Neustart bei SARD-Morand

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Selten hat es solch eine Hektik bei einer LMP2-Mannschaft gegeben wie beim Neueinsteiger SARD-Morand. Anfang des Jahres konnte man es kaum erwarten in der WEC teilzunehmen und machte in kurzer Zeit eine Vielzahl von Ankündigungen. Doch vor dem Rennen in Silverstone geriet alles ins stocken. Was folgte war fast das eigene Ende. Jetzt soll ein Neuanfang alles vergessen machen.

Vergangenes Jahr gaben das ELMS-Team NewBlood by Morand Racing und die Super GT Mannschaft SARD bekannt, jeweils mit einem eigenen Fahrzeug in die WEC einsteigen zu wollen. Nach dem es nach zum Saisonende 2014 ruhig um die beiden Projekte geworden war, folgte zum Jahreswechsel die Bekanntgabe der Kooperation. Künftig wollten beide Mannschaften unter dem Namen SARD-Morand mit zwei Wagen in der LMP2-Klasse antreten. Ein Hauptgrund für den Zusammenschluss waren die nicht unerheblichen Kosten, welche eine Weltmeisterschaft mit sich bringt und die man wohl etwas unterschätzt hatte.

Wenig später folgte die Bekanntgabe, dass man unter dem Titel „Race to 24“ eine Casting-Show für Rennfahrer veranstalten wird. Der Gewinner wird für SARD-Morand bei den 24 Stunden von Le Mans 2015 teilnehmen. Keine vier Wochen später machte die Japanisch-Schweizer-Mannschaft ihre nächste Ankündigung und sorgte für aufsehen. Zusammen mit dem Software-Unternehmen Kairos Technologies als Partner will man künftig in der LMP2-Kategorie antreten. Nach dem das Team gerade einmal vier Monate alt ist, macht man in diesem Zuge schon den übernächsten Schritt und plant die Saison 2017 mit einem LMP1-Einstieg.

Doch beim Prolog in Paul Ricard kam es dann zum ersten Rückschlag. Auch wenn die Testfahrten zunächst vielversprechend aussahen, musste man Probleme bei der geplanten Casting-Show eingestehen. Anstatt pünktlich zu den Testtagen die erste der zwölf Folgen auszustrahlen, verschob man die Premiere auf Silverstone mit nur noch neun Episoden Laufzeit. Der neue Partner Kairos Technologies wollte ebenfalls ein Stimmrecht bei der Fahrerwahl und man verschob daher die Premiere um die Differenzen zu klären.

Zum Saisonstart der WEC folgte dann der große Hammer. Nur wenige Tage vor dem ersten Saisonrennen gab man ohne weitere Stellungnahme bekannt, dass man nicht antreten werde. Die Gerüchteküche brodelte daraufhin und oft viel die Aussage, dass es Probleme mit dem neuen Partner gebe. Heute macht die Mannschaft reinen Tisch und bestätigt diese Gerüchte. Demnach war die Firma Kairos Technologies mehr als nur ein Hauptsponsor im neuen Team gewesen. Das Softwareunternehmen war bei der Firma „Team Morand SA“ eingestiegen und hatte Anteile erworben. Wie es scheint, hatten beide Seiten jedoch unterschiedliche Absichten und die Firma aus der Ukraine kämpfte nun um eine Gleichberechtigung bei Entscheidungen innerhalb SARD-Morands.

Doch heute gaben beide Seiten bekannt, dass man künftig getrennte Wege gehen wird und Kairos Technologies kein Partner und Teilhaber von SARD-Morand mehr ist. Durch diesen Verlust ist das Team aber nicht mehr in der Lage mit beiden Fahrzeugen an der WEC teilzunehmen, da die Kosten doch höher sind als erwartet. Ab Spa wird man nur noch mit der Startnummer #43 (Pierre Ragues, Oliver Webb, Zoel Amberg) antreten. Ob die drei anderen Fahrer von SARD-Morand nochmal zum Einsatz kommen oder ob diese nun Arbeitslos sind ist bis jetzt noch unklar. Um das weitere Überleben der Mannschaft zu sichern wird jedoch die Casting-Show „Race to 24“ ersatzlos gestrichen und keiner der Teilnehmer bekommt die Chance auf ein Le Mans Cockpit beim Team. Es ist fraglich wie es mit SARD-Morand weitergeht. Die finanzielle Situation deutet momentan aber darauf hin, dass eine Teilnahme bis zum Saisonende nicht mehr garantiert ist.

Quelle: SARD-Morand Pressemeldung
Bildquelle: Team SARD-Morand (Facebook)