Die neue WEC-Saison steht vor der Tür und wir möchten einen kleinen Ausblick wagen, auf was wir uns 2022 freuen dürfen.

Die WEC kehrt zurück nach Sebring

Wir starten in ein neues Kalenderjahr und erwarten bereits in wenigen Monaten den Beginn der neuen FIA WEC-Saison 2022. Anders als 2020 bzw. 2021. wird die Corona-Pandemie keinen schwerwiegenden Einfluss mehr auf das Geschehen der Langstrecken-WM haben.

Rückkehr in die USA

Die Zeichen stehen gut, dass nach zweijähriger Zwangspause die FIA WEC wieder an den Sebring International Raceway zurückkehrt. Vorausgesetzt, die aktuelle Corona-Situation verändert sich nicht ins negative, sollte dem Saisonauftakt mit den 1000 Meilen von Sebring sowie dem gleichzeitig stattfindenden 12 Stunden von Sebring IMSA-Rennen nichts im Wege stehen.

Vertraute Gesichter an bekannten Orten

Im Kalender kehrt langsam, aber sicher wieder so etwas wie Normalität ein. Die 6 Stunden von Spa-Francorchamps behalten den bekannten Termin Anfang Mai. Aktuell werden noch Arbeiten an der Strecke durchgeführt, um die Folgen der verheerenden Flutkatastrophe vom August 2021 zu beseitigen. Doch bis zum Rennen sollte hier wieder alles voll nutzbar sein.

Die 24 Stunden von Le Mans kehren wieder an den traditionsreichen Slot im Juni zurück, was zuletzt im Sommer 2019 der Fall war. Die 6 Stunden von Monza haben sich ebenfalls fest etabliert und verbleiben im Kalender. Die beiden Übersee-Rennen im Herbst sollen nach viel Unsicherheit der vergangenen Jahre dieses Mal definitiv in Japan und Bahrain stattfinden.

Der offizielle Kalender für 2022:

  • Prolog (Sebring) – 12. – 13.März
  • 1000 Meilen von Sebring – 18. März
  • 6 Stunden von Spa-Francorchamps – 7. Mai
  • 24 Stunden von Le Mans – 11. – 12. Juni
  • 6 Stunden von Monza – 10. Juli
  • 6 Stunden von Fuji – 11. September
  • 8 Stunden von Bahrain – 12. November

Ein neuer Teilnehmer betritt die Bühne

Der Peugeot 9X8
Bild © Peugeot Sport

Auch wenn die Hypercar-Ära im Jahr 2021 einen eher bescheidenen Start hinlegte, so stehen doch spannende Zeiten mit einer Vielzahl an Werksteams bevor. Einer der ersten großen Namen, der erstmals 2022 teilnehmen wird, ist Peugeot. Mit dem „9X8“ getauften Hypercar werden die Franzosen im Laufe des Jahres ihr Debüt geben.

Der erste Shakedown des neuen Fahrzeugs fand bereits im Dezember statt. Wir können davon ausgehen, dass die Werksmannschaft sich ausgiebig Zeit zum Testen nimmt, bevor das erste Rennen erfolgt. Ist die Homologation für den Rennbetrieb abgeschlossen, dürfen keine großen Änderungen mehr am Fahrzeug erfolgen. Es wäre deshalb nicht verwunderlich, wenn wir Peugeot erst kurz vor oder sogar nach Le Mans begrüßen dürfen.

Ein neuer Name für ByKolles

Das Hypercar von ByKolles
Bild © ByKolles

Auf Reddit teilte ein Nutzer seine spannende Entdeckung im Zusammenhang mit dem ByKolles-Team Ende vergangenen Jahres. Die PMC GmbH, welche im direkten Zusammenhang mit dem in Greding beheimateten Team ByKolles steht, hat sich die Markenrechte am Namen „Vanwall“ gesichert.

Vanwall ist ein Team aus der Gründungszeit der Formel 1 in den 1950er Jahren und konnte neun Rennen sowie einen Konstrukteurstitel 1958 gewinnen. Im Sportwagen-Bereich war das Team bisher jedoch nie zu finden.

Fakt ist, dass die Firma rund um das ByKolles-Team ein eigenes LMH-Fahrzeug entwickelt. Finale Daten und Fakten stehen bisher aber noch aus. Einzig Tom Dillman und der Argentinier Esteban Guerrieri wurden als offizielle Test- und Entwicklungsfahrer bestätigt.

Die LMDh-Fahrzeuge kündigen sich an

Das LMDh-Fahrzeug von Porsche
Bild © Porsche Newsroom

Bereits in der ersten Jahreshälfte 2022, ein Jahr vor dem Debüt des neuen Wagentyps, werden wir die ersten Boliden zu Gesicht bekommen. Den Auftakt macht Porsche, die bereits in der Testphase mit dem neuen Wagen sind. 2023 wird die deutsche Mannschaft ein Doppel-Programm in WEC und IMSA bestreiten.

Ein weiterer Name aus Deutschland, der die LMDh-Bühne betritt, ist Audi. Das Traditionsteam bestätigte kürzlich René Rast und Nico Müller als Werksfahrer für das neue WEC-Programm mit 2-Fahrzeugen. Start für die Ingolstädter wird ebenfalls das WEC-Jahr 2023.

Ein letztes Jahr mit der LMGTE-Pro

Corvette bei den 1000 Meilen von Sebring

Die WEC-Saison 2022 wird ein Abschiedsjahr für die bekannte LMGTE-Pro-Klasse. Ein letztes Mal geben sich Ferrari und Porsche mit ihren Werksteams hier die Ehre und und kämpfen um den WM-Titel. 

Unterstützung bekommt das Feld durch einen überraschenden Neuzugang. Der US-Hersteller Corvette hat sich erstmals mit einem Fahrzeug zu einer ganzen WEC-Saison verpflichtet und wird dem Finaljahr zusätzliche Spannung verleihen.

Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)


Tobias

Tobias ist Chefredakteur und einer der Gründer von WEC-Magazin.