ESM: Drama und Freude in Austin

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Das Tequila Patrón ESM Team beendete die 6 Stunden von COTA mit der besten Platzierung der Saison 2015. Nur Sekunden vor dem Fall der Zielflagge gelang es Ryan Dalziel noch den SARD-Morand #43 auf dem vierten Platz zu überholen und sich die wichtigen Meisterschaftspunkte zu sichern.

Sechs Stunden zuvor ging Dalziel vom dritten Platz aus ins Rennen. Dank einer souveränen Fahrweise gelang es ihm schnell an der Nummer #28 von G-Drive vorbei zu ziehen. Durch eine anschließend gekonnte Boxenstrategie fand sich Dalziel in weniger als einer Stunde auf dem erste Platz der LMP2-Klasse wieder. Er entschied sich nur einmal nachzutanken und verdoppelte seinen Stint auf den älteren Reifen. Mit seiner Fahrweise konnte er trotz der abgefahren Dunlops das Feld weiter anführen.

Als die Gummis dann zunehmenden Verschleiß aufwiesen, entschied sich Dalziel für einen großen Stopp und übergab das Auto an Scott Sharp. In der Hitze des Rennens hatte Sharp wohl eine der schwersten Aufgaben. Er kämpfte mit dem Fahrzeug gegen die Konkurrenz bis er nach seinem Stint den Boliden an Teamkollege David Heinemeier Hansson abgeben konnte.

Johannes van Overbeek im Schwesterfahrzeug mit der Nummer #31 begann das Rennen auf dem sechsten Rang. Auch er fuhr mit seinem mit Hondamotor angetriebenen LMP2-Boliden einen Doppelstint auf einem Reifensatz. Overbeek konnte Planmäßig das Lenkrad an seinen Kollegen Ed Brown übergeben, welcher die nächsten zwei Stunden des Rennens bestreiten sollte.

Doch in Runde 54 dann der Schock. Brown vernahm bei der Einfahrt in Kurve 19 einen lauten Knall. Als er in die darauf folgende letzte Kurve einbiegen wollte, reagierte die Bremsanlage nicht und er hob mit seinem Fahrzeug über den Randstein ab und landete ungebremst in der Streckenmauer. Glücklicherweise blieb Ed Brown unversehrt und er konnte aus eigener Kraft das Fahrzeug verlassen. Bei einer Nachkontrolle des verunfallten Boliden, stellte die ESM-Mannschaft fest, dass möglicher Dreck von der Strecke das Bremsproblem hervorgerufen hat.
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In einem Interview nach dem Unfall gegenüber ESM, sagte Brown: Diese Autos sind super sicher und dazu gebaute solch einen Schlag zu überstehen, wie es bei uns funktioniert hat. Jedoch ist es ist bedauerlich, dass es passiert ist. Ich fühlte einen Schlag in Kurve 19 und als ich Kurve 20 erreichte verlor ich das Fahrzeug. Es schien so, als hätten wir bereits einige Runden zuvor Probleme mit den Bremsen gehabt.“

Er fügte hinzu: „Das Auto war bis zu diesem Zeitpunkt sehr Handlich. Das Fahrzeug verbesserte sich eigentlich mit jeder Runde, und hätten wir das Problem nicht gehabt, bin ich mir Sicher, hätten wir das Tempo und die Positionen über Nacht halten können.“

Der viertplatzierte Ryan Dalziel sagte nach dem Rennen: „Im ersten Stint war das Auto in Ordnung und wir hatten das Gefühl, es wurde immer besser als die Sonne unterging und die Temperaturen abgekühlten. Wir hatten ein wenig mit der Balance während des Rennens zu kämpfen und ich denke, dass das der Grund war warum wir das Tempo nicht halten konnten. Aber jetzt sind wir schlauer.“

„Wir haben uns enorm Verbessert über dieses Wochenende. Einen großes Dankeschön an die gesamte Crew, welche seit dem Nürburgring alles gibt um das Auto zu verbessern. Wir werden die Daten von hier aus analysieren um einige Verbesserung für Japan zu finden. Das war ein wirklich gutes Ergebnis. Wir haben den vierten Platz nicht geerbt, wir mussten hart kämpfen um ihn zu erreichen. Beim nächsten Rennen wollen wir aufs Podium.“

Bilder: WEC-Magazin (Walter Schruff)
Interview: Tequila Patrón ESM