Titeldrama beim WEC-Finale in Bahrain

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Die verlängerte WEC-Saison 2019/2020 fand in Bahrain ein abwechslungsreiches Ende. Das Rennen und die LMP-Fahrer-WM entschieden Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria López im Toyota #7 für sich.

Nachdem sich alle anderen LMP1-Fahrzeuge beim Finale zurückgezogen hatten, trat Toyota Gazoo Racing ganz ohne Konkurrenz an. Die einzige Frage über die 8 Stunden Renndistanz war jene nach der Fahrer-WM. Sowohl die #7, als auch die #8 hatten beide noch eine reale Chance auf den Titel.  Am Ende wurde es eine entspannte Ehrenrunde für die Japaner, die den TS050 Hybrid und damit die LMP1-Klasse in den Ruhestand verabschiedeten.

Die GTE sorgt für Dramatik im Rennen

Wo es der Spitzenklasse an Drama fehlte, legten die beiden GTE-Kategorien umso mehr nach. In der LMGTE-Pro trug Aston Martin den Kampf um die WM-Krone unter sich aus. Jedoch starteten nur Nicki Thiim, Marco Sorensen und Maxime Martin mit Chancen auf den Fahrertitel, da Alex Lynn durch einen positiven COVID-10-Test beim Finale aussetzen musste.

Die Mannschaft mit der Startnummer 95 wollte ihre Führung zu Beginn des Rennens ausbauen. Doch beide Autos fielen rasch zurück, was sich bald als Probleme mit den Bremsen herausstellte. 

Zur Rennhalbzeit fuhr der Vantage AMR #95 an die Box und wechselte die Bremsen, was ihn aus dem Kampf um den Rennsieg warf. Mit nur noch einer Stunde Restzeit und in der Lage, den Titel zu sichern, musste auch Martin an die Box und wurde schließlich Vierter. Die #95 beendete das Rennen auf Rang fünf. 

Als Sieger im Rennen ging am Ende der Porsche #92 mit Michael Christensen und Kévin Estre hervor, während der Schwesterwagen #91 zweiter wurde.

Kampf um den GTE Am Titel bis zum Schluss.

Der Titelkampf in der GTE Am ging bis in die letzte Stunde der Saison. Für die Mannschaft der #90 (TF Sport) endete er mit einer bitteren Enttäuschung. Salih Yoluc und seinem Team, das die Meisterschaft mit acht Punkten Vorsprung in die Endrunde führte, war klar, dass sie das Ergebnis der Verfolger-Crew #83 (AF Corse Ferrari) einfach übertreffen mussten, um sich ihren ersten Titel zu sichern.

Am Renntag wurden die GTE Am-Boliden allerdings mit den gleichen Bremsproblemen konfrontiert wie die GTE Pro-Maschinen. Die Startnummer 90 rutschte im Laufe der acht Stunden allmählich durch das Feld, schien aber immer noch auf dem Weg zum Titelgewinn zu sein. Eine Stunde vor Rennende absolvierte der Wagen dann einen längeren Boxenstopp, und machte damit alle Hoffnungen auf die Meisterschaft zunichte.

Seinen ersten Saisonsieg holte sich das Team Project 1 mit der Nummer 56. Zweiter wurde der Meisterschaftssieger #83 des AF Corse Teams von Nielsen/Perrodo/Collard.

Ein Kampf um die Spitze mit 8 Stunden Länge

In der LMP2 konzentrierte man sich ausschließlich auf das Rennen, da alle Meisterschaften bereits vor Bahrain entschieden waren. In einem spannungsgeladenen Kampf, der sich über den größten Teil des Rennens hinzog, beendete die #37 von Jackie Chan DC Racing die Saison mit einem Sieg. 

Die Entscheidung fiel jedoch erst in den letzten 10 Minuten des Rennens und zog sich fast über die gesamte Renndistanz, da das Feld ein weiteres Mal auf Augenhöhe war. Zweiter wurde das JOTA-Auto mit der Startnummer 38, wobei das Racing Team Nederland das Podium komplettierte.

Bilder © 2020 AdrenalMedia.com – FIA WEC Pressematerial (Marius Hecker & Tim Hearn)