Nürburgring: Als Senna Sportwagen fuhr

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Kommenden Monat kehren die internationalen Sportwagen-Prototypen zurück nach Deutschland. Es wird das erste mal in der Geschichte der FIA WEC sein, dass die Rennserie in Deutschland gastiert und das erste mal seit 2009, das LMP1-Autos auf dem Nürburgring antreten. Wir wollen einen Blick zurück werfen, als das ersten Langstreckenrennen vor 31 Jahren auf diesem Kurs stattfand.
Senna-Nurburgring
Wir schreiben das Jahr 1984 und zum ersten Mal wurde ein Nürburgring-Rennen nicht auf der berühmt berüchtigten Nordschleife ausgetragen. Ein neues 4,5 Kilometer langes Layout war in diesem Jahr der Austragungsort der 1000km vom Nürburgring. Es war das erste große Motorsportevent, welches auf dem neuen „GP-Kurs“ ausgetragen werden sollte.

Nach dem Monaco GP des Jahres 1984 wurden zwei neue Motorsport-Stars geboren. Stefan Bellof, welcher auf dem Straßenkurs in seinem Tyrell den dritten Platz einfahren konnte und Ayrton Senna, welcher in seinem ebenfalls unterlegenen Toleman hinter seinem zukünftigen Rivalen Alain Prost auf Platz zwei landete. Im Gegensatz zu Porsche-Werksfahrer Stefan Bellof, war Senna im Langstreckensport noch nicht aktiv. Nach seiner beeindruckenden Leistung beim Monaco GP, bekam er jedoch die Chance im Le-Mans-Sieger Porsche 956 neben Stefan Johansson und Le-Mans-Legende Henri Pescarolo zu fahren.

Senna nahm das Angebot an und trotz seiner geringen Erfahrung im Sportwagen, war er schneller als sein Teamkollege, der viermalige Le-Mans-Sieger Pescarolo. Senna fuhr die siebtschnellste Zeit in der Qualifikation, zusammen mit den Zeiten seiner Teamkollegen sicherte sich der Porsche 956 die neunte Startposition.

Nach einem starken Start, hatte das Team mit Kupplungsproblemen zu kämpfen. Nach 15 Minuten Reparateurs-Zeit in der Garage konnte die Mannschaft das Fahrzeug wieder auf die Strecke schicken. Trotz einer fantastischen Aufholjagt des Trios, lief die Zeit gegen die Piloten. Die Teamkollegen Derek Bell und Stefan Bellhof holten den Sieg des 1000km Rennens. Die Truppe um Senna schaffte es 10 Runden hinter dem Führungsfahrzeug auf Platz acht.
Derek-Bell-Stefan-Bellof
Trotz der Startposition aus den unteren Top 10, hätte es das Team ohne 15 Minütige Boxengassenzeit schaffen können in der selben Runde wie die erstplatzierten das Rennen zu beenden.

Nach dem Rennen zeigte sich Teamchef Joest beeindruckt von Ayrton Senna. „Er war schnell unterwegs. Während des Rennens verbrachte er gut vier Stunden im Gespräch mit uns und gab uns Anregungen um das Auto schneller zu machen. Senna wollte alles über den Porsche 956 erfahren. Er arbeitete in einer sehr professionellen Art und Weise mit uns zusammen.“

Nach seinem Abstecher in den Langstrecken-Sport, fuhr Senna mit seiner Formel-Eins-Karriere fort. Er gewann drei Weltmeisterschaften, fuhr 41 Siege, 80 Podestplätze, 65 Pole-Positions und 19 schnellste Runden ein. Und das Team Joest? Sie fuhren mit ihrem Sportwagen-Programm fort und gewannen mit Porsche und Audi mehrfach in Le Mans und zählen zu den erfolgreichsten Teams in der Geschichte des Sports.

Quelle – Senna: All His Races – Tony Dodgins

Bild 1 – Motorsport Retro (LAT Photographic)
Bild 2 – WEC-Magazin (James Clarke)