Dramatisches Qualifying in Spa

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Normalerweise ist das Qualifying immer eine kurze Session mit einigen spannenden Momenten. Doch was an diesem Samstag geschah ist an Spannung nicht zu überbieten. Über eine Stunde lieferten sich die Teams packende, spannende und dramatische Kopf-an-Kopf Duelle mit teils Nervenaufreibenden Szenen.
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Um 19.20 wurde die Qualifying-Session für die GT-Fahrzeuge eröffnet. Im Vorfeld hatte es heftige Schauer gegeben und die Strecke stand in vielen Bereichen unter Wasser. Die Rennleitung entschied sich das Qualifying unter „Wet-Conditions“ zu fahren. Das bedeutete für die Teams das sie freie Wahl bei den Reifen haben. Noch vor beginn der ersten 30 Minuten reihten sich alle Ferraris von AF Corse in einer Reihe hinter der Boxenlinie. Kurz nach dem Startschuss folgten die Porsche 911 vom Team Manthey und blieben die gesamte Zeit dicht hinter den Ferraris. Mit jeder Runde verbesserten sich die Bedingungen und bei AF Corse wechselte man aller 3-4 Runden die Reifen und wenig Später auch die Fahrer. Dank der „Wet-Conditions“ stand den Teams eine unbegrenzte Anzahl an Regenreifen und Intermediates zur Verfügung. Diese hektische Taktik sollte sich am Ende auszahlen, Toni Vilander und Gian-Maria Bruni holten mit einer Zeit von 2:32.338 die Poleposition bei den GT-Pro Fahrzeugen. Auf den hinteren Plätzen landete der Aston Martin mit der Nummer 97 mit einer Zeit von 2:32.505 gefolgt vom Manthey Porsche #92 auf Position 3 mit knappen 2:32.581.

Bei den GT-Am Wagen ging es ähnlich spannend zu. Auch hier domminierte Ferrari die gesamte Session. Dank regelmäßigen Reifen- und Fahrerwechseln landete das Auto 61 mit einer Zeit von 2:33.962 auf der Poleposition. Den zweiten Platz sicherte sich das belgische Prospeed-Team mit 2:33.981 gefolgt vom AF Corse #81 auf der Position 3. Der Wagen von 8-Star Motorsport drehte sich nach 15 Minuten in einer schnellen Rechtskurve aufgrund der falschen Reifen. Er prallte in die Streckenbegrenzung und beschädigte sich die Frontpartie. Aufgrund der Verzögerung landete man nur auf Startplatz 5. Das Schlusslicht im Feld bilden die beiden Aston Martin Nummer 98 und 95. Hier hatte man sich zu viel Zeit gelassen und in den letzten Sprints keine vernünftigen Zeiten mehr zu Stande gebracht.
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Punkt 20 Uhr startete die Qualifying-Session für die LMP-Fahrzeuge. Hier ging es noch enger zu als zuvor bei den GT-Autos. Alle LMP1-Wagen versammelten sich an der Boxenlinie und wollten so schnell wie möglich eine erste Rundenzeit abliefern. Bereits in der Out-Lap gab es Kopf-an-Kopf Duelle zwischen nahezu allen Fahrzeugen. Jeder wollte noch vor beginn der ersten gewerteten Runde vor den anderen Fahrzeugen stehen um möglichst optimale Bedingungen zu haben. Zwischen Toyota und Porsche gab es mehrfach Berührungen, jedoch ohne nennenswerte Schäden. Die beiden Toyotas konnten sich schließlich am besten durch die Wagenmenge kämpfen und beide lieferten prompt Top-Zeiten ab. Dicht gefolgt von den beiden Porsche 919. Mit jeder Runde wurde es noch dunkler auf dem Kurs und die drei Audis hatten zusehend mit den Bedingungen zu kämpfen. Auf den Geraden war man schnell, konnte jedoch nicht an die Spitzenwerte der Konkurrenz heranreichen.

Nach 15 Minuten wechselten alle Fahrzeuge auf Slicks. Kaum hatte Toyota die Reifen gewechselt schaffte man das unglaubliche. Unter voller Nutzung der Hybridsysteme und des V8-Motors schaffte man am Ausgang der Eau-Rouge eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h. Als die Uhr noch 5 verbleibende Minuten anzeigte, gab man bei Porsche noch mal alles. Beide Fahrzeuge bekamen neue Fahrer und neue Reifen. Nach Ablauf der Zeit lieferte man sich mit Toyota ein Haarscharfes Duell. Am Ende konnte sich Mark Lieb im Wagen Nummer 14 mit einer Zeit von 2:01.198 die Poleposition sichern. Bereits im zweiten Rennen sichert sich Porsche seine erste Pole, eine unglaubliche Leistung. Dicht dahinter landete der Toyota Nummer 8 mit 2:01.836 gefolgt vom Weltmeister des Jahres 2012 Audi #2 und einer Rundenzeit von 2:02.499. Auf Platz vier landete der Toyota #7, der zweite Porsche auf der fünf gefolgt von den beiden Audis #1 und #3.

In der LMP2-Klasse war wenig Action zu sehen. Die vier verbliebenen Fahrzeuge spulten ihre Runden ab und verschwanden ohne viel Aufsehen zu erregen wieder in der Box. Der Gaststarter Jota Sport lieferte hier die beste Gesamtperformance ab, schaffte es jedoch nicht über den vierten Startplatz hinaus. Auf der Poleposition landete der KCMG. Auch hier schafft man mit einer Zeit von 2:12.163 in der Premieren-Saison eine starke Leistung. Einige Zeit sah alles nach einer Dominanz durch das SMP-Fahrzeug #27 aus, jedoch reichte es am Ende nur für Startplatz 2. Dahinter landete das Fahrzeug von G-Drive mit der Startnummer 26.

Bei Rebellion hatte man sichtbar mit dem neuen R-One zu kämpfen. Das beste Ergebnis für die Schweizer fuhr mit Gesamtstartplatz 12 der Wagen Nummer 12 von Nicolas Prost ein. Das Schwesterfahrzeug um Fabio Leimer schaffte gerade mal eine Runde unter weißer Flagge und landete auf Gesamtplatz 27. Hier gab es noch technische Probleme, welche das nutzbare Gesamtpotential zurückhielten. Die späte Fertigstellung des R-One machte sich im Qualifying stark bemerkbar. Insgesamt war die Performance alles andere als zufriedenstellend und man war mit beiden Fahrzeugen langsamer als die LMP2-Wagen. Im ganzen war es ein Qualifying wie man es noch nicht erlebt hat. Eine Spannung anhaltend über die ganze Stunde. Dramatische Szenen bereits in den ersten Runden. Wir dürfen sehr gespannt sein wie sich das Rennen morgen entwickelt.