Nissan weiterhin vom Pech verfolgt

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Nissan GT-R LM Nismo
Das Glück scheint dem Neueinsteiger Nissan weiterhin fern zu bleiben. Seit dem ersten Test des neuen Fahrzeugs im November, blieben die erhofften Erfolgsmeldungen aus. Stattdessen verkündet man regelmäßig negatives Feedback über den Zustand des GT-R LM Nismo. Kurz vor dem Beginn der 24 Stunden von Le Mans gibt es mal wieder Grund zur Sorge um den neuen Prototypen.

Mit einem radikalen Ansatz sollte es der ganz große Wurf werden. Doch statt wie geplant an der Tabellenspitze zu stehen, bang man noch immer vor dem ersten Saisonstart. Seit dem Testlauf in Sebring Anfang 2015 hatte das Team mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen. Das außergewöhnliche Frontmotor-Konzept war nicht so stabil wie gedacht und es zeigten sich starke Vibrationen auf der Strecke. Wenig später fiel der GT-R LM dann bei der FIA-Abnahme durch, da er die Crash-Tests nicht bestanden hatte. Die offenen Arbeiten am neuen LMP1-Wagen häuften sich und das Team gab bekannt, erst ab Le Mans teilnehmen zu können. Während im zweiten Durchlauf alle Sicherheitsvorgaben eingehalten werden konnten, so trat im Anschluss jedoch ein weiteres Problem auf. Diesmal machte die Hybrideinheit und der geplanten Allrad-Antrieb den Ingenieuren schwer zu schaffen.

Acht Wochen vor dem großen WEC-Debüt der Japaner scheint der Pech-Strom nicht abzureißen. Da die Probleme mit dem Hybridantrieb nicht in dieser kurzen Zeit behoben werden können, wird man voraussichtlich nur mit einer abgespeckten Variante antreten. Dies hat zur Folge, dass kein leistungsstarker Elektromotor am Heck vorhanden sein wird, welcher einen Allrad-Antrieb gewährleistet. Stattdessen wird man sich auf den Frontantrieb konzentrieren und in einer kleineren MJ-Klasse antreten. Welche genau wurde jedoch noch nicht kommuniziert.

Für das Team stand in den vergangenen Tagen nun der letzte große Test vor der finalen Homologation durch die FIA auf dem Programm. In Kentucky sollten sich die Fahrer eigentlich auf den veränderten GT-R LM mit Frontantrieb gewöhnen und letzte Fehler finden. Doch das Wetter war Nissan nicht wohl gesonnen und die Strecke versank im Dauerregen. Dennoch schaffte es die Mannschaft in den vier Tagen 2.000 km abzuspulen. Auch wenn diese Zahl viel klingen mag, so scheint hier eines der großen Probleme für Nissan zu liegen, da man der Konkurrenz um einiges Hinterherhinkt. Seit November haben die Japaner insgesamt nur 5.800 km mit dem neuen Prototypen zurück gelegt. Wenn man bedenkt das Audi, Porsche und Toyota in vier Tagen jeweils zwischen 5.900 und 6.500 km gefahren sind, wirkt die Zahl von Nissan nach sechs Monaten nicht gerade überzeugend.

Viel Zeit bleibt Nissan nicht mehr um den Wagen fertig zu bekommen. Wenn das Team wirklich in Le Mans an den Start gehen will, muss man die finale Homologation einen Monat vor dem Rennstart bestanden haben. Da die 24 Stunden von Le Mans beginnen aber schon mit den offiziellen Testtagen am 31. Mai. Das heißt für Nissan, dass ihnen nur noch zum 30. April Zeit für die Entwicklung bleibt.

Quelle: Speedweek
Bildquelle: Nissan-Motorsport