ELMS: Greaves gewinnt Meisterschaft in Estoril

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Die ELMS startete im portugiesischen Estoril in ihre fünfte und gleichzeitig letzte Runde der Saison. Während in der LMP3-Klasse der Meistertitel schon entschieden ist, so waren die Spitze in den anderen drei Klassen noch völlig offen. Am härtesten Umkämpft war der Titel in der LMP2, wo die potentiellen Titelanwärter von den vordersten Plätzen in Rennen gingen.

Der amtierende ELMS-Meister Jota Sport ging von der Poleposition ins Rennen. Lokalmatador Filipe Albuquerque fuhr den Start für das britische Team und konnte sich gleich zu Beginn gut absetzten. Wenige Plätze hinter ihm erwischte Krohn Racing die erste Kurve nicht und fuhr ins Kiesbett, worauf eine gelbe Flagge auf dem Abschnitt folgte. Der Thiriet by TDS profitierte von der unübersichtlichen Situation und fuhr auf die zweite Position vor.

Weniger gut verlief der Start für die #88 von Proton Racing. Nachdem man am Morgen noch die Poleposition einfahren konnte, dauerte es in der Startphase nur wenige Sekunden bis man die Führung abgeben musste und sich mitten im GT-Feld wiederfand. Als das Feld sich nach fünf Runden erstmals stabilisiert hatte, kollidierte die #41 von Greaves mit der #20 von AF Racing (ehemals SMP Racing). Als folge des Zusammenstoßes kam die #20 von der Strecke ab und musste sich zurück auf die Strecke kämpfen.

Kurz vor Ende der ersten Stunde tobte in der LMP2 immer noch ein erbitterter Positionskampf. Die Fahrer schenkten sich nichts und auch an einen Boxenstopp wollten keiner denken. Doch zum Ende der ersten Stunde kam dann das Aus für die #29 von Pegasus Racing. Nach einem Ölverlust rollte der offenen Prototyp am Streckenrand aus und blieb schließlich im Kiesbett liegen. Somit musste die Mannschaft das Rennen vorzeitig beenden.
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Kurze Zeit darauf kollidierte der Ferrari #51 mit der #25 von Algrave Pro Racing auf Höhe der Boxenausfahrt und über den ersten Sektor wurde eine gelbe Flagge verhängt um die beiden Wagen zurück auf die Strecke zu bringen. Als auf dem Abschnitt wieder volle Geschwindigkeit erlaubt war, hatte der Porsche #88 mit Reifenproblemen zu kämpfen und schob den Aston Martin aus der ersten Kurve.

Nach der großen Boxenstopp-Phase kämpften der Jota #38 und der AF #21 über mehrere Runden um die Spitze. Plötzlich setzte Regen ein und die komplette Strecke stand unter Wasser. Der Jota verteidigte sich gerade gegen die #21, als das fahren mit Trockenreifen unmöglich wurde. Der Führende Simon Dolan verlor wenige Augenblicke später seinen LMP2-Boliden und versenkte ihn im Kiesbett. Victor Shaytar kam mit den wechselnden Bedingungen besser klar und konnte den ersten Rang übernehmen.

Doch nicht nur Dolan wurde von dem Regeneinbruch überrascht, auch der neu eingesetzte Ligier JS P3 mit der Startnummer #9, sowie der BR01 mit der #20 hatten stark zu kämpfen und rutschten von der Strecke. Diese Vielzahl an gestrandeten Fahrzeugen zwang die Rennleitung eine FCY-Phase auszurufen, in welcher eine konstante Geschwindigkeit gefahren werden muss und striktes Überholverbot gilt.

Eine Stunde und 45 Minuten vor Schluss dann der Schock für das Team JMW. Ferrari-Pilot James Calado übernahm das Fahrzeug in Führung liegend um den finalen Stint zu fahren. Jedoch blieb der Ferrari ohne ersichtlichen Grund auf der Strecke liegen und konnte das Rennen nicht fortsetzten. Der Wagen mit der #66 schied aus und der große Konkurrent MarcVDS Racing konnte die Spitzenposition übernehmen. Auf Twitter teilte ein niedergeschlagener Calado seinen Fans mit:

https://twitter.com/JamesCalado/status/655759892242919424

Kurz darauf bekam der GTC Ferrari mit der #62 eine 15-sekündige Standstrafe wegen überholen unter gelber Flagge. Eine Stunde vor Rennende schied dann der Aston Martin vom Team Massiv Motorsport aus und sorgte für eine erneute FCY-Phase, welche die meisten Teams für Boxenstopps nutzen. In der LMP3-Klasse kämpfte der neue Ligier #9 Rad an Rad gegen den Meisterschaftssieger Chris Hoy. Doch leichter Regen sorgte für an einigen Stellen der Strecke für nasse Kurven, was dem Ligier zum Verhängnis wurde und den Zweikampf unterbrach.

Gut zwanzig Minuten vor Schluss wurde für den Boliden von Greaves Motorsport eine „Stop & Go“ Strafe verhängt, aufgrund eines Vergehens welches Gary Hirsch in der Anfangsphase verursachte. Diese Strafe kostete Greaves die Führung und man fiel auf den zweiten Platz hinter Thiriet by TDS zurück. Dies mischte den Meisterschaftskampf erneut auf, jedoch hätte die #41 auf den dritten Platz abrutschen müssen, damit Thiriet am Ende den Titel hätte holen können. Um wieder Teil des Kampfes zu werden, fuhr Tabellenführer Harry Tincknell wie von einem anderen Stern, um den Rückstand von einer Runde wieder aufzuholen. Er lies alle Fahrzeuge auf der Strecke stehen wie parkende Autos.
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Jedoch waren alle Anstrengungen des Briten umsonst und er konnte den Wagen von Greaves Motorsport nicht mehr einholen. Somit holte Nicolas Lapierre den zweiten Sieg für das Team Thiriet by TDS Racing vor der Mannschaft von Greaves Motorsport, welche jedoch durch ihren geringen Punktevorsprung knapp die Meisterschaft für sich entscheiden konnten. AF Racing wurde nach einem starken Auftritt im letzten Rennen der Saison dritter. Rang vier und somit nur der dritte Meisterschaftsplatz ging an die Mannschaft von Jota Sports, welche bis zur Ziellinie alles für den Titel gaben.

In der LMGTE-Klasse fuhr Jesse Krohn den BMW Z4 vom Team MarcVDS Racing nach dem Ausfall des JMW-Ferrari #66 souverän zum Sieg und wurde mit einem Rückstand von zwei Punkten hinter dem Formula Ferrari #60 Vizemeister. Der Aston Martin #99 fuhr auf den zweiten Rang, gefolgt vom Porsche 911 des Teams Gulf Racing UK.
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In der LMP3-Klasse waren es die Polesetter im Ginetta #2, welche ihre Startposition in einen Sieg umwandeln konnten. Der Ligier JS P3 schaffte es nach einem schwierigen Debüt-Rennen auf den zweiten Rang. Platz drei ging an die Meisterschaftssieger im Ginetta mit der Startnummer #3.

In der GTC-Klasse holte der Ferrari 458 mit der #63 den ersten Saisonsieg. Zweiter wurde der BMW Z4 vom Team TDS Racing, dank dieser wichtigen Punkte konnte sich die Mannschaft mit dem Titel krönen. Platz drei ging an den Ferrari #64, gefolgt vom Schwesterfahrzeug #62, welches die Saison als Vizemeister beenden konnte.

Bilder: European Le Mans Series