Silverstone: Auswertung der GT-Pro

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Die Saisoneröffnung am vergangenen Sonntag darf man wohl zu den spannendsten der noch jungen WEC-Geschichte zählen. Während sich in der LMP1-Klasse Audi, Porsche und Toyota einen erbitterten Kampf über 6 Stunden lieferten, konnte man in der GTE-Pro Klasse ebenfalls Duelle der Spitzenklasse erleben.

Es war der erste Lauf der Saison und das Aston Martin Racing Team ging nach dem erfolgreichen Qualifying von den ersten drei Startplätze ins Rennen. Gleich nach dem Startschuss konnte das Fahrzeug mit der Startnummer 95 (Thiim, Nygaard, Sorensen) die Führung sichern und gefolgt von der #97 (Mücke, Turner) und #99 (Rees, MacDowall, Stanaway) in das Rennen starten. Zunächst sah alles danach aus, als könnten die Briten bei ihrem Heimrennen das Publikum beeindrucken und einen Start-Ziel-Sieg mit allen drei Podestplätzen einfahren. Doch nach 40 Minuten der Dominanz begann das Material des Aston Martin #99 nachzugeben. Während der Porsche #92 zu Beginn noch hinter den britischen Fahrzeugen hängen blieb, so witterte man nun die Chance und fuhr voll auf Angriff.

Nach einigen Runden klappte es endlich und der Porsche zog am Aston Martin vorbei. Die beiden Fahrzeuge von AF Corse hingegen, hielten sich zunächst noch im Hintergrund und griffen nicht aktiv ins Geschehen ein. Im Training zeigte sich der amtierende Meister geschwächt und konnte nicht sein volles Potential ausspielen. Im darauffolgenden Qualifying lief es ebenfalls alles andere als rosig und man musste sich mit Startplatz fünf als bestmögliches Ergebnis zufrieden geben. Nach diesem ersten Vorgeschmack waren die Erwartungen an das Ferrari-Werksteam nicht besonders hoch. Doch nachdem der Porsche die Aston-Martin Mauer gebrochen hatte, nutzten die beiden Ferrari die Gelegenheit und überholten die #99 ebenfalls.
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In den folgenden Stunden schien das Aston Martin Team wie verändert. Nach den guten letzten Tagen und einem vielversprechenden Start, verlor man nach den beiden Full-Course-Yellow Phasen und ein paar unglücklichen Boxenstopps zusehends an Boden. Nach mehreren zähen Kämpfen musste neben der #97 auch die #95 ihre Position abgeben. Kurz vor der Halbzeit kam es schließlich zur großen Überraschung. Durch eine klug angepasste Rennstrategie und die Zurückhaltung in der Anfangsphase, konnte Davide Rigon in der #71 die Führung übernehmen. Die folgenden Stunden hielt sich der 458 Italia an der Spitze, bekam jedoch schnell Konkurrenz. Die Teamkollegen mit der #51 setzten sich hinter dem Schwesterfahrzeug fest.

Über die nächste Zeit des Rennens, hielt der Ferrari-Junior das Meisterfahrzeug auf Distanz und zeigte eindrucksvoll, was er auf dem Kasten hat. Doch der Kampf um die Spitzenposition hatte seinen Preis. Die Reifen und das Benzin wahren zu schnell aufgebraucht, weshalb die #71 früher an die Box musste. Zum Pech für Rigon hatte der Porsche #91 Zeit gut gemacht und kam Zeitgleich mit ihm an die Box. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit behoben die Porsche-Mechaniker alle Schäden und führten den Reifenwechsel durch. Die #91 wurde knapp vor der #71 fertig und übernahm die zweite Position im GT-Pro Feld.
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In der Schlussphase der 6 Stunden von Silverstone setzte nun James Calado in der #71 alles daran die verlorenen Positionen wieder gut zu machen und lieferte sich einen engen Kampf mit dem Manthey Porsche. Die drei Aston Martin hingegen taten sich schwer, nach dem Führungsverlust am Ende des ersten Drittels, wieder nach vorne zu kommen. Zwar gaben sie ihr bestes, wurden jedoch immer wieder durch die Porsche #91 / #92  bzw. den Ferrari #71 am vorbei kommen gehindert. Kurz vor Schluss gab der Ferrari-Pilot noch einmal alles und fuhr zurück auf den zweiten Platz. Das Duo Bruni/Vilander konnte dank der Kämpfe auf den hinteren Positionen an Vorsprung gewinnen und so den ersten Platz sichern.

Am Anfang des Wochenendes hätte keiner solch eine Wendung erwartet. Ferrari hat gezeigt, dass man auch im letzten Jahr des alten GT-Reglements noch einmal alles geben wird um den Meistertitel nach Italien zu holen. Doch auch das Aston Martin Team überraschte zum Saisonauftakt. Während man es vergangenes Jahr noch schwer hatte mit zu halten, so konnte man dieses mal schon besser gegensteuern. Jedoch gibt es bei den Briten noch einiges zu tun um die beiden Ferrari besiegen zu können. Ähnlich sieht es bei Porsche aus. Man liegt zwar stabil in der Mitte der Klasse, muss jedoch aufpassen diesen leichten Performance-Vorteil nicht zu verlieren.

Bilder: WEC-Magazin (Walter Schruff / James Clarke)