Neue Vorgaben zur Kosteneinsparung ab 2016

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Kürzlich segnete die FIA das neue Regelwerk für die Saison 2016 ab. Nachdem man sich erst noch bedeckt hielt, wurden jetzt erste Details bekannt. Ein großer Punkt im neuen Regelwerk ist die Vorbeugung einer Kostenexplosion. Gemeinsam mit den LMP1-Werksteams haben die Veranstalter Vorgaben zur Realisierung erarbeitet, welche 2016 in kraft treten werden.

Traditionell gingen die LMP1-Teams immer mit zwei Aerodynamik-Paketen in eine neue Saison. Das erste Packet war für die Saisonrennen bestimmt, während das zweite nur in Le Mans zum Einsatz kam. In den vergangenen Jahren hielten sich alle Teams an diese Übereinkunft, ohne das diese schriftlich niedergeschrieben war. Doch in diesem Jahr brach Porsche mit der Tradition und verwendet insgesamt vier verschiedene Aerodynamik-Pakete. Dieses Vorgehen zwang den Hauptkonkurrenten Audi, nach Le Mans ebenfalls zusätzliches Geld in die Entwicklung zu stecken.

Immer wenn eine Mannschaft oder einer der Veranstalter beginnt die Spielregeln zu ändern, zieht das unweigerlich eine Kostenspirale nach sich, was im schlimmsten Fall zum Ende einer Serie führen kann. Auch die WEC-Veranstalter beobachteten die aktuelle Entwicklung mit einem kritischen Auge. Um den Verlust von Teams und eine Schädigung der WEC frühzeitig abzuwenden, setzte man sich an einen Tisch mit den vier LMP1-Werksteams und erarbeitete ein gemeinsames Vorgehen für die neue Saison.

Herausgekommen ist eine radikale, aber notwendige Vorgabe zur Kosteneinspaarung. Die neue Regelung schreibt vor, dass die LMP1-Werksteams ab dem kommenden Jahr nur noch Drei Aerosdynamik-Pakete verwenden dürfen. Ein Paket beinhaltet Änderungen an großflächigen Außenteilen, der Motorabdeckung und der Radaufhängung. Die Vorgabe ist jedoch so gestaltet, dass die Teams in ihrer Entscheidungsfreiheit nicht eingeschränkt sind und kleinere Optimierungen sowie Streckenanpassung vornehmen können.

Neben der neuen Begrenzung der Aerodynamik-Pakete, wird auch die Limitierung der Testtage ausgeweitet. Nach dem man in diesem Jahr eine Obergrenze von 50 Testtagen festsetzte, wird die Grenze mit der kommenden Saison auf 43 Tage sinken. Im Jahr 2017 wird eine weitere Reduzierung auf 40 Tage erfolgen. Neu hinzu kommt auch eine Nutzungsvorgabe für die Windtunnel. Für die Weiterentwicklung 2016 dürfen nur noch 1000 Stunden in den entsprechenden Anlagen verbracht werden. Mit Beginn der Saison 2017 soll der Wert dann auf 800 Stunden pro Jahr fallen.

Auch wenn jede neue Limitierung in der WEC ein mulmiges Gefühl mit sich bringt, so sind die hier eingebrachten Neuerungen doch sinnvoll, da man langfristig einer Kostenexplosion vorbeugen kann. Spannend wird die Frage, in wie weit sich diese Vorgaben auf die Performance bei Audi und Porsche auswirken und ob die beiden japanischen Mannschaften davon profitieren können.

Quelle: Autosport.com
Bild: WEC-Magazin (Walter Schruff)

  1. Gerald Saß

    Gut gemeinter Vorschlag, aber die Werksteams verfügen über gut sortierte Möglichkeiten des „Outsourcing“, so daß die Kosteneindämmung zwar dokumentierbar ist, aber in der Praxis umgangen wird.