag, verlor der GTE-Wagen fast vier Minuten in der Box.

BMW fand im Vergleich zur restlichen LMGTE-Feld nur schwer ins Rennen und konnte nicht wirklich ein Wörtchen um den ersten Platz mitreden. Im Verlauf der letzten beiden Stunden bildete sich im Cockpit von Augusto Farfus vermehrt dichter Rauch. Der Brasilianer schaffte es nicht in die Box und musste sein Fahrzeug am Streckenrand abstellen, worauf hin es zur nächsten Full Course Yellow-Phase kam.


Bilder © WEC-Magazin / Walter Schruff / Ton Kerdijk