Le Mans 2015: Die GT-Pro Vorschau

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Auch wenn die GT-Pro Klasse nicht zu den größten in Le Mans gehört, so gleicht sie das aber durch ein unglaublich starkes Feld mit engen Abständen wieder aus. In diesem Jahr treten erneut die vier Werksteam mit insgesamt neun Fahrzeugen gegeneinander an. Bereits in den ersten Saisonrennen der WEC zeigten die Teilnehmer, dass das Feld sich in diesem sehr ausgeglichen ist und theoretisch alles passieren kann.

AF Corse – Ferrari F458 Italia

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#51 – Gianmaria Bruni (ITA), Toni Vilander (FIN), Giancarlo Fisichella (ITA)
#71 – Davide Rigon (ITA), James Calado (GBR), Olivier Beretta (MCO)

Der Ferrari 458 Italia ist das wohl erfolgreichste GT-Fahrzeug in der noch jungen WEC-Geschichte. In den vergangenen drei Jahren schaffte es das italienische Werksteam jedes mal aufs neue, die GT-Pro Titel für sich zu beanspruchen. In den Jahren 2012 und 2014 kamen zudem noch die Klassentitel bei den 24 Stunden von Le Mans hinzu.

Auch in diesem Jahr setzt Ferrari auf das erfolgreiche Trio Bruni, Vilander und Fisichella im Fahrzeug mit der #51. Als Titelverteidiger steht für AF Corse erneut der erste Platz auf dem Plan und die Chancen dies zu erreichen stehen sehr gut. Bereits in Silverstone konnte man einen ersten Platz einfahren. In Spa hätte dies ebenfalls gut geklappt, wäre da nicht eine Strafe für den Boxenstopp dazwischen gekommen. Nun stehen die 24 Stunden von Le Mans auf dem Programm und mit einem Sieg und den Doppelten Punkten wäre Ferrari auf dem besten Weg zum vierten WEC-Meistertitel.

Corvette Racing – Chevrolet Corvette C7R

18444778292_8b190bd111_k#63 – Jan Magnussen (DNK), Antonio García (ESP), Ryan Briscoe (AUS)
#64 – Oliver Gavin (GBR), Tommy Milner (USA), Jordan Taylor (USA)

Für Corvette Racing steht auch in diesem Jahr wieder ein Start bei den 24 Stunden von Le Mans auf dem Programm. Nach dem die US-Amerikaner im vergangenen Jahr erstmals mit der neuen C7R beim Langstreckenklassiker angetreten sind, ist man nun auf den heiß ersehnten GT-Pro Sieg fokussiert. Es wird das erste mal in dieser Saison, dass die beiden Fahrzeuge gegen das restliche GT-Pro Feld der WEC antreten werden. Im Gegensatz zu Ferrari, Porsche und Aston Martin nimmt Corvette nicht an der WEC teil, sondern verbringt den Rest des Jahres in der TUSCC.

Für Ferrari könnte Corvette der härteste Gegner bei diesem Rennen werden. Das US-Werksteam gewann bereits die 24 Stunden von Daytona zum Jahresauftakt und die 12 Stunden von Sebring im März. Die Wagen laufen besser als im Vorjahr und es wäre nicht verwunderlich, wenn Corvette nach so einem erfolgreichen Start ins Jahr 2015 auch in Le Mans den Sieg holen würde.

Porsche Team Manthey – Porsche 911 RSR

18454002245_92809434d1_k#91 – Richard Lietz (AUT), Michael Christensen (DNK), Jörg Bergmeister (DEU)
#92 – Patrick Pilet (FRA), Frédéric Makowiecki (FRA), Wolf Henzler (DEU)

Mit dem Einstieg des 911 RSR in die WEC Saison 2013 überraschte Porsche einige. Doch anstatt nur mitzufahren, beeindruckten die Stuttgarter mit einem Le Mans Sieg beim Debüt und zeigten, wozu man im Stande ist. Neben diesem beachtlichen Erfolg schafften sie es mit dem 911 RSR auch noch, die Siege in Daytona, Sebring und beim Petit Le Mans im Rahmen der TUSCC zu holen. Im vergangenen Jahr wahr der glanz verschwunden und das Porsche GT-Team hatte schwer mit der Konkurenz zu kämpfen.

In diesem Jahr geht das Porsche Team Manthey nun mit gestärken Kräften und angepassten Fahrerpaarungen nach Le Mans. Durch den Einsatz eines dritten 919 in der LMP1 wurden die Ressourcen für das Rennen neu Verteilt. In der #91 nimmt neben Richard Lietz und Jörg Bergmeister der Junior-Fahrer Michael Christensen Platz. Im Schwesterfahrzeug ergänzt Wolf Henzler vom Falken Tire Porsche Team das Duo Patrick Pilet und Frédéric Makowiecki. Die spannende Frage wird sein, ob Porsche an den Erfolg von 2013 anknüpfen kann. In den ersten beiden Rennen zeigte man eine bessere Performance als im Jahr 2014 und man scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Doch ob es am Wochenende schon zum Sieg reicht wird sich zeigen.

Aston Martin Racing – Aston Martin Vantage V8

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#95 – Marco Sørensen (DNK), Christoffer Nygaard (DNK), Nicki Thiim (DNK)
#97 – Darren Turner (GBR), Stefan Mücke (DEU), Rob Bell (GBR)
#99 – Fernando Rees (BRA), Alex MacDowall (GBR), Richie Stanaway (NZL)

Aston Martin ist das einzige GT-Pro Team, welches mit drei Fahrzeugen an den Start geht. Hintergrund für das starke Line-Up ist der sehensüchtige Wunsche des Autobauers nach einem Le Mans Sieg in der Pro-Wertung. Der Vantage V8 ist zwar schnell, doch gegen Ferrari oder Porsche anzukommen schaffte er über 24 Stunden noch nicht. Alle Hoffnungen ruhen in diesem Jahr auf dem Fahrzeug mit der Startnummer #95. Bereits 2014 schaffte es der „Dain-Train“ rund um Nicki Thiim den Klassensieg in Le Mans zu holen. Nun soll es das dänische Trio auch in der GT-Pro richten.

Um den Abgang von Kristian Poulsen auszugleichen, holte man den Lotus Testfahrer Marco Sørensen an Board, welcher in seinen ersten beiden Rennen einen guten Gesamteindruck hinterließ. Im Schwesterfahrzeug #97 musste man den Platz von Bruno Senna neu besetzten, da dieser sich aus der WEC zurück zog und zu McLaren wechselte. Die freie Position wird in Le Mans nun Rob Bell ausfüllen. Der dritte Aston Martin mit der #99 steht ebenfalls hoch im Kurs im Kampf um den Sieg. Nach dem das Trio aus Fernando Rees, Alex MacDowall und Richie Stanaway in Spa den Sieg holen konnte, steht man nun dem kommenden Rennen positiv gegenüber. Das Aufgebot von Aston Martin ist in diesem Jahr in sehr guter Form und die Chancen zum Sieg sind da. Ob man aber auch Ferrari und Porsche bezwingen kann, werden wir am Sonntag Nachmittag sehen.

Bilder: WEC-Magazin (Walter Schruff)