Rad-an-Rad-Kämpfe in Silverstone

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Auch wenn die Porsche-Mannschaft in Großbritannien keinen Sieg einfahren konnte, reisen die Stuttgarter dennoch mit einem Lächeln zurück. Das Team trat mit dem speziellen Le-Mans-Aerodynamikpaket an, welches auf dem britischen Formel-1-Kurs klar im Nachteil war und verpassten den ersten Platz nur denkbar knapp.

„Im Qualifying konnten wir aufgrund unserer konsequenten Entscheidung für das Low-Downforce-Aerodynamikpaket erwartungsgemäß nicht mithalten. Darum ist die Freude über die Plätze zwei und drei mit einem so minimalen Rückstand auf den Gewinner umso größer“, so Fritz Enzinger (Porsche LMP1-Leiter) nach dem Rennen.

Unter den Umständen des speziellen Aerodynamikpaketes von Porsche, konnten Buemi, Davidson und Nakajima in ihrem Toyota TS050 das Rennen dominieren. Das erfahrenste Trio der japanischen Mannschaft sicherte sich den Sieg mit einem Vorsprung von sechs Sekunden. Ohne das Safety-Car, welches durch den heftigen Unfall ihres Teamkollegen José María Lopez auf die Strecke geschickt wurde, wäre der Sieg noch markanter gewesen.

Die Kommentare aus der Toyota-Box lassen vermuten, dass die Japaner tatsächlich etwas erstaunt über die Leistung des Porsche 919 Hybrid waren. „Das Rennen war um einiges schwieriger als wir gedacht haben“, sagte Rennsieger Kazuki Nakajima nach seinem Triumph. „Wir hatten etwas Pech mit dem Safety-Car und hatten Schwierigkeiten mit dem Regen. Ich war sehr zufrieden mit dem Auto doch Porsche hat es uns nicht gerade leichtgemacht.“

Wie bei allen Langstreckenrennen liegt die Geschwindigkeit eines Autos und seiner Fahrer in der durchschnittlichen Rundenzeit eines Stints. Die ist der Punkt wo Porsche in Spa-Francorchamps sowie in Le Mans einen Vorteil haben könnte. Die schnellste Runde des Rennens, wurde von Toyota-Pilot Mike Conway aufgestellt  und war lediglich eine Sekunde schneller als die schnellste Porsche-Zeit. Im Durchschnitt waren die Porsche-Piloten jedoch nur eine halbe Sekunde langsamer als die Rennsieger.

Was bedeutet das für Le Mans? In Bezug auf die Strecke in Silverstone, nicht viel. Der zweite Saisonlauf in Spa-Francorchamps wird uns ein genaueres Bild für das anstehende 24-Stunden-Rennen in Le Mans geben. Allerdings werden die LMP1-Hersteller auch in Belgien versuchen, ihre Karten nicht komplett aufzudecken. Toyota wird in Spa nicht nur mit dem angepassten Aerodynamikpaket starten, sondern auch mit einem dritten Fahrzeug, welches durch Stéphane Sarrazin, Nicolas Lapierre und Yuji Kunimoto pilotiert wird.

Bilder: WEC-Magazin