Ungewisse Zukunft für die LMGTE-Pro?

Eingetragen bei: Analyse, LMGTE, LMGTE-Pro, Startseite, Teams | 0

In Kürze kehrt die FIA WEC mit den 1000 Meilen von Sebring aus der Winterpause zurück. Passend dazu nehmen die Gerüchte immer stärker an Fahrt auf, was die Zukunft der LMGTE-Pro betrifft. Wir haben die aktuellen Informationen für Euch eingeordnet.

Ford wird die LMGTE-Pro nach Le Mans verlassen

Nach dem überraschenden Ausstieg von Porsche aus der LMP1 und dem vorzeitigen Ende des geplanten Regelupdates, sahen sich ACO und FIA gezwungen eine neue Lösung zu suchen. Als Resultat präsentierten die Verantwortlichen eine Hypercar-Kategorie, welche künftig die LMP1 als Spitzenklasse ablösen wird.

Doch diese Maßnahme könnte der LMGTE-Pro eine ungewisse Zukunft bereiten. Die höchste GT-Klasse befindet sich derzeit in einer „goldenen Ära“. Ganze fünf Automobilhersteller – Aston Martin, Ferrari, BMW, Ford und Porsche – kämpfen um den WM-Titel. Hinzu kommt das Corvette-Team, welches insgesamt drei mal in der Super Season am Start ist und das Feld zusätzlich bereichert.

Im Hinblick auf die Hypercars gibt es jedoch eine große Schnittmenge und nicht alle Hersteller werden bereit sein, zwei Werkprogramme zeitgleich zu finanzieren. Dies würde das Ende einer der größten Erfolgsgeschichte der FIA WEC bedeuten.

Der Ausstieg von Ford

Ein Kandidat, welcher vermutlich die LMGTE-Pro verlassen wird, ist Ford. Mit der Bekanntgabe einer Rückkehr nach Le Mans 2016 versprachen die Amerikaner, zwei volle Jahre der WEC treu zu bleiben. Nach dem Überraschungssieg verlängerte man das Engagement probt um weitere zwei Jahre. Doch in unseren Augen wird mit dem Finale in Le Mans 2019 auch der WEC-Werkseinsatz von Ford enden.

Vermutlich werden wir den Ford GT aber weiterhin an der Sarthe sehen. Ein Anzeichen ist der Privateinsatz des US-Fahrers und Teambesitzers Ben Keating, welcher erst kürzlich ein Modell erwarb. Im Juni 2019 setzt er dieses in der LMGTE-Am ein. Das überrascht, da Ford in den vergangenen Jahren ausdrücklich verneinte, das eigene Modell an Privatmannschaften verkaufen zu wollen.

Verlässt auch BMW die LMGTE-Pro nach Le Mans?
Ist BMW auch 2019/2020 teil der WEC oder legt das Team eine Pause ein?

Ein Fragezeichen hinter BMW

Ebenfalls nicht in Stein gemeißelt ist die Zukunft von BMW. Mit Beginn der Super Season kehrte der deutsche Hersteller nach Le Mans zurück und gab sein Debüt in der FIA WEC. Doch ähnlich wie bei Ford plante man zunächst nur ein Budget von zwei Jahren ein. Mit der kurzfristigen Entscheidung von ACO und FIA eine verlängerte Saison zu bestreiten erwischte man den Neueinsteiger eiskalt.

Als Konsequenz wird BMW nach dem Finale in Le Mans die Beteiligung neu verhandeln müssen, da die eingeplanten Gelder aufgebraucht sind. Ob es direkt in der Saison 2019/2020 weitergeht, oder ob BMW ein Jahr Pause einlegt und erst 2020/2021 mit an Bord ist, wird sich erst nach den Rennergebnissen in Sebring und Le Mans zeigen.

GTE vs. Hypercar

Aston Martin, Ferrari und Porsche haben auf längere Zeit versichert, der WEC die Treue halten zu wollen. Jedoch würde eine Reduzierung des Starterfeldes von zehn auf sechs Fahrzeuge nicht dabei helfen, Corvette für eine volle Saison zu gewinnen. Die Teilnahmen in Le Mans, Sebring und zuletzt in China zeigen, dass ein potenzielles Interesse beim Hersteller da ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ohne Ford und BMW erscheint ein Werkseinstieg aber immer unwahrscheinlicher.

Das endgültige Aus könnte jedoch die neue Hypercar-Klasse bringen. Sowohl Aston Martin, als auch Ferrari sind Teil des Planungskomitees und gestalten das Regelwerk aktiv mit. Von beiden Herstellern gibt es deutliche Informationen, dass man eine mögliche Teilnahme an der neuen Kategorie anvisiert. Sollte das tatsächlich zutreffen, könnten wir uns auch mit dem Jahr 2021 von diesen beiden Herstellern aus der LMGTE-Pro verabschieden.


Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / TonKerdijk)