Künftig werden nur noch Privatteams in der GT-Klasse antreten

Oft wurde die Zukunft der LMGTE diskutiert und viele Gerüchte schwebten im Raum. Jetzt gibt es erstmals genauere Informationen zur Zukunft der beiden GTE-Kategorien.

Spätestens mit Einführung der neuen Hypercar-Klasse war für viele klar, dass die LMGTE in Ihrer jetzigen Form keine Zukunft hat. Deutlich gemacht hatte das in den vergangenen Monaten die amerikanische Schwester-Serie der IMSA. Die Boliden in der GTLM (für Fahrzeuge nach GTE-Reglement) werden durch Wagen auf GT3-Basis ersetzt.

Auch im direkten ACO-Umfeld konnte man zuletzt den Einzug von GT3-Wagen beobachten. So bevorzugte man bei der Neugründung der Asien Le Mans Series (ALMS) eine eigene GT3-Basierte „GT-Klasse“ anstatt einer GTE-Kategorie. Das gleiche Muster folgte vor wenigen Jahren bei der Schaffung des „Michelin Le Mans Cup“. Diese fährt als Vorserie im Rahmen der ELMS (European Le Mans Series) ebenfalls mit GT-Wagen. 

Nach den positiven ersten Schritten in den kleinsten Serien folgt nun die Anpassung auf der ganz großen Motorsport-Bühne. Der Umbau umfasst die FIA WEC sowie die 24h Le Mans und sieht einen Fahrplan bis 2024 vor.

Eine mehrstufige Abschiedstour für die LMGTE

Mit Beginn der Saison 2022 werden wir letztmals die beiden bekannten Klassen LMGTE-Pro und LMGTE-Am im WEC-Umfeld zu Gesicht bekommen. Die Pro-Kategorie wird mit Ende der Saison 2022 verschwinden, da die verbliebenen Teams Ferrari und Porsche zur LMH-Klasse wechseln.

Der Abschied von den Pro-Fahrzeugen bedeutet zugleich eine dauerhafte Abkehr vom Werkssport in der künftigen GT-Ausrichtung des ACO. Wagen von diesem Typ werden zukünftig allein dem Amateursport vorbehalten bleiben. Diese haben 2023 in der als LMGTE-Klasse bezeichneten Kategorie (bestehend aus der verbliebenen LMGTE-Am) einen allerletzten Auftritt. Mit dem Jahr 2023 endet auch die lange Geschichte der GTE-Fahrzeuge in der WEC (und so vermutlich auch in der ELMS).

Das neues Konzept für den GT-Sport

Ab 2024 beginnt schließlich ein neues Zeitalter für den GT-Sport. Die bisherige GTE-Weltmeisterschaft im Rahmen der FIA WEC wechselt den Fahrzeugtyp und setzt künftig auf Fahrzeuge nach dem GT3-Standard. Grundlage hierfür ist ein zusätzlicher Vertrag zwischen dem ACO und der IMSA. Dieser sieht (ähnlich wie bei den Hypercars) ein gemeinsames, international gültiges Regelwerk vor. So können auch erstmals Teams, die sonst bei den 24 Stunden vom Nürburgring starten, in Daytona oder Le Mans teilnehmen.

Werksmannschaften und Profi-Rennfahrer bleiben jedoch im neuen Modell außen vor. Die künftige GT-Klasse der WEC setzt auf ein Konzept ohne Sub-Kategorien wie Pro, Am oder gar Pro/Am. In der LMGT legt sich der Fokus rein auf Amateure. Der bisherige Klassen-Titel dürfte künftig als GT-WM weiterlaufen und so zusätzliche Teilnehmer motivieren, sich für die ganze WEC-Saison einzuschreiben.

Quelle: motorsport.com


Tobias

Tobias ist Chefredakteur und einer der Gründer von WEC-Magazin.