Porsche testet mit LMP1-Junioren in Spanien

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Kevin Magnussen
Kevin Magnussen nach seiner ersten Testfahrt im Porsche 919 Hybrid

Die Porsche Mannschaft ist in diesem Jahr das Maß aller Dinge in der LMP1-Klasse. Um auch in Zukunft auf solch einem hohen Niveau fahren zu können, ist vor allem die Investition in den Nachwuchs wichtig. So gaben die Stuttgarter drei jungen Fahrern am gestrigen und heutigen Tag die Chance, den Porsche 919 Hybrid zu testen.  

Auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona wechselten sich Mitch Evans (21), Kevin Magnussen (23) und Oliver Turvey (28) hinter dem Steuer des Le-Mans-Prototypen ab. Als Mentor stand ihnen der aktuelle LMP1-Tabellenführer Timo Bernhard (34) zur Seite.

In einem Interview gemeinsam mit Porsche, sagte Teamchef Andreas Seidel: „Wir sind ein junges Team mit einem hoch komplexen Rennwagen, es ist für uns immer spannend und lehrreich zu erleben, wenn Fahrer erste Erfahrungen mit dem 919 Hybrid sammeln. Das Feedback ist bisweilen sehr detailliert und individuell. Wir scannen regelmäßig verschiedene Motorsportkategorien nach starken Fahrern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Porsche-Familie. Es freut uns sehr, dass unser Testprogramm es erlaubt hat, diese drei Piloten nach Barcelona einzuladen. Wir haben mit ihnen bereits im Oktober eine professionelle Vorbereitung in Weissach durchgeführt.“

Im Porsche Entwicklungszentrum in Weissach bekamen Evans, Magnussen und Turvey nicht nur ihren Sitz für den Prototypen angepasst, sondern auch eine Einweisung in die Bedingung des Fahrzeuges und absolvierten erste Fahrten im Simulator. Seidel erklärte weiter: „Alle Beteiligten werden bei diesem Test viel lernen, das ist der Zweck der Übung. Über eine eventuelle zukünftige Zusammenarbeit werden wir aber bis auf weiteres keine Aussage treffen, zumal wir sehr zufrieden sind mit unserem Fahrerkader.“

Der Neuseeländer Mitch Evans, welcher vom FIA-Gremium für den Bahrain Rookie-Test mit Porsche gesetzt wurde, bestreitet aktuell seine dritte GP2-Saison, wo er auf dem sechsten Gesamtrang liegt. Bei seinem diesjährigen Le-Mans Debüt gelang es Evens, in der LMP2-Kategorie auf Anhieb den zweiten Rang einzufahren. In einem Interview sagte des 21-jährige: „Es ist eine tolle Gelegenheit für mich, den 919 Hybrid testen zu dürfen – ein Le-Mans-Siegerauto! Der Wagen fährt sich sehr gut. Vieles ist neu für mich: die Servolenkung, die Art der Reifen, der Allradantrieb. Aber am meisten beeindruckt mich die Beschleunigung, wenn der Elektromotor einsetzt. Es ist leicht, Vertrauen in das Auto zu fassen, es liegt sehr stabil. Ich danke dem Porsche Team für diese Erfahrung.“

Dem Dänen Kevin Magnussen wurde nach seinem Formel-1-Debütrennen im Jahr 2014 eine große Zukunft voraus gesagt. Mit einem Podiumsplatz bei seinem ersten Rennen in der Königsklasse schrieb er sich als erster Däne auf einem Grand-Prix-Podest in Australien in die Geschichtsbücher ein. Jedoch verlor Magnussen trotz einer starken Saison sein Cockpit an den zweifachen Weltmeister Fernando Alonso und musste das Jahr 2015 aus der Boxengasse verfolgen. Gegenüber Porsche sagte der junge Däne: „Der 919 ist der erste Rennwagen, den ich seit Monaten fahre – und er ist großartig, hat fantastisch viel Leistung. Wo ich mich am meisten verbessern kann, ist beim Bremsen. Weil man die Vorderräder nicht sieht, erkennt man nicht so gut, wenn sie drohen zu blockieren. Auch das Sichtfeld ist viel kleiner als im Formelauto. Es gibt also einiges zu lernen, aber der erste Eindruck ist sehr gut, und ich genieße diesen Test unheimlich

Der dritte Tester im Bunde, Oliver Turvey, bringt die meiste Langstreckenerfahrung mit. In der LMP2-Klasse bestritt der Brite die 24 Stunden von Le Mans bereits drei Mal. 2014 holte er den Klassensieg und wurde im Folgejahr gemeinsam mit Mitch Evens zweiter. Nachdem er seine Formelkarriere in der GP2 Asia beendete, ging Turvey in der Blancpain Endurance Series und der European Le Mans Series (ELMS) an den Start. Oliver Turvey äußerte sich wie folgt zum Test: „Den 919 Hybrid zu fahren, ist einfach phänomenal. Die Leistung aus dem Verbrennungsmotor und von der E-Maschine, die die Vorderachse antreibt, ist absolut beeindruckend. Sowohl das Grip- als auch das Abtriebsniveau sind sehr hoch. Der 919 liegt stabil – es ist eine Freude, ihn zu fahren. Ich bin Porsche sehr dankbar, dass ich das hier in Barcelona tun darf.“

Quellen: Porsche-Pressematerial