Auch die Boxenstopps sind im Reglement genau festgelegt.

Was ist neu in dieser Saison? Auf welche Änderungen müssen wir und einstellen? Wir haben das aktuelle Reglement für Euch zusammengefasst.

Das sportliche Reglement der WEC sieht vor, dass am Ende eines jeden Rennens eine Punktevergabe erfolgt. Alle Fahrzeuge die nicht zur Saisonmeldeliste der WEC gehören (Gaststarter), werden in der Rangliste mit ihrer entsprechenden Position berücksichtigt, bekommen jedoch keine Punkte und haben somit keinen Einfluss auf die Titel der WEC.

Sollte aufgrund des Wetters das Rennen von der Rennleitung unterbrochen werden, erfolgt die Vergabe der vollen Punktzahl erst, wenn das Führungsfahrzeug nach Ablauf der Rennzeit mehr als 75% dieser Distanz ohne Safety Car zurückgelegt hat. Das entspricht in einem 6 Stunden Rennen einer Mindestfreifahrzeit von 04:31:00. Sollte das Führungsfahrzeug diese Mindestvorgabe nicht erfüllen können, wird allen Wagen bei Überfahrt der Ziellinie die Hälfte der Punkte angerechnet. Schaffte es das Führungsfahrzeug nicht, mindestens zwei Runden ohne Safety Car zurückzulegen, fällt dieses Rennen aus der Punktewertung der WEC-Saison.

Für ein Rennen mit mehr als 75% der zurückgelegter Rennzeit gilt der Verteilungsschlüssel, der getrennt nach den Renndistanzen von 4-6 Stunden, 8-10 Stunden sowie für 24 Stunden angewendet wird.

Platzierung4 – 6 Stunden8 – 10 Stunden24 Stunden
125 Punkte38 Punkte50 Punkte
218 Punkte27 Punkte36 Punkte
315 Punkte23 Punkte30 Punkte
412 Punkte18 Punkte24 Punkte
510 Punkte15 Punkte20 Punkte
68 Punkte12 Punkte16 Punkte
76 Punkte9 Punkte12 Punkte
84 Punkte6 Punkte8 Punkte
92 Punkte3 Punkte4 Punkte
101 Punkt2 Punkte2 Punkte
Ab dem 11. Platz0,5 Punkte1 Punkt1 Punkt

Im Rahmen der WEC werden folgende Weltmeistertitel ausgetragen:

  • FIA LMP Langstrecken Weltmeisterschaft (Fahrerwertung)
  • FIA LMP1 Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)
  • FIA GT Langstrecken Weltmeister (Fahrerwertung)
  • FIA GT Langstrecken Weltmeister (Herstellerwertung)

Im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft werden zusätzlich folgende Nicht-Weltmeistertitel vergeben:

  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMP2)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Fahrer (LMGTE-Am)
  • FIA Langstreckentrophäe in der Kategorie Team (LMGTE-Am)

Das Qualifying erfolgt in Zeitabschnitten. Insgesamt sieht das Reglement zwei Abschnitte von je 20 Minuten Länge vor. Der erste Teil ist für alle LMGTE-Fahrzeuge freigegeben. Im Anschluss dürfen nur die LMP-Fahrzeuge auf die Strecke. Zwischen den beiden Abschnitten gibt es eine 10-minütige Pause.

Für jedes Fahrzeug bestimmt das Team zwei Fahrer, welche das Qualifying bestreiten. Diese haben je 10 Minuten Zeit um mindestens eine gezeitete Runden zu fahren, danach ist der Teamkollege an der Reihe. Am Ende der 20 Minuten werden von jedem Piloten eines Fahrzeugs die zwei schnellsten Runden genommen, addiert und durch zwei geteilt. Das Ergebnis ist die offizielle Qualifying-Zeit des Fahrzeugs. Sollten zwei Fahrzeuge identische Zeiten vorweisen, bekommt das Team den Vorzug, welches zuerst eine der benötigten Teilrundenzeiten einfahren konnte.

Für die erbrachte Leistung im Qualifying werden Punkte vergeben. Nach Ende des jeweiligen Qualifying-Abschnitts wird je ein Punkt an das Pole-Fahrzeug und dessen Fahrer verteilt. Jeder Pilot eines Pole-Wagens bekommt diesen Qualifying-Punkt angerechnet, auch wenn er nicht selbst im Fahrzeug saß.

Während einer der Freien Trainings muss jeder Fahrer eine Zeit vorweisen können, die mindestens 120% des Durchschnitts der besten 3 Zeiten von 3 Autos verschiedener Marken und 110% der besten Zeit des schnellsten Autos seiner Kategorie entspricht, um im Qualifying mitfahren zu dürfen. In der LMGTE-Am werden nur die 110% der besten Zeit des schnellsten Autos im Training benötigt. Der Rennstart in LMP2 und LMGTE-AM darf zudem nicht durch den schnellsten Fahrer des Teams (schnellste Rundenzeit im Qualifying) erfolgen.

  • LMP1: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Keiner der Piloten darf ein Bronzefahrer sein.
  • LMP2: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- oder einen Silberfahrer enthalten.
  • LMGTE Pro: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten, unabhängig von ihrer Einstufung zulässig.
  • LMGTE Am: Es sind mindestens 2 Fahrer erforderlich, jedoch nicht mehr als 3 Piloten pro Fahrzeug zulässig. Jeder Wagen muss mindestens einen Bronze- sowie einen zusätzlichen Bronze- oder Silberfahrer enthalten.

Zusatzbedingungen für die Fahrerwahl im Qualifying: In der LMP2-Klasse muss eine der beiden Teilrundenzeiten, die für die durchschnittliche Startzeit erforderlich sind, von einem Bronze- oder Silberfahrer absolviert werden. In der LMGTE-Am muss mindestens eine benötigte Teilrundenzeit von einem Bronzefahrer erbracht werden.

Alle Fahrer die in der WEC teilnehmen wollen, benötigen gemäß den Vorgaben im Reglement eine Einstufung durch das Endurance-Komitee. Ohne diese Klassifizierung ist ein Rennstart für den Fahrer nicht möglich.

PLATIN: Um eine Platin-Einstufung zu erhalten, darf man nicht älter als 50 Jahre sein und muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist im besitzt einer gültigen Superlizenz.
  • Der Fahrer hat die 24 Stunden von Le Mans in der Vergangenheit gewonnen.
  • Der Fahrer ist bzw. war als Werkspilot bei einem Automobilhersteller unter Vertrag.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in der F3000, Champcar, IRL oder GP2 erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer Formel 3 Serie oder World Series by Renault erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Platin eingestuft werden.

GOLD: Um eine Gold-Einstufung zu erhalten, muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung der Platin-Wertung, ist jedoch zwischen 51 und 59 Jahren alt.
  • Der Fahrer hat einen Sieg in der World-Karting-Championship oder einer Single-Seater-Serie geholt und ist jünger als 35.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 10 Platzierung in einer zweitklassigen, internationalen Single-Seater-Serie (A1 GP, Renault V6, FR2000 International, etc.) erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 6 Platzierung in einer nationalen Single-Seater-Serie (Formel 3, FR2000, etc.) oder dem Porsche Supercup erreicht.
  • Der Fahrer hat nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 5 Platzierung in einer Entry-Level Single-Seater-Serie (Formel Ford, Formel BMW, Autosport Academy, ect.) erreicht.
  • Der Fahrer nach einer vollständigen Saison mindestens eine Top 3 Platzierung in der Serie eines Wagenbauers (Porsche, Seat, Peugeot, Audi, VW, Renault, etc.) erreicht.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Gold eingestuft werden.

SILBER: Um eine Einstufung für die Silber-Klasse zu erhalten muss man mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Fahrer ist unter 30 Jahren alt, erfüllt jedoch keine der Bedingungen für Platin oder Gold.
  • Der Fahrer erfüllt mindestens eine Bedingung für Platin ist jedoch älter als 59 Jahre.
  • Der Fahrer hat den ersten Platz in einer nationalen oder internationalen Meisterschaft zusammen mit einem Profifahrer geholt (ADAC GT Masters, Blancpain Series, etc.)
  • Der Fahrer hat eine nicht-professionelle Serie (Ferrari Challenge, Lamborghini Supertrophy, Maserati Trofeo, etc.) gewonnen.

In Sonderfällen, wenn ein Fahrer keine der Bedingungen erfüllt, kann er vom Endurance-Komitee für besondere Leistungen mit Silber eingestuft werden.

BRONZE: Erhalten alle Fahrer, die eine internationale B-Lizenz besitzen, aber noch keinen der oben genannten Bedingungen erfüllen konnten. Für eine Zulassung und den resultierenden Bronze-Status müssen die Fahrer vor dem Endurance-Komitee ihre Eignung unter Beweis stellen.

In jeder WEC-Kategorie gibt es Festlegungen, welche die Mindest- und Maximalzeit eines Fahrers in einem Wagen regeln. Sollten dieser Über- bzw. Unterschritten werden, erfolgt eine Bestrafung des Fahrers und ein Ausschluss aus der Punktevergabe für dieses Rennen. Sollte das Rennen unterbrochen werden, wird auch die Fahrtzeit des entsprechenden Pilotens für diesen Zeitraum unterbrochen. Für die verschiedenen Renndistanzen gelten unterschiedliche Mindestfahrzeiten. Für die 24 Stunden von Le Mans gelten individuelle Fahrzeiten, die kurz vor dem offiziellen Testtag bekanntgeben werden.

Renndistanz: 4 Stunden

MindestfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer00:4500:4001:30
Silber-Fahrer00:3000:4500:4000:45
Gold-Fahrer00:3000:4500:4000:45
Platin-Fahrer00:3000:4500:4000:45
MaximalfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer02:4502:4502:45
Silber-Fahrer02:4502:4502:4502:45
Gold-Fahrer02:4502:4502:4502:45
Platin-Fahrer02:4502:4502:4502:45

Renndistanz: 6 Stunden

MindestfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer01:1500:4001:45
Silber-Fahrer00:4001:1500:4001:45
Gold-Fahrer00:4001:1500:4000:45
Platin-Fahrer00:4001:1500:4000:45
MaximalfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer03:3004:3003:30
Silber-Fahrer04:3003:3004:3003:30
Gold-Fahrer04:3003:3004:3003:30
Platin-Fahrer04:3003:3004:3003:30

Renndistanz: 8 – 10 Stunden

MindestfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer02:0001:3002:00
Silber-Fahrer01:3002:0001:3002:00
Gold-Fahrer01:3002:0001:3001:30
Platin-Fahrer01:3002:0001:3001:30
MaximalfahrzeitLMP1LMP2LMGTE-ProLMGTE-Am
Bronze-Fahrer05:00*05:00*05:00*
Silber-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*
Gold-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*
Platin-Fahrer05:00*05:00*05:00*05:00*

* Begrenzt auf maximal 4 Stunden innerhalb der ersten 6 Stunden im Rennen

Auf allen Strecken mit einer Maximallänge von 6,99 km gestattet das Regelwerk den Einsatz von nur einem Safey Car. Sollte die Kurslänge mindestens 7,0 km betragen, muss am Ende eines jedes Streckenabschnittes ein eigenes Safety Car platziert werden, welches die Fahrzeuge hinter sich einsammelt. Die Safety Cars haben die Aufgabe, während des Einsatzes die Sektorenabstände untereinander aufrecht zu erhalten. Die Länge der einzelnen Rennstrecken sind unserem Rennkalender zu entnehmen.

Mit Ausrufung der Safety Car Phase wird die Boxengasse für reguläre Boxenstopps in den nächsten drei Runden geschlossen. Jedes Fahrzeug was trotz der Sperrzeit in die Boxengasse abbiegt um Schäden zu reparieren, hat nur fünf Sekunden, um alle Maßnahmen durchzuführen. Wird diese Standzeit überschritten, muss das Fahrzeug bis zum Ende dieser drei Runden in der Box stehen bleiben und darf sich erst im Anschluss wieder einreihen.

Während einer Safety Car-Phase dürfen die Fahrzeuge untereinander nicht weiter als 5-Fahrzeuglängen vom Wagen davor entfernt sein. Eine runde bevor das Safety Car die Strecke wieder verlässt, gehen die orangen Lichter auf dem Dach des Fahrzeuges aus. Ab diesem Zeitpunkt liegt es am Führungsfahrzeug des Rennens, das Tempo bis zu Start-Ziel-Linie zu kontrollieren.

Ändern sich die Wetterbedingungen und ein sicheres Rennen hinter dem Safety Car ist nicht mehr möglich, wird dieses von der Rennleitung unterbrochen. Diese Unterbrechung darf maximal 4 Stunden und 30 Minuten andauern. Sollte die Grenze überschritten werden, wird das Rennen automatische beendet und entsprechend der Regeln die Hälfte der Punkte vergeben.

Jedes Team muss seine Rennreifen bei einem zertifizierten Lieferanten seiner Wahl beziehen. Aktuell sind die Hersteller Goodyear und Michelin für die WEC zugelassen. Sollte Unzufriedenheit mit der Wahl des Reifenpartners bestehen, so kann dieser einmal pro Saison gewechselt werden.

Seit der Saison 2016 ist die Anzahl der nutzbaren Trockenreifen pro Rennwochenende limitiert. Diese werden gezählt pro Reifensatz, der je aus zwei Vorder- und zwei Hinterreifen besteht. Die Nutzung von Intermediate- bzw. Nassreifen ist in Training, Qualifying oder Rennen erst gestattet, nachdem der Rennleiter die Strecke als „Nass“ deklariert hat. Diese Spezialreifen sind nicht pro Rennwochenende limitiert.

Nachfolgend eine Übersicht der nutzbaren Reifensätze, getrennt nach der Renndistanz:

4 Stunden6 Stunden8 Stunden10 Stunden24 Stunden
LMP1FP: 12
Q+R: 14
FP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 12
Q+R: 30
FP: 24
Q+R: 48
LMP2FP: 12
Q+R: 14
FP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 12
Q+R: 30
FP: 24
Q+R: 56
LMGTE-ProFP: 12
Q+R: 14
FP: 12
Q+R: 18
FP: 12
Q+R: 26
FP: 12
Q+R: 30
FP: 28
Q+R: 60
LMGTE-AmFP: 16
Q+R: 22
FP: 16
Q+R: 26
FP: 16
Q+Rn: 34
FP: 16
Q+R: 38
FP: 28
Q+R: 60

FP = Anzahl der Reifensätze für die Freien Trainings
Q+R = Anzahl der Reifensätze für Qualifying und Rennen

Um die Kostenentwicklung in der LMP1-Klasse im Rahmen zu halten, dürfen die Hybrid-Fahrzeuge nur eine begrenzte Anzahl an Motoren pro Saison verwenden. Als Motor bezeichnet das Reglement hierbei den gesamten Antriebsstrang inklusive Elektro- und Verbennungseinheit. Pro Saison dürfen maximal sieben Motoren verwendet werden. Ausgenommen sind die offiziellen Testfahrten der WEC (Prolog, Le Mans Test und Rookie Test). Hier können zusätzliche Aggregate eingebaut werden. Sollten regelwidrig zusätzliche Motoren an einem Rennwochenende verbaut werden, so muss die Rennleitung eine der folgenden Strafen verhängen:

  • 3 Minuten Stop-&-Go-Strafe bei einem 4 oder 6 Stunden Rennen
  • 5 Minuten Stop-&-Go-Strafe bei Rennen mit einer Distanz von mehr als 6 Stunden

Da die Spitzenklasse der WEC auf Forschung und Entwicklung ausgelegt ist, schreibt das Regelwerk den Einsatz eines beliebigen Hybrid-Systems für Werksteams vor. Da solch eine Technologie höhere Kosten zur Folge hat, können Privatmannschaften die Hybrid-Einheit in ihren Fahrzeugen weglassen. Der einzelne Verbrennungsmotor im Privatfahrzeug alleine reicht jedoch nicht aus, um die Leistung eines Hybridwagens aufbringen. Deshalb behält sich das Endurance-Komitee mit Technologie-Äquivalenz-Regelung (EoT) das Recht vor, die Leistungsdaten der Privatfahrzeuge anzupassen.

Um einen Ausgleich zu schaffen, darf das Komitee nach dem Reglement die zur Verfügung stehende Gesamtenergiemenge der LMP1-Werksfahrzeuge um bis zu 8 MJ zu senken bzw. die der LMP1-Privatfahrzeuge um bis zu 8 MJ anzuheben. Weiterhin besteht die Möglichkeit den Spritverbrauch pro Runde einzuschränken. Die Teams müssen entsprechend der neuen Vorgaben eigenständig eine Lösung zur Umsetzung finden, welche in Form von Änderungen am Tankvolumen, dem Motor oder dem Hybridsystem geschehen kann.

Am Anfang der Saison und nach den 24 Stunden von Le Mans sammelt das Endurance-Komitee jeweils vom besten Fahrzeug eines jeden Teams technische Daten. Diese werden anschließend mit dem Rennergebnis verglichen und eine Rahmenvorgabe für den jeweiligen Technologie-Mix erstellt. Diese dient als Richtlinie für alle Teams die dieses Antriebskonzept einsetzten wollen und müssen bis zur nächsten Datenerhebung eingehalten werden. Sollte eine Konfiguration einen unfairen Vorteil oder großen Nachteil im Vergleich zum restlichen Feld ausweisen, hat das Komitee im Reglement das Recht durch Änderung während der Saison die Performance anzugleichen.

Ergänzt wird die EoT-Regelung ab der Saison 2019/2020 durch zusätzliche Erfolgsgewichte. Als weitere Maßnahme können einzelne Fahrzeuge mit Zusatzgewichten ausgestattet werden, um eine Chancengleicheit im LMP1-Feld zu gewährleisten. Dadurch werden erstmals auch einzelne Fahrzeuge eines Herstellers eingebremst und nicht die komplette Mannschaft.

Die Regelung für die Erfolgsgewichte findet bei allen Saisonrennen mit Ausnahme der 24 Stunden von Le Mans Anwendung. Hierbei wird der Punkteabstand auf den Verfolger in der Meisterschaftstabelle mit einem Korrekturfaktor von +0.008s/km verrechnet, um die Summe für das Erfolgsgewicht im jeweiligen Fahrzeug zu ermitteln. Diese Erfolgsgeweichte werden vor jedem Rennen für alle LMP1-Wagen außer dem Tabellenletzten neu berechnet und gelten ab dem zweiten Lauf einer Saison.

Die Balance of Performance erlaubt dem Endurance-Komitee, Veränderungen an den Fahrzeugen zu veranlassen, um trotz unterschiedlicher Konzepte die Chancengleichheit in den Klassen LMP2 und LMGTE aufrechtzuerhalten.

Die Ermittlung der genauen BoP-Maßnahmen erfolgt über ein automatisiertes Computersystem. Dieses gibt ohne menschliches Eingreifen eigenständig Zeitpunkte und Maßnahmen als Vorschlag aus, die von der Rennleitung umgesetzt werden sollen. Folgende Maßnahmen können gemäß dem Reglement zur Anpassung des Kräfteverhältnisses bis kurz vor dem Rennen veranlasst werden:

  • Gewichtszu- oder abnahme der Fahrzeuge von maximal 30 kg
  • Anpassung des Luftmengenbegrenzers
  • Veränderung des Tankvolumens um maximal 10 Liter
  • Einstellung des Heckflügels
  • Aerodynamische Anpassungen am Fahrzeug