Was sich 2019 in der WEC ändert

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Das neue Jahr bringt auch in der WEC einige Veränderungen mit sich. Während sich die Super Season im Juni dem Ende zuneigt, steht mit der Saison 2019/2010 erstmals ein Rennkalender nach dem neuen Muster an. Wir haben die wichtigsten Änderungen für 2019 zusammengefasst.

Titelbild - Was sich 2019 in der WEC ändert

Neues Finale in Le Mans

In den letzten Jahren hatte sich das Dämmerungsrennen von Bahrain als Saisonfinale für die WEC etabliert. Abgesehen von 2012, wo das Jahr in China endete und 2014, wo Sao Paulo aufgrund von Terminschwierigkeiten den Abschluss bildete, war Bahrain immer das letzte Rennen. Mit dem Wechsel zum neuen Winterkalender ändert sich diese Konstante seit langer Zeit wieder.

Denn im Sommer wird dem ältesten Autorennen der Welt eine zusätzliche Bedeutung zuteil. Es bildet erstmals den Abschluss der WEC-Saison 2018/2019. Besonders spannend wird der Kampf um die Titel, da die Sieger am Ende des 24-Stunden-Laufs die 1,5-fachen Punkte erhält. Durch diese Zusatzzähler und die 1,25-fachen Punkte, welche in Sebring verteilt werden, kann sich kurz vor Saisonende noch mal einiges ändern.

Neue Strecken und neue Rennformate

Nach dem neuen Saisonfinale und der gewohnten Sommerpause geht es schließlich am 1. September. Traditionell startet das neue Feld im britischen Silverstone zum ersten Rennen, so auch mit der ersten Wintersaison 2019/2020. Was sich jedoch ändert, ist die Länge des Rennens. Da die European Le Mans Series (ELMS) gemeinsam mit der WEC in Großbritannien gastiert, haben die verantwortlichen die Dauer von sechs auch vier Stunden verkürzt. Die so gewonnene Zeit ermöglicht ein besser abgestimmtes Rahmenprogramm, was nicht zuletzt den Fans vor Ort zu gute kommt.

Die sechs Stunden von Shanghai werden 2019 auf vier Stunden verkürzt
Die sechs Stunden von Shanghai werden 2019 auf vier Stunden verkürzt.

Fast jeden Monat trägt die WEC ein Rennen aus. Nach den 6 Stunden von Fuji geht es weiter in Shanghai, wo die Renndistanz ebenfalls auf vier Stunden verkürzt wird. Den Jahresabschluss 2019 bildet nach einjähriger Abwesenheit erneut der Bahrain International Circuit. Am 14. Dezember gastiert die WEC dort für das erste 8-Stunden-Rennen in ihrer Geschichte.

Mit Ende der der Weihnachtsferien geht es am 1. Februar 2020 nach Südamerika. Seit 2014 war die Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht mehr in Brasilien präsent. Doch mit den 6 Stunden von Sao Paulo gibt es 2020 endlich das Comeback. Im März folgen die 1000 Meilen von Sebring, sowie die 6 Stunden von Spa im Mai, bevor Le Mans zum zweiten Mal Austragungsort für das Saisonfinale ist.

Mehr Spannung durch eine wichtige Regeländerung

Von vielen Fans langersehnt, tritt mit den 4 Stunden von Silverstone eine bedeutende Änderung in Kraft. In der neuen Wintersaison 2019/2020 wird es nicht mehr erlaubt sein Reifen zu wechseln und zeitgleich nachzutanken. Die Veranstalter schaffen durch diese Entscheidung eine wichtige Grundlage, die großen Einfluss auf die Strategien und Positionskämpfe haben wird. Jeder Teilnehmer muss künftig stärker auf die Planung der Stintlängen, der Reifenwahl sowie der Spritmenge achten. Eine kleine Anpassung im Regelwerk, die den Fans und Teams zusätzliche Spannung bescheren wird.

Abschied von der LMP1 und Zuwachs in der LMGTE-Pro

Der Jahreswechsel läutet das Ende der LMP1-Ära ein. Seit 2010 prägten die Le Mans Prototypen die 24 Stunden von Le Mans und auch die damals neugeschaffene WEC als Spitzenklasse. Nach zehn Jahren folgt nun der Wechsel hin zu den Hypercars. Die Prototypen verlassen den experimentellen Bereich und nähern sich mehr der Serienproduktion an. Diese neuen Boliden werden ab der Saison 2020/2021 das WEC-Feld anführen. Ob dies weiter unter dem Banner der „LMP1-Klasse“ geschieht oder ob uns eine völlig neue Klassenstruktur erwartet ist hingegen noch völlig offen.

Corvette Racing könnte 2019 werkseitig in die LMGTE-Pro Klasse einsteigen
Corvette Racing könnte 2019 werkseitig in die LMGTE-Pro Klasse einsteigen.

Für Toyota wird es das letzte Jahr mit dem TS050 Hybrid. Als einziger verbliebener Hersteller werden die Japaner alles daran setzen, erneut in Le Mans zu dominieren. Doch auch für die Privateers dürfte es der letzte reale Versuch sein, einen Gesamtsieg beim berühmten 24-Stunden-Rennen einzufahren. Denn 2020/2021 werden neue Werksteams (vermutlich Ferrari, Aston Martin und McLaren) in der Spitzenklasse antreten. 

In der LMGTE-Pro stehen die Chancen gut, dass ein weiteres Werksteam bereits im kommenden Jahr hinzustoßen wird. Erst im November debütierte Corvette Racing in China und wagte einen WEC-Probelauf außerhalb von Le Mans. Nach dem guten Resultat deutet vieles darauf hin, dass Aston Martin, BMW, Ferrari, Ford und Porsche sich auf einen neuen Konkurrenten freuen dürfen. Ob für eine volle Saison oder nur für ausgewählte Gaststarts ist aber ungewiss.


Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)