Auch die Boxenstopps sind im Reglement genau festgelegt

Was ist neu in dieser Saison? Auf welche Änderungen müssen wir und einstellen? Wir haben das aktuelle Reglement für Euch zusammengefasst.

Punktevergabe

Das sportliche Reglement der WEC sieht vor, dass am Ende eines jeden Rennens eine Punktevergabe erfolgt. Alle Fahrzeuge die nicht zur Saisonmeldeliste der WEC gehören (Gaststarter), werden in der Rangliste mit ihrer entsprechenden Position berücksichtigt, bekommen jedoch keine Punkte und haben somit keinen Einfluss auf die Titel der WEC.

Sollte aufgrund des Wetters das Rennen von der Rennleitung unterbrochen werden, erfolgt die Vergabe der vollen Punktzahl erst, wenn das Führungsfahrzeug nach Ablauf der Rennzeit mehr als 75% dieser Distanz ohne Safety Car zurückgelegt hat. Das entspricht in einem 6 Stunden Rennen einer Mindestfreifahrzeit von 04:31:00. Sollte das Führungsfahrzeug diese Mindestvorgabe nicht erfüllen können, wird allen Fahrzeugen bei Überfahrt der Ziellinie die Hälfte der Punkte angerechnet. Sollte das Führungsfahrzeug nicht mindestens zwei Runden ohne Safety Car zurückgelegt haben, fällt dieses Rennen aus der Punktewertung der WEC-Saison.

Für ein Rennen mit mehr als 75% der zurückgelegter Rennzeit gilt der Verteilungsschlüssel für die Saison 2018/19. Ausnahmen bilden die 24 Stunden von Le Mans sowie die 1000 Meilen von Sebring, welche aufgrund ihrer besonderen Renndistanz eigene Verteilungsschlüssel für die Punkte besitzen.

1. Platz: 25 Punkte
2. Platz: 18 Punkte
3. Platz: 15 Punkte
4. Platz: 12 Punkte
5. Platz: 10 Punkte
6. Platz: 8 Punkte
7. Platz: 6 Punkte
8. Platz: 4 Punkte
9. Platz: 2 Punkte
10. Platz: 1 Punkt
Ab dem 11. Platz: 0,5 Punkte
1. Platz: 38 Punkte
2. Platz: 27 Punkte
3. Platz: 23 Punkte
4. Platz: 18 Punkte
5. Platz: 15 Punkte
6. Platz: 12 Punkte
7. Platz: 9 Punkte
8. Platz: 6 Punkte
9. Platz: 3 Punkte
10. Platz: 2 Punkte
Ab dem 11. Platz: 1 Punkt
1. Platz: 32 Punkte
2. Platz: 23 Punkte
3. Platz: 19 Punkte
4. Platz: 15 Punkte
5. Platz: 13 Punkte
6. Platz: 10 Punkte
7. Platz: 8 Punkte
8. Platz: 5 Punkte
9. Platz: 3 Punkte
10. Platz: 2 Punkte
Ab dem 11. Platz: 1 Punkt

Titel

Im Rahmen der WEC werden folgende Weltmeistertitel ausgetragen:

  • FIA LMP Langstrecken Weltmeisterschaft (Fahrerwertung)
  • FIA LMP1 Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)
  • FIA GT Langstrecken Weltmeister (Fahrerwertung)
  • FIA GT Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)

Im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft werden zusätzlich folgende Nicht-Weltmeistertitel vergeben:

  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMGTE-Am)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMGTE-Am)

Qualifying

Das Qualifying erfolgt in Zeitabschnitten. Insgesamt sieht das Reglement zwei Abschnitte von je 20 Minuten Länge vor. Der erste Teil ist für alle LMGTE-Fahrzeuge freigegeben. Im Anschluss dürfen nur die LMP-Fahrzeuge auf die Strecke. Zwischen den beiden Abschnitten gibt es eine 10-minütige Pause.

Für jedes Fahrzeug bestimmt das Team zwei Fahrer, welche das Qualifying bestreiten. Diese haben je 10 Minuten Zeit um eine Runden zu fahren, danach ist der Kollege an der Reihe. Am Ende der 20 Minuten werden von jedem Piloten eines Fahrzeugs die zwei schnellsten Runden genommen, addiert und durch zwei geteilt. Das Ergebnis ist die offizielle Qualifying-Zeit des Fahrzeugs.

Für die erbrachte Leistung im Qualifying werden Punkte vergeben. Nach Ende des jeweiligen Qualifying-Abschnitts wird je ein Punkt an das Pole-Fahrzeug und dessen Fahrer verteilt. Jeder Pilot eines Pole-Wagens bekommt diesen Qualifying-Punkt angerechnet, auch wenn er nicht selbst im Fahrzeug saß. Der Rennstart in LMP2 und LMGTE-AM darf jedoch nicht durch den schnellsten Fahrer des Teams (schnellste Rundenzeit im Qualifying) erfolgen.

Bedingungen für die Fahrerwahl

  • LMP1: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Keiner der Piloten darf ein Bronzefahrer sein.
  • LMP2: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- oder einen Silberfahrer enthalten.
  • LMGTE Pro: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten, unabhängig von ihrer Einstufung zulässig.
  • LMGTE Am: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- sowie einen zusätzlichen Bronze- oder Silberfahrer enthalten.

Fahrer Kategorien

Alle Fahrer die in der WEC teilnehmen wollen, benötigen gemäß den Vorgaben im Reglement eine Einstufung durch das Endurance-Komitee. Ohne diese Klassifizierung ist ein Rennstart für den Fahrer nicht möglich.

PLATIN: Um eine Platin-Einstufung zu erhalten, darf man nicht älter als 50 Jahre sein und muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist im besitzt einer gültigen Superlizenz.
  • Der Fahrer hat die 24 Stunden von Le Mans in der Vergangenheit gewonnen.
  • Der Fahrer ist bzw. war als Werkspilot bei einem Automobilhersteller unter Vertrag.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in der F3000, Champcar, IRL oder GP2 erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer Formel 3 Serie oder World Series by Renault erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Platin eingestuft werden.

GOLD: Um eine Gold-Einstufung zu erhalten, muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung der Platin-Wertung, ist jedoch zwischen 51 und 59 Jahren alt.
  • Der Fahrer hat einen Sieg in der World-Karting-Championship oder einer Single-Seater-Serie geholt und ist jünger als 35.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in einer zweitklassigen, internationalen Single-Seater-Serie (A1 GP, Renault V6, FR2000 International, etc.) erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer nationalen Single-Seater-Serie (Formel 3, FR2000, etc.) oder dem Porsche Supercup erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 5 Platzierung in einer Entry-Level Single-Seater-Serie (Formel Ford, Formel BMW, Autosport Academy, ect.) erreicht.
  • Der Fahrer nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 3 Platzierung in der Serie eines Wagenbauers (Porsche, Seat, Peugeot, Audi, VW, Renault, etc.) erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Gold eingestuft werden.

SILBER: Um eine Einstufung für die Silber-Klasse zu erhalten muss man mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist unter 30 Jahren alt, erfüllt jedoch keine der Bedingungen für Platin oder Gold.
  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung für Platin ist jedoch älter als 59 Jahre.
  • Der Fahrer hat den ersten Platz in einer nationalen oder internationalen Meisterschaft zusammen mit einem Profifahrer geholt (ADAC GT Masters, Blancpain Series, etc.)
  • Der Fahrer hat eine nicht-professionelle Serie (Ferrari Challenge, Lamborghini Supertrophy, Maserati Trofeo, etc.) gewonnen.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Silber eingestuft werden.

BRONZE: Erhalten alle Fahrer, die eine internationale B-Lizenz besitzen, aber noch keinen der oben genannten Bedingungen erfüllen konnten. Für eine Zulassung und den resultierenden Bronze-Status müssen die Fahrer vor dem Endurance-Komitee ihre Eignung unter Beweis stellen.

Fahrzeiten

In jeder WEC-Kategorie gibt es Festlegungen, welche die Mindest- und Maximalzeit eines Fahrers in einem Wagen regeln. Sollten dieser Über- bzw. Unterschritten werden, erfolgt eine Bestrafung des Fahrers und ein Ausschluss aus der Punktevergabe für dieses Rennen. Sollte das Rennen unterbrochen werden, wird auch die Fahrtzeit des entsprechenden Pilotens für diesen Zeitraum unterbrochen.

LMP1
Mindestfahrzeit: 40 Minuten Maximalfahrzeit: 4 Stunden 30 Minten
LMP2
Mindestfahrzeit: 1 Stunde 15 Minuten Maximalfahrzeit: 3 Stunden 30 Minuten
LMGTE-Pro
Mindestfahrzeit: 40 Minuten Maximalfahrzeit: 4 Stunden 30 Minuten
LMGTE-Am
Mindestfahrzeit: 1 Stunde 45 Minuten Maximalfahrzeit: 3 Stunden 30 Minuten

Safety Car

Auf allen Strecken mit einer Maximallänge von 6,99 km gestattet das Regelwerk den Einsatz von nur einem Safey Car. Sollte die Kurslänge mindestens 7,0 km betragen, muss am Ende eines jedes Streckenabschnittes ein eigenes Safety Car platziert werden, welches die Fahrzeuge hinter sich einsammelt. Die Safety Cars haben die Aufgabe, während des Einsatzes die Sektorenabstände untereinander aufrecht zu erhalten.

Mit Ausrufung der Safety Car Phase wird die Boxengasse für reguläre Boxenstopps in den nächsten drei Runden geschlossen. Jedes Fahrzeug was trotz der Sperrzeit in die Boxengasse abbiegt um Schäden zu reparieren, hat nur fünf Sekunden, um alle Maßnahmen durchzuführen. Wird diese Standzeit überschritten, muss das Fahrzeug bis zum Ende dieser drei Runden in der Box stehen bleiben und darf sich erst im Anschluss wieder einreihen.

Ändern sich die Wetterbedingungen und ein sicheres Rennen hinter dem Safety Car ist nicht mehr möglich, wird dieses von der Rennleitung unterbrochen. Diese Unterbrechung darf maximal 4 Stunden und 30 Minuten andauern. Sollte die Grenze überschritten werden, wird das Rennen automatische beendet und entsprechend der Regeln die Hälfte der Punkte vergeben.

Reifenvorgabe

Jedes Team darf seine Rennreifen bei einem zertifizierten Lieferanten seiner Wahl beziehen. Aktuell sind die Hersteller Dunlop und Michelin für die WEC zugelassen. Seit der Saison 2016 ist die Anzahl der nutzbaren Reifensätze pro Rennwochenende limitiert. Diese Regelung gilt für die Trockenreifen und gliedert sich wie folgt auf:

 

Klasse Freies Training Qualifying & Rennen
LMP1 12 18
LMP2 12 18
LMGTE-Pro 12 18
LMGTE-Am 16 26

 

Ein Reifensatz besteht hierbei aus zwei Vorder- und zwei Hinterreifen. Die Nutzung von Intermediate- bzw. Nassreifen ist in Training, Qualifying oder Rennen erst gestattet, nachdem der Rennleiter die Strecke als „Nass“ eingestuft hat. Die Spezialreifen sind nicht pro Rennwochenende limitiert.

Eine Besonderheit bei der Reifenregelung bilden die 1000 Meilen von Sebring sowie die 24 Stunden von Le Mans. Während die Reifenlimitierung in Le Mans keine Anwendung findet, so sind in Sebring mehr Reifensätze gestattet. Die Verteilung lautet wie folgt:

 

Klasse Freies Training Qualifying & Rennen
LMP1 24 36
LMP2 24 36
LMGTE-Pro 24 36
LMGTE-Am 32 52

 

Während der Saison legt sich ein Team auf einen Reifenhersteller fest. Sollte eine generelle Unzufriedenheit mit dem Hersteller oder Probleme mit dem Reifen bestehen, so besteht laut Reglement die Möglichkeit einmal pro Saison die Reifenmarke zu ändern.

Motorenbegrenzung

Um die Kostenentwicklung in der LMP1-Klasse im Rahmen zu halten, dürfen die Hybrid-Fahrzeuge nur eine begrenzte Anzahl an Motoren pro Saison verwenden. Als Motor bezeichnet das Reglement hierbei den gesamten Antriebsstrang inklusive Elektro- und Verbennungseinheit. Pro Saison dürfen maximal sieben Motoren verwendet werden. Ausgenommen sind die offiziellen Testfahrten die WEC (Prolog, Le Mans Test und Rookie Test), hier können zusätzliche Aggregate eingebaut werden. Sollten regelwidrig zusätzliche Motoren an einem Rennwochenende verbaut werden, so muss die Rennleitung eine der folgenden Strafen verhängen:

  • 3 Minuten Stop-&-Go-Strafe bei einem 6 Stunden Rennen
  • 5 Minuten Stop-&-Go-Strafe bei Rennen mit einer Distanz von mehr als 6 Stunden

Equivalence of Technology (EoT)

Da die Spitzenklasse der WEC auf Forschung und Entwicklung ausgelegt ist, schreibt das Regelwerk den Einsatz eines beliebigen Hybrid-Systems für Werksteams vor. Da solch eine Technologie höhere Kosten zur Folge hat, können Privatmannschaften die Hybrid-Einheit in ihren Fahrzeugen weglassen. Der einzelne Verbrennungsmotor im Privatfahrzeug alleine reicht jedoch nicht aus, um die Leistung eines Hybridwagens aufbringen. Deshalb behält sich das Endurance-Komitee mit Technologie-Äquivalenz-Regelung (EoT) das Recht vor, die Leistungsdaten der Privatfahrzeuge anzupassen.

Um einen Ausgleich zu schaffen, darf das Komitee nach dem Reglement die zur Verfügung stehende Gesamtenergiemenge der LMP1-Werksfahrzeuge um bis zu 10 MJ zu senken bzw. die der LMP1-Privatfahrzeuge um bis zu 10 MJ anzuheben. Weiterhin besteht die Möglichkeit den Spritverbrauch pro Runde einzuschränken. Die Teams müssen entsprechend der neuen Vorgaben eigenständig eine Lösung zur Umsetzung finden, welche in Form von Änderungen am Tankvolumen, dem Motor oder dem Hybridsystem geschehen kann.

Am Anfang der Saison und nach den 24 Stunden von Le Mans sammelt das Endurance-Komitee jeweils vom besten Fahrzeug eines jeden Teams technische Daten. Diese werden anschließend mit dem Rennergebnis verglichen und eine Rahmenvorgabe für den jeweiligen Technologie-Mix erstellt. Diese dient als Richtlinie für alle Teams die dieses Antriebskonzept einsetzten wollen und müssen bis zur nächsten Datenerhebung eingehalten werden. Sollte eine Konfiguration einen unfairen Vorteil oder großen Nachteil im Vergleich zum restlichen Feld ausweisen, hat das Komitee im Reglement das Recht durch Änderung während der Saison die Performance anzugleichen.

Balance of Performance (BoP)

Die Balance of Performance erlaubt dem Endurance-Komitee, Veränderungen an den Fahrzeugen zu veranlassen, um trotz unterschiedlicher Konzepte die Chancengleichheit in den Klassen LMP2 und LMGTE aufrechtzuerhalten. Folgende Maßnahmen können gemäß dem Reglement zur Anpassung des Kräfteverhältnisses vor den Rennen veranlasst werden:

  • Gewichtszu- oder abnahme von maximal 30 kg
  • Anpassung des Luftmengenbegrenzers
  • Veränderung des Tankvolumens um maximal 10 Liter
  • Aerodynamische Anpassungen am Fahrzeug
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