Ricardo González über das WEC-Debüt in Mexiko

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DSC_7471Am 3. September startet die WEC erstmals in Mexiko. Es ist ein neues Rennen und ein neues Land, das Teil der Langstrecken-Weltmeisterschaft wird. Doch was wissen wir wirklich über den Neuzugang im Kalender? Wir haben mit Promoter und Rennfahrer Ricardo González über das bevorstehende Rennen gesprochen.

Nach der Absage der 6 Stunden von Sao Paulo entstand eine Lücke auf der WEC-Weltkarte. Währen Europa, Asien und Nordamerika mindestens einen Lauf im Kalender haben, gehen die Lateinamerikanischen Länder zukünftig leer aus. Diesem Problem war sich auch Ricardo González bewusst und sah den Ausfall von Brasilien als Chance, die Langstrecken-Szene in seiner Heimat zu etablieren.

Ricardo González zeichnet sich nicht nur für das erste mexikanische WEC-Team verantwortlich, sondern auch für die Premiere der Weltmeisterschaft im eigenen Land.

„Die Gespräche mit Gerard Neveau begann bereits im letzten Jahr bei den 6 Stunden von Spa“, erzählt der Mexikaner WEC-Magazin. „Wir waren uns beide schnell einig, dass wir Mittel- und Südamerika nicht aus den Augen verlieren dürfen. Kurz darauf begannen wir mit einer groben Planung und ich wurde zunächst Co-Promoter des Projektes.“ Im Verlaufe des letzten Jahres nahm der Rennfahrer jedoch eine immer zentralere Position ein und fand sich schnell in der Rolle des Chef-Promoters wieder.

Oberstes Planungsziel war für ihn die Schaffung einer Basis, um eine neue Generation an Fans für den Motorsport zu begeistern. Das letzte Rennen in Mexiko fand im Jahr 1992 statt und ist nur noch den älteren gegenwärtig. Durch die lange Abwesenheit gingen die jungen Menschen verloren und hatten keine Chance den Motorsport für sich zu entdecken.

Nach einer langen Planungsphase steht der 38-Jährige kurz vor dem Ziel, die WEC in seine Heimat zu bringen.

Doch die Mexikaner sind von der Mentalität ähnlich wie die brasilianischen Fans und wollen wieder Autorennen in ihrer Heimat, verriet Ricardo González: „Die Menschen hier sind laut, bunt und treu. Wenn du ihnen eine Plattform bietest, nehmen sie diese dankend an und binden sich an sie. Die WEC ist perfekt, um der Jugend diese Basis zu bieten.“

Mit der Rückkehr der Formel 1 im vergangenen Jahr wurde ein Stein ins Rollen gebracht. Doch für die Einwohner sind die Ticketpreise nach wie vor zu teuer und nur ein kleiner Teil kann sich diese leisten. „Wenn ich die WEC nach Mexiko bringe war meine Bedingung, dass jeder dieses Rennen verfolgen kann“, macht der 38-Jährige klar. „Mit den richtigen Partnern konnten wir dieses Ziel schließlich erreichen und die Eintrittspreise sogar noch unter dem Serien-Durchschnitt ansiedeln. Kinder, die kleiner sind als 1,20 Meter, können zudem an allen Tagen kostenfrei an die Strecke und auf die Tribünen.“

Mit dem Autódromo Hermanns Rodríguez könnte der Nürburgring in Sachen Zuschauerrekord Konkurrenz bekommen, denn auch González rechnen mit 60.000 Fans an der Strecke.

Ricardo González ist zufrieden mit der Planung und schaut optimistisch auf das kommende Event: „Beim ersten Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez rechnen wir mit rund 60.000 Zuschauern. Geöffnet sind alle permanenten Tribünen an der Strecke. Im Fahrerlager und den öffentlichen Bereichen gibt es zudem drei Fanzones, wo die Menschen die Serie kennenlernen können. Es gibt einen Go-Kart-Kurs und DJs werden an allen drei Tagen für Live-Musik sorgen.“

Das die 6 Stunden von Mexiko ein Erfolg werden, scheint für die Organisatoren und die WEC-Führung bereits festzustehen. Aus diesem Grund wurde der Vertrag anders anfänglich beim Nürburgring nicht für ein Jahr, sondern gleich für drei Jahre geschlossen. Ob es eine Zukunft darüber hinaus gibt, ist einzig und allein von den Fans vor Ort abhängig. Der Grundstein für eine Etablierung von Mexiko im Kalender ist aber gelegt.

Interview: WEC-Magazin
Bilder: WEC-Magazin