Ein Le Mans Prototyp im Gulf Design

Ein schwieriger Neuanfang

Im Jahre 1992 waren nur noch wenige Automobilhersteller verblieben. Aufgrund der Kostenexplosion in dieser Saison war das Starterfeld von knapp 50 Wagen auf lächerliche 11 Fahrzeuge geschrumpft. Die Machtkämpfe zwischen dem Veranstalter ACO und der FIA nahmen immer größere Ausmaße an und die Antrittsgebühr für die Teams stieg auf absurde 7,5 Millionen Dollar an. Das Konzept der FIA ging nicht auf. Anstatt 2 erfolgreiche Weltmeisterschaften zu etablieren hatte man die Sportwagen-Weltmeisterschaft zugrunde gewirtschaftet und so Fans und Teams vergrault. Die ehemalige Spielwiese der Automobilhersteller war am Ende. Mit Beginn des Jahres 1993 wurde die World Sportscar Championship offiziell eingestellt.

Während die 24 Stunden von Le Mans aufgrund ihrer Tradition überlebten und auch weiterhin jedes Jahr ausgetragen wurden, war die Weltmeisterschaft am Ende. Die Gräben zwischen ACO und FIA waren so tief, dass man sich in den folgenden Jahren nicht auf eine gemeinsame Nachfolge-Serie einigen konnte. Dies hatte zur Folge, dass der Langstreckensport sich von der internationalen Bühne wieder auf seine Wurzeln rund um das Rennen in Le Mans konzentrierte. Nach einer Zeit der Stagnation, kam mit dem Jahr 2000 erstmals wieder Bewegung in die Szene. Mit dem Ende der alten WSC waren auch die großen Autobauer verschwunden und niemand traute sich mit einem gut finanzierten Werksteam zurück an den Start.

Doch mit der Jahrtausendwende macht Audi dem langen Warten ein Ende und wagte zum neuen Millennium sein Le Mans-Debüt. Es war der erste Schritt nach einer schwierigen Phase. Der Autobauer aus Ingolstadt dominierte in den Folgejahren die 24 Stunden von Le Mans und sorgte für ein neues Interesse am Langstreckensport. Im Jahr 2007 fasste Peugeot einen Entschluss und wagte sein Comeback. Der Einstieg heizte das Interesse weiter an und so kam es, dass der ACO im Jahr 2010 den ILMC (Intercontinental Le Mans Cup). Der Rennkalender mit Läufen auf der ganzen Welt stieß bei allen beteiligten auf positives Feedback und sorgte für ein Umdenken bei der FIA.