Was von der achten Saison übrig bleibt

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Die WEC in Bahrain

Eigentlich hatte man den Sommer-Kalender für immer über Bord geworfen. Doch zum Erstaunen vieler holt die WEC das alte Kalender-Format jetzt wieder zurück.

Das Überleben einer Rennserie mit Antizyklischem Winterkalender wird in Zukunft immer schwieriger werden, dessen sind sich die Veranstalter sicher. Da die Wirtschaft durch den Corona-Virus ins Wanken gerät müssen viele Hersteller Ihre Ausgabe minimieren. Das hat zur Folge das man sich früher oder später für einen Kalenderzyklus entscheiden muss, da Winter- und Sommerformate parallel nicht mehr bezahlbar sind.

Ein Großteil der Motorsport-Aktivitäten weltweit findet jedoch nach wie vor im traditionellen Sommer-Kalender statt. Der einzige Ausweg, um die WEC als Plattform attraktiv zu halten ist hier eine rolle Rückwärts und die Wiedereinführung des unliebsamen Sommerkalenders. Die eigentlich erste Wintersaison 2019/2020 wird so zu einer Super-Season Nummer zwei, die eigentlich keiner gewollt hatte.

Dabei war die Idee mit der Einführung des Winterkalender ebenfalls die Reaktion auf eine Krisensituation. Denn mit dem Ausstieg von Porsche wurden FIA und ACO mit einer fast leeren Spitzenklasse im Regen stehen gelassen. 

Da die WEC im Kampf um die Gunst der Zuschauer (sowie der Werbekunden) gegen Formel 1 und Formel E auf lange Sicht den kürzeren zieht, beschloss man das Kalenderformat zu verändern. Mit den 24 Stunden von Le Mans als Saisonfinale und einem Großteil der Rennen in den Wintermonaten wäre man dem Konflikt aus dem Weg gegangen und hätte gleichzeitig die traditionelle WEC-Müdigkeit nach Le Mans umschifft. 

Die zweite Super-Season in Folge

Doch aus diesen Plänen wird wohl nicht werden. Noch bevor die erste Wintersaison zu Ende ist, verwirft die WEC Ihr Konzept wieder. Die 8. Saison wird nach der langen Corona-Pause erst am 15. August fortgesetzt. Dann reist die Weltmeisterschaft zu den 6 Stunden von Spa (sofern die Situation in Europa es zulässt). 

Die 24 Stunden von Le Mans starten einen Monat später am 19. September. Als Ersatz für die 1000 Meilen (bzw. 8 Stunden) von Sebring wird am 21. November in Bahrain ein alternatives Saison-Finale gefahren. Hintergrund sind hier die Verträge mit den Teams. 

Zu Beginn der Saison wurde eine Austragung von acht Saisonläufen zugesichert. Um die Chancengleichheit im WM-Kampf zu wahren und bereits gezahlte Antrittsgelder nicht zurückzahlen zu müssen, geht es daher zum bekannten Finale in die Wüste. 

Durch den zweiten Bahrain-Lauf und die Verschiebung des Finales auf November mutiert die eigentliche Wintersaison zur zweiten Super-Season, die so keiner gewollt hat. Zugleich Ende mit dem Dämmerungsrennen auch das Kapitel des Winterkalenders und es bleibt zu hoffen das mit dem Jahreswechsel mehr Stabilität einkehrt.

Die offizielle Stellungnahme der FIA WEC gibt es hier noch einmal auf Englisch zum nachlesen.

Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)