Mehr Schein als Sein bei Nissan

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Die 24 Stunden von Le Mans nähern sich mit großen Schritten. Wenige Tage vor dem offiziellen Test lüftet Nissan endlich das große Geheimnis seines neues LMP1-Fahrzeug. Seit Februar machte der japanische Autobauer immer wieder mit großen PR-Events von sich reden und steigerte die Spannung. Entsprechend groß waren die Erwartungen, welchen man jedoch nicht gerecht werden konnte.

Mit viel Wirbel enthüllte man beim Super Bowl den Nissan GT-R LM Nismo. Das Fahrzeug sollte eine Revolution in der Langstrecken-Szene darstellen und mit seinem Frontmotor-Konzept die Konkurrenz alt aussehen lassen. Neben dem Äußeren beeindruckten auch die inneren Werte des neuen Wagens: 1250 PS, ein V6-Verbrennungsmotor für die Vorderachse und eine Hybridkomponente für die Hinterachse, welche zusammen den Vierradantrieb bilden. Doch in den verhältnismäßig wenigen Testfahrten traten immer mehr Probleme auf und brachten die Saison-Teilnahme in Gefahr. Nun scheint man mit einer Abspeckkur das neue Fahrzeug in den Griff bekommen zu haben um pünktlich in Le Mans teilnehmen zu können.

Der finale GT-R LM wird in der 2 MJ anstatt der 8 MJ Klasse starten. Grund für diese Kursänderung sind die anhaltenden Probleme mit dem Hybridantrieb. Das zugekaufte Elektro-Aggregat ist unzuverlässig und erfüllt nach wie vor die eigenen Anforderungen nicht. Um dieses Jahr überhaupt noch an der WEC teilnehmen zu können, hat das Team entschieden den Hybrid-Anteil auf das nötige Minimum zu reduzieren um überhaupt in der LMP1-Klasse starten zu dürfen. Auch wenn die Hybrid-Einheit Regelbedingt bei allen Rennen eingebaut sein muss, so wird diese jedoch nicht zum Einsatz kommen. Stattdessen will Nissan sich voll und ganz auf den 600 PS starken 3 Liter V6 Bi-Turbo Benzinmotor fokussieren und das bestmögliche aus ihm herausholen. Für Nissan ist diese Bekanntgabe nach all den großen Sprüchen ein großer Schritt zurück. Im Idealfall hätte man mit allen Komponenten 1600 PS auf die Strecke bringen können. Da man im ersten Jahr nichts überstürzen wollte, beschränkte man sich auf lediglich 1250 PS. Doch nun reicht es mit Mühe und Not nur für 600 PS.

Als Folge der Leistungsänderungen muss Nissan in diesem Jahr auch auf seinen Vierradantrieb verzichten und es steht nur der Frontantrieb durch den Benzinmotor zur Verfügung. Hinzu kommt noch, dass durch das fehlende Hybridsystems die geplanten 16 Zoll Räder an der Vorderachse zu klein sind um genügen Bremskraft zu erzeugen. Als Notlösung müssen ab Le Mans daher 18 Zoll Räder verwendet werden. Bei all den Problemen ist es überraschend, dass die Japaner überhaupt noch in Le Mans antreten. Doch all die Änderungen haben zur Folge, dass man bei Nissan wieder am Anfang der Lernkurve steht. Sollten wenigstens eines der drei Fahrzeuge die Ziellinie nach 24 Stunden erreichen, so wäre dies schon eine beachtliche Leistung.

Quelle: Speedweek
Bildquelle: Nissan-Europe Pressematerial