LM24: Stunde 13 bis 18 – Ein erstes Anzeichen von Müdigkeit

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Nach mehr als zwölf Stunden am Stück machten sich langsam aber sicher die ersten Anzeichen von Müdigkeit bei den Teams bemerkbar. Die Fahrer drosselten die Geschwindigkeit und fuhren eine Spur langsamer und auch die Mechaniker suchten sich eine ruhige Ecke für fünft Minuten Schlaf.

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Die 13. Stunde

Es ist ruhig geworden in Le Mans und alle beteiligten haben einen Gang zurück gefahren. Während die Crew den Moment zum verschnaufen nutzt, vermeiden die Fahrer unnötige Attacken um ihre eigenen Position zu sichern. Gut 15 Minuten nach Beginn der 13. Stunde kommt der JMW Ferrari zu einem Routinestopp rein, als sich dieser plötzlich entzündet. Nach dem man mit Mühe den Brand am Heck löschen konnte, mussten die Mechaniker das Fahrzeug für eine Inspektion in die Box schieben. Nach nur sieben Minuten waren alle Schäden behoben und der JMW Ferrari konnte sein Rennen wieder aufnehmen. Zur gleichen Zeit meldete der Fahrer des neuen SMP-Prototypen ein Problem am Wagen und kam zum Check rein.

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Die 14. Stunde

Bei Nissan häuften sich die Auffälligkeiten am Fahrzeug mit der #22 und man musste den Wagen erneut für eine größere Reparatur rein holen. Gleichzeitig mit dem Nissan kam auch der GT-Am Ferrari #61 von AF Corse an die Box, als sein Heck leichte Rauchzeichen von sich gab. Als nach gut 30 Minuten alle verbliebenen Teilnehmer wieder auf der Strecke waren, dauerte es nicht lange bis sich der Fahrer mit Problemen meldete. Der Wagen von Pegasus Racing stotterte und man musste zur Reparatur an die Box. In der LMP1-Klasse erwachte der Audi #9 aus seinem Halbschlaf und legte wieder einen Zahn zu. Das plötzlich höhere Tempo war dem Fahrzeug jedoch zu viel und es kam zu einem unglücklichen Bremsmanöver mit anschließender Berührung der Leitplanke. In der Box stellte man fest das es schlimmer aussah als es tatsächlich war und nach ein paar Streifen Panzer-Klebeband ging das Rennen weiter.

Gegen Ende der 14. Stunde machten bei Aston Martin reihenweise die Fahrzeuge schlapp. Nach dem die in Führung liegende #98 (GT-Am) mit kleineren Schäden an der Bremse zur Reparatur rein musste, dauerte es nicht lange bis der nächste folgte und auch die #99 zu einem ersten Bremswechsel anhalten musste. Etwa zeitgleich rutschte der Aston Martin #96 auf der Hunaudieres-Geraden aus und drehte sich um 180°. Nach dem der Motor abgewürgt war und auch die Lichter aus gingen näherte sich die Folgegruppe und der Aston Martin stand mitten auf der Strecke. Mit viel Glück sahen die Fahrzeuge den gestrandeten Wagen und konnten ausweichen. Nach einigen Versuchen konnte der Aston Martin die Fahrt fortsetzten und schleppte sich an die Box.

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Etwa zeitgleich blockierten die Bremsen beim G-Drive #28 von Roman Rusinov. Auf Höhe der Indianapolis-Kurve konnte er nicht mehr gegensteuern und er versenkte den Wagen im Kiesbett. Einen kurzen Moment später kam es zu einer Berührung zwischen dem Aston Martin #96 und dem Thiriet by TDS in der ersten Hunaudieres-Schikane. In Folge dessen macht der Oreca05 einen Abflug ins Kiesbett und schafft es nicht aus eigener Kraft sich aus zu graben. Kurz vor Beginn der 15. Stunde gaben die Fahrzeuge von Aston Martin erneut nach und sowohl die #96 als auch die #99 kamen erneut für Reparaturen rein.

Die 15. Stunde

Nach dem der gestrandete Thiriet by TDS Oreca eine weile im Kiesbett verharren musste, konnte er schließlich abgeschleppt werden. Die Mechaniker gaben ihr bestes, aber die Schäden durch den Abflug waren zu groß und man muss das Fahrzeug vorzeitig aus dem Rennen nehmen. In der GT-Pro Klasse lag durch die Schwäche von Aston Martin noch immer der AF Corse Ferrari #51 in Führung. Die auf Position 2 liegende Corvette kam über viele Runden nicht an den Ferrari 458 Italia heran um zu überholen. Erst als der Ferrari für einen Reifenwechsel in die Box fuhr konnte das US-Team die Spitze übernehmen. Kurz vor Ende der der 15. Stunde meldete Audi leichte einsetzenden Sprühregen auf der Mulsanne-Geraden, welcher sich nach 10 Minuten jedoch wieder verzog.

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Die 16. Stunde

Nach dem der Audi #9 auf Position 3 liegend zum Boxenstopp rein kam, zog der führende Porsche #19 schnell nach und gab so die Spitzenposition an den Audi Nummer 7 ab. In der Privatwertung der LMP1 erwachte man ebenfalls aus der Nachtphase und legte einen Zahn zu. Doch unglücklicherweise waren die Bremsen noch zu kalt und der Rebellion #12 mit Nicolas Prost am Steuer landete auf Höhe der Indianapolis-Kurve mit der Nase in der Wand. Nach gut 10 Minuten und einem Boxenstopp war der R-One wieder voll einsatzfähig. Kurz vor Ende der 16. Stunde löste sich ein Teil der Motorabdeckung am Audi #7 und führte zu leichten Schäden. Um die defekten Teile auszutauschen, holte das Team den Wagen rein und übergab dadurch die Führung an den Porsche #19 gefolgt vom Audi #9.

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Die 17. Stunde

Fünf Minuten nach Beginn von Stunde 17 konnte der Audi #7 wieder aus der Box entlassen werden und reihte sich auf Platz fünf ein. Porsche konnte mit seinem Rookie-Fahrzeug #19 die LMP1-Führung verteidigen, musste sich doch gegen den immer schneller werdenden Audi #9 verteidigen. Nach etwas mehr als 30 Minute rutscht die #35 von OAK Racing Eingangs der ersten Hunaudieres-Schikane aus und dreht sich ins Kiesbett. Wenige Minuten später verlor der Aston Martin am Ausgang der Porsche-Kurven das Heck und schlug mit der Front in die Leitplanke ein. Die Trümmerteile verteilten sich quer über die Strecke und der Wagen kam nicht mehr selbstständig vom Fleck. Die ungünstige Position hatte eine Safety Car Phase zur Folge.

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Die 18. Stunde

Porsche nutzte die Safety Car Phase um sein Fahrzeug mit der Nummer 19 zur Reparatur um einige kleinere Beschädigungen aus dem frühen Morgen zu beheben. Nach einem anschließenden Setup-Wechsel, Fahrertasuch und Full-Service konnte man das Rennen wieder aufnehmen. Nach Ende der Safety Car Phase übernahm Audi die Spitze und konnte sich mit der Nummer 9 absetzten. Kurz nach der Freigabe verpasst der Rebellion #12 die erste Hunaudieres-Schikane und entging nur knapp einer Kollision mir dem vor ihm liegenden Ligier von OAK Racing. Beim Neueinsteiger Nissan war man mit zwei verbleibenden Fahrzeugen in den zweiten Tag gestartet. Nach dem die #22 wegen technischen Problemen erneut an die Box musste, konnte man diese nach der Safety Car Phase endlich wieder auf die Strecke schicken.

In der LMP1-Klasse hatte der Porsche #19 nach einem Stopp vom Audi #9 wieder die Führung übernommen und kämpfte nun gegen den Audi Nummer 7, welcher eine Runde zurück war. Nach einer cleveren Attacke schaffte es der Audi-Pilot schließlich vorbei zuziehen und sich zurück zu runden. Wenige Zeit später erwischt es ein weiteres mal Tracy Krohn im LMP2-Fahrzeug mit der #40, welcher das Auto eingangs der zweiten Hunaudieres-Schikane verlor und quer auf der Strecke stehen blieb. Nach gut 15 Minuten schaffte man es den grünen Prototypen von der Strecke zu räumen und ihn wieder ins Rennen zu schicken.

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Bilder © fiawec.com / ACO / Audi Sport (Twitter)