In diesem Bereich fassen wir die wichtigsten Punkte des Reglements der Saison 2021 für Euch zusammen. Wer gern das originale Regelwerk durchlesen möchte, findet dieses hier zum download. Alle Bereiche die wichtig sind, um bestimmte Vorgänge im Rennen zu verstehen haben wir nachfolgend aufgeführt:

Das sportliche Reglement der WEC sieht vor, dass am Ende eines jeden Rennens eine Punktevergabe erfolgt. Alle Fahrzeuge die nicht zur Saisonmeldeliste der WEC gehören (Gaststarter), werden in der Rangliste mit ihrer entsprechenden Position berücksichtigt, bekommen jedoch keine Punkte und haben somit keinen Einfluss auf die Titel der WEC.

Wenn Fahrer bzw. Teams am Saisonende mit den Punkten gleichauf sein sollten, wird die Anzahl der erzielten ersten Plätze innerhalb der Saison als Zusatzwert herangezogen. Weiterhin bekommen die Pole-Setter in jeder Klasse einen Zusatzpunkt für die Pole-Position am Ende des Rennwochenendes. Fahrer der Klassen LMH (Hypercar) und LMGTE-Pro bekommen keine Punkte, wenn die Mindestfahrzeit nicht erreicht wird.

Sollte das Rennen von der Rennleitung unterbrochen werden, erfolgt die Vergabe der vollen Punktzahl erst, wenn das Führungsfahrzeug nach Ablauf der Rennzeit mehr als 75% dieser Distanz ohne Safety Car, Full-Course-Yellow-Phase oder Slow Zone zurückgelegt hat. Das entspricht in einem 6 Stunden Rennen einer Mindestfreifahrzeit von 04:31:00. Die verbrachte Zeit innerhalb der Boxengasse wird hier nicht mit gezählt.

Sollte das Führungsfahrzeug diese Mindestvorgabe nicht erfüllen können, wird allen Wagen bei Überfahrt der Ziellinie die Hälfte der Punkte angerechnet. Schaffte es das Führungsfahrzeug nicht, mindestens zwei Runden ohne Safety Car zurückzulegen, fällt dieses Rennen aus der Punktewertung der WEC-Saison. Für ein Rennen mit mehr als 75% der zurückgelegter Rennzeit gilt folgender Verteilungsschlüssel, getrennt nach den Renndistanzen von 6 Stunden, 8 – 10 Stunden sowie für 24 Stunden.

Platzierung6 Stunden8 – 10 Stunden24 Stunden
125 Punkte38 Punkte50 Punkte
218 Punkte27 Punkte36 Punkte
315 Punkte23 Punkte30 Punkte
412 Punkte18 Punkte24 Punkte
510 Punkte15 Punkte20 Punkte
68 Punkte12 Punkte16 Punkte
76 Punkte9 Punkte12 Punkte
84 Punkte6 Punkte8 Punkte
92 Punkte3 Punkte4 Punkte
101 Punkt2 Punkte2 Punkte
Ab dem 11. Platz0,5 Punkte1 Punkt1 Punkt

Im Rahmen der FIA WEC Saison werden gleich mehrere Weltmeistertitel und Langstrecken-Trophäen vergeben. Damit es zur Austragung der hier aufgelisteten Titel kommt, sind mindestens zwei fest eingeschriebene Hersteller bzw. Teams für die gesamte Saison nötig.

Zum erzielen der Hypercar-WM-Titel ist eine Teilnahme in der Hypercar-Klasse erforderlich. Für die LMGTE-WM-Titel werden alle Saisonstarter aus LMGTE-Pro und LMGTE-Am gewertet. In der LMP2-Klasse gibt es mit der Saison 2021 erstmals eine zusätzliche Pro/Am-Wertung. Diese verhält sich wie eine virtuelle Klasse innerhalb der LMP2 und bezieht jene Teams in die Wertung mit ein, die einen Bronze-Fahrer im Fahrertrio vorweisen können.

Im Rahmen der WEC werden folgende Weltmeistertitel ausgetragen:

  • FIA Hypercar Langstrecken Weltmeister (Fahrerwertung)
  • FIA Hypercar Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)
  • FIA LMGTE Langstrecken Weltmeister (Fahrerwertung)
  • FIA LMGTE Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)

Im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft werden zusätzlich folgende Nicht-Weltmeistertitel vergeben:

  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMP2 – Pro/Am)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMP2 – Pro/Am)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMGTE-Am)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMGTE-Am)

Jedes Team muss die technische Abnahme erfolgreich bestanden haben, um am Training teilnehmen zu können. Für den Start im Rennen ist die zwingende Teilnahme an einem der Freien Trainings bzw. dem Qualifying notwendig. Sollten es Sicherheitsgründe erforderlich machen, kann der Renndirektor einen Teilnehmer am Endes des Freien Trainings vom restlichen Rennwochenende ausschließen.

Während einer der Freien Trainings muss jeder Fahrer eine Zeit vorweisen können, die mindestens 110% der besten Zeit des schnellsten Autos seiner Kategorie entspricht, um im Qualifying mitfahren zu dürfen.

Für Rennen in Dunkelheit oder mit Dämmerungs-Anteil müssen von jeden Fahrer mindestens 5 Runden im Freien Training bzw. Qualifying absolviert werden, um eine Teilnahme-Freigabe zu erhalten. Der Fahrzeug-Wechsel eines Fahrers ist untersagt. Eine Teilnahme an Rennwochenenden in verschiedenen Startnummern ist nicht möglich.

Während des Qualifyings darf ein Fahrzeug nicht in die Box geschoben werden, lediglich kurz davor halten. Befindet sich ein Wagen in der Box, so signalisiert dies ein Ende der Session und ein erneutes Befahren der Strecke ist unmöglich. Ab diesem Zeitpunkt gelten für den betroffenen Wagen Parc-Ferme-Bedingungen bis zur Freigabe durch die Rennleitung.

  • LMH: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Keiner der Piloten darf ein Bronzefahrer sein.
  • LMP2: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- sowie einen zusätzlichen Bronze- oder Silberfahrer enthalten.
  • LMGTE Pro: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten, unabhängig von ihrer Einstufung zulässig.
  • LMGTE Am: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- sowie einen zusätzlichen Bronze- oder Silberfahrer enthalten.

Alle Fahrer die in der WEC teilnehmen wollen, benötigen gemäß den Vorgaben im Reglement eine Einstufung durch das Endurance-Komitee. Ohne diese Klassifizierung ist ein Rennstart für den Fahrer nicht möglich.

PLATIN: Um eine Platin-Einstufung zu erhalten, darf man nicht älter als 50 Jahre sein und muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist im besitzt einer gültigen Superlizenz.
  • Der Fahrer hat die 24 Stunden von Le Mans in der Vergangenheit gewonnen.
  • Der Fahrer ist bzw. war als Werkspilot bei einem Automobilhersteller unter Vertrag.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in der F3000, Champcar, IRL oder GP2 erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer Formel 3 Serie oder World Series by Renault erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Platin eingestuft werden.

GOLD: Um eine Gold-Einstufung zu erhalten, muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung der Platin-Wertung, ist jedoch zwischen 51 und 59 Jahren alt.
  • Der Fahrer hat einen Sieg in der World-Karting-Championship oder einer Single-Seater-Serie geholt und ist jünger als 35.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in einer zweitklassigen, internationalen Single-Seater-Serie (A1 GP, Renault V6, FR2000 International, etc.) erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer nationalen Single-Seater-Serie (Formel 3, FR2000, etc.) oder dem Porsche Supercup erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 5 Platzierung in einer Entry-Level Single-Seater-Serie (Formel Ford, Formel BMW, Autosport Academy, ect.) erreicht.
  • Der Fahrer nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 3 Platzierung in der Serie eines Wagenbauers (Porsche, Seat, Peugeot, Audi, VW, Renault, etc.) erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Gold eingestuft werden.

SILBER: Um eine Einstufung für die Silber-Klasse zu erhalten muss man mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist unter 30 Jahren alt, erfüllt jedoch keine der Bedingungen für Platin oder Gold.
  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung für Platin ist jedoch älter als 59 Jahre.
  • Der Fahrer hat den ersten Platz in einer nationalen oder internationalen Meisterschaft zusammen mit einem Profifahrer geholt (ADAC GT Masters, Blancpain Series, etc.)
  • Der Fahrer hat eine nicht-professionelle Serie (Ferrari Challenge, Lamborghini Supertrophy, Maserati Trofeo, etc.) gewonnen.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Silber eingestuft werden.

BRONZE: Erhalten alle Fahrer, die eine internationale B-Lizenz besitzen, aber noch keinen der oben genannten Bedingungen erfüllen konnten. Für eine Zulassung und den resultierenden Bronze-Status müssen die Fahrer vor dem Endurance-Komitee ihre Eignung unter Beweis stellen.

In jeder WEC-Kategorie gibt es Festlegungen, welche die Mindest- und Maximalzeit eines Fahrers in einem Wagen regeln. Sollten dieser Über- bzw. Unterschritten werden, erfolgt eine Bestrafung des Fahrers und ein Ausschluss aus der Punktevergabe für dieses Rennen. Sollte das Rennen unterbrochen werden, wird auch die Fahrtzeit des entsprechenden Pilotens für diesen Zeitraum unterbrochen. Für die verschiedenen Renndistanzen gelten unterschiedliche Mindestfahrzeiten. Für die 24 Stunden von Le Mans gelten individuelle Fahrzeiten, die kurz vor dem offiziellen Testtag bekanntgeben werden.

Renndistanz: 6 Stunden

MindestfahrzeitLMHLMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer01:1500:4001:45
Silber-Fahrer00:4001:1500:4001:45
Gold-Fahrer00:4001:1500:4000:45
Platin-Fahrer00:4001:1500:4000:45
MaximalfahrzeitLMHLMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer03:3004:3003:30
Silber-Fahrer04:3003:3004:3003:30
Gold-Fahrer04:3003:3004:3003:30
Platin-Fahrer04:3003:3004:3003:30

Renndistanz: 8 – 10 Stunden

MindestfahrzeitLMHLMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer02:0001:3002:00
Silber-Fahrer01:3002:0001:3002:00
Gold-Fahrer01:3002:0001:3001:30
Platin-Fahrer01:3002:0001:3001:30
MaximalfahrzeitLMHLMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer05:00*05:00*05:00*
Silber-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*
Gold-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*
Platin-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*

* Begrenzt auf maximal 4 Stunden innerhalb der ersten 6 Stunden im Rennen

Auf allen Strecken mit einer Maximallänge von 6,99 km gestattet das Regelwerk den Einsatz von nur einem Safey Car. Sollte die Kurslänge mindestens 7,0 km betragen, muss am Ende eines jedes Streckenabschnittes ein eigenes Safety Car platziert werden, welches die Fahrzeuge hinter sich einsammelt. Die Safety Cars haben die Aufgabe, während des Einsatzes die Sektorenabstände untereinander aufrecht zu erhalten. Die Länge der einzelnen Rennstrecken sind unserem Rennkalender zu entnehmen.

Mit Ausrufung der Safety Car Phase wird die Boxengasse für reguläre Boxenstopps in den nächsten drei Runden geschlossen. Jedes Fahrzeug was trotz der Sperrzeit in die Boxengasse abbiegt um Schäden zu reparieren, hat nur fünf Sekunden, um alle Maßnahmen durchzuführen. Wird diese Standzeit überschritten, muss das Fahrzeug bis zum Ende dieser drei Runden in der Box stehen bleiben und darf sich erst im Anschluss wieder einreihen.

Während einer Safety Car-Phase dürfen die Fahrzeuge untereinander nicht weiter als 5-Fahrzeuglängen vom Wagen davor entfernt sein. Eine runde bevor das Safety Car die Strecke wieder verlässt, gehen die orangen Lichter auf dem Dach des Fahrzeuges aus. Ab diesem Zeitpunkt liegt es am Führungsfahrzeug des Rennens, das Tempo bis zu Start-Ziel-Linie zu kontrollieren.

Ändern sich die Wetterbedingungen und ein sicheres Rennen hinter dem Safety Car ist nicht mehr möglich, wird dieses von der Rennleitung unterbrochen. Diese Unterbrechung darf maximal 4 Stunden und 30 Minuten andauern. Sollte die Grenze überschritten werden, wird das Rennen automatische beendet und entsprechend der Regeln die Hälfte der Punkte vergeben.

Jedes Team muss seine Rennreifen bei einem zertifizierten Lieferanten beziehen. Aktuell sind die Hersteller Goodyear und Michelin für die WEC zugelassen. In der LMH und LMP2 ist Michelin alleiniger Ausrüster. Bei den LMGTE-Fahrzeugen besteht freie Reifenwahl. Sollte hier Unzufriedenheit mit der Wahl des Reifenpartners bestehen, so kann dieser einmal pro Saison gewechselt werden.

Seit der Saison 2016 ist die Anzahl der nutzbaren Trockenreifen pro Rennwochenende limitiert. Diese werden gezählt pro Reifensatz, der je aus zwei Vorder- und zwei Hinterreifen besteht. Die Nutzung von Intermediate- bzw. Nassreifen ist in Training, Qualifying oder Rennen erst gestattet, nachdem der Rennleiter die Strecke als „Nass“ deklariert hat. Diese Spezialreifen sind nicht pro Rennwochenende limitiert.

Mit Beginn der Saison 2021 besteht zudem die Möglichkeit, verschiedene Reifen-Spezifikationen pro Rennwochenende zu wählen. So dürfen zwei verschiedene Arten Trockenreifen (drei Arten für Le Mans) mit z.B. verschiedenen Härtegraden beim Reifenhersteller geordert werden. Bei den Nass-Reifen dürfen zwei verschiedene Spezifikationen gewählt werden. Weiterhin kann der Reifenhersteller z.B. bei Entwicklung neuer Reifentypen eine zusätzliche Spezifikation an den Rennwochenenden bereitstellen.

Nachfolgend eine Übersicht der nutzbaren Reifensätze, getrennt nach der Renndistanz:

6 Stunden8 Stunden24 Stunden
LMHFP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 24
Q+R: 48
LMP2FP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 24
Q+R: 56
LMGTE-ProFP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 28
Q+R: 60
LMGTE-AmFP: 16
Q+R: 26
FP: 16
Q+Rn: 34
FP: 28
Q+R: 60

FP = Anzahl der Reifensätze für die Freien Trainings
Q+R = Anzahl der Reifensätze für Qualifying und Rennen

Mit der Saison 2021 wurde das Beleuchtungskonzept der Fahrzeuge überarbeitet. Jeder Wagen der sich in Bewegung befindet, muss zwei permanent Leuchtende Vorder- & Heckleuchten besitzen. Bei Regenbedingungen muss von Hand eine zusätzliche Heckleuchte aktiviert werden, die heller Leuchtet als die Dauer-Heckleuchte.

Sollte es bei einer Kollision zur Überschreitung eines Grenzwertes (G-Kräfte) kommen, wird automatisch ein sogenanntes Medical-Light ausgelöst. Ist diese aktiviert, wird der zwingende Einsatz von medizinischem Personal auf der Strecke sowie ein Check im Krankenhaus erforderlich, um Folgeschäden zu vermeiden.

Das sogenannte Führungslicht wird automatisch aktiviert, sobald ein Wagen in seiner Klasse die Spitzenposition übernommen hat, um dem Zuschauer den Überblick im Rennen zu erleichtern. Alle Hypercars mit ERS (Energy-Recovery-System – auf Deutsch Energierückgewinnung) sind verpflichtet ein eigenes ERS-Licht am Fahrzeug vorzusehen. Dieses leuchtet im Rennbetrieb dauerhaft grün. Geht dieses aus oder wechselt auf rot, liegen technische Probleme mit dem ERS vor und hat einen zwingenden Boxenstopp in der nächsten Runde zur Folge. Eine Weiterfahrt ist erst erlaubt, wenn die Lampe wieder grün leuchtet.

In der Hypercar-Klasse (LMH) ist der Tausch des Chassis sowie der Power Unit (Antriebseinheit) während der gesamten Saison verboten. Die Teilnehmer sind bei Schäden verpflichtet, die bestehenden Bauteile zu reparieren.

Bei den LMP2 und LMGTE-Fahrzeugen ist der einmalige Tausch des kompletten Fahrzeugs pro Saison möglich. Sollte es darüber hinaus zu schaden kommen, so müssen diese repariert werden.

Zusätzliche Rennbereite Reservefahrzeuge sind nicht gestattet. Kommt es im Rennen zu einem Schaden der die Weiterfahrt unmöglich macht, so ist ein Wechsel in ein eventuellen Zweitfahrzeug nicht möglich. Der Tausch von LMP2 und LMGTE-Fahrzeugen ist ausschließlich zwischen den Sessions eines Wochenendes möglich.

Um die Kosten der Hypercar-Klasse (LMH) zu begrenzen, ist die Anzahl des erlaubten Streckenpersonals stark limitiert. An einem Wochenende dürfen nur 40 Mitarbeiter für den Rennbetrieb anwesend sein. Dies umfasst alle Ingenieure, Teammanager, Personen zum Reifen-Managemenet, Personal zur Wetter-Vorhersage, Designer / Technischer Support, IT-Personal, Boxen-Funk-Personal und Mechaniker.

Fahrzeuge mit ERS sind aufwändiger im Betrieb, weshalb hier die Anzahl auf 43 Mitarbeiter angehoben werden darf. Alle Personen, die unter die Limitierung fallen, müssen vor jedem Wochenende bei der Rennleitung gemeldet werden. Diese bekommen ein Band, das bis zum Abschluss getragen werden muss.

Ausgenommen von diesen Vorgaben sind Personen mit Zuständigkeit für die Bereiche Hospitality, Catering, Motor Home, Marketing, Media, PR, Sponsoring, Security, LKW-Fahrer ohne aktive Aufgabe im Rennbetrieb, Fahrer sowie deren medizinisches Personal.

Die Balance of Performance erlaubt dem Endurance-Komitee, Veränderungen an den Fahrzeugen zu veranlassen, um trotz unterschiedlicher Konzepte die Chancengleichheit in den Klassen LMH und LMGTE-Pro aufrechtzuerhalten. Ausgenommen sind die LMP2-Fahrzeuge.

Die Ermittlung der genauen BoP-Maßnahmen erfolgt über ein automatisiertes Computersystem. Dieses gibt ohne menschliches Eingreifen eigenständig Zeitpunkte und Maßnahmen als Vorschlag aus, die von der Rennleitung angeordnet werden müssen. Folgende Maßnahmen können gemäß dem Reglement zur Anpassung des Kräfteverhältnisses bis kurz vor Rennstart veranlasst werden:

  • Gewichtszu- oder abnahme der Fahrzeuge von maximal 30 kg
  • Anpassung des Luftmengenbegrenzers
  • Veränderung des Tankvolumens um maximal 10 Liter
  • Einstellung des Heckflügels
  • Aerodynamische Anpassungen am Fahrzeug

Die LMGTE-Am hat eine eigene BoP-Vorgabe, basierend auf Erfolgsgewichten. Diese wird nicht durch das automatisierte Computersystem erfasst und findet bei allen Rennen außer den 24h Le Mans Anwendung. Alle Fahrzeuge haben zum Saisonstart 0 kg Zusatzgewicht. Jeder Gewinner eines Rennens muss für die nächsten beiden Läufe 15 kg Zusatzgewicht aufladen, der zweite Platz 10 kg und der dritte 5 kg. Die ersten drei Plätze der aktuellen LMGTE-Am-Team-Tabelle müssen ebenfalls, 15, 10 bzw. 5 kg zuladen.

Da es sich um ein additionales System handelt, kann ein Fahrzeug, das zwei Rennen in Folge erster Geworden ist und zudem noch die Tabelle anführt, im äußersten Fall 45 kg Zusatzgewicht einladen müssen. Erfüllt ein Teilnehmer eine bestimmte Bedingung nicht mehr (z.b. in den letzten beiden Rennen keinen Podestplatz bzw. nicht mehr in den Top-3 der Tabelle), so kann das Zusatzgewicht wieder ausgeladen werden.

Im aktuellen Regelwerk sind Bereiche vorgegeben, bei welchen zwingend Strafen durch die Rennleitung ausgesprochen werden müssen. Dies sind unter anderem:

  • Ignorieren von Flaggen
  • Unsportliches Verhalten
  • Frühstart
  • Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit in der Box
  • Startübungen während der Formationsrunde durchführen
  • Nicht-Einhalten des Mindestabstands in der Formationsrunde
  • Unerlaubtes Überholen in der Formationsrunde, im rollende Start und hinter dem Safety Car
  • Verursachen eines Unfalls bzw. herbeiführen einer Kollision