LM24: Stunde 1 bis 6 – Ein turbulenter Start

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Bei schönstem Sonnenschein und strahlend blauen Himmel gingen die 55 Fahrzeuge in Le Mans an den Start. Um 15 Uhr schwenkte der Ford Geschäftsführer William Clay Ford Jr die französische Flagge und eröffnete damit die 83. Ausgabe der 24 Stunde von Le Mans.

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Die 1. Stunde

Der schwarze Porsche mit der Nummer 18 kam gut los, musste aber bereits nach der erste Kurve seine Führungsposition an das rote Schwesterfahrzeug mit der #17 abgeben. Auch die Konkurrenten Audi und Toyota hatten einen guten Start und konnten ihre Positionen sichern. Im verlauf der ersten Runde näherte sich der Toyota #1 gefährlich nahe dem Audi #9 schaffte es jedoch nicht vorbei. Nach der ersten Runde konnten die beiden Audi #7 und #8 aufschließen und erstmals am Porsche #19 vorbei ziehen. In der LMP2-Klasse startete das Feld ähnlich stabil und die Teams konnten ihre Plätze verteidigen. Nach der ersten Runde hatte sich der KCMG eingefahren und man war in der Lage einen größeren Abstand auf den zweiten Platz aufzubauen.

In der GT-Pro Klasse konnte sich der Aston Martin #99 von seiner Poleposition aus gut absetzten und den Ferrari #51 hinter sich halten. Dieser hatte in der ersten Runde hingegen schwer mit dem Aston Martin #95 von Nicki Thiim zu kämpfen, welcher sich vom hinteren GT-Feld auf den dritten Platz kämpfte. Nach weiteren fünf Minuten hatte der Ferrari keine Chance mehr und musste sich der #95 geschlagen geben. Zehn Minuten später kommt es zu einem spannenden Wechselduell in der LMP2-Klasse. Das OAK Racing Fahrzeug #34 überholt den Signatech Alpine auf Position 6, welcher das jedoch nicht auf sich sitzen lassen konnte und den Platz zurück holt. Über mehrere Runden kämpften die beiden Fahrer gegenseitig um den sechsten Platz. Zeitgleich schafft es Nicki Thiim am GT-Pro Führungsfahrzeug mit der #99 vorbei und sichert sich so den ersten Platz.

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Knapp 40 Minuten nach dem Rennstart kommt es zu einem Dreikampf um die Führung in der LMP2-Klasse. KCMG liegt weiterhin auf Position 1, verlor jedoch den Vorsprung auf die Verfolger. Der G-Drive auf Platz 2, welcher bereits zum Angriff ansetzte, wurde vom Thiriet by TDS überrascht. In den folgenden Runden versuchten beide LMP2-Wagen am KCMG vorbei zu kommen, behinderten sich aber gegenseitig. Nach dem sich der Kampf gelegt hatte, läuteten die ersten Teams bereits die Boxenstopp-Phase ein, da sie mit wenig Sprit gestartet waren. Neueinsteiger Nissan fuhr nach seinem Stopp aus der Boxengasse, als sich die Flügeltür des Prototypen öffnete. Mit geringer Geschwindigkeit und offener Tür fuhr der Nissan #21 erneut an die Box um diese zu schließen.

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Die 2. Stunde

Zu Beginn der zweiten Stunde kollidierte der Rebellion #13 mit dem Strakka in der ersten Schikane der Hunaudieres-Geraden, als dieser auf einer Ölspur ausrutschte, welche der Porsche #92 hinterlassen hatte. Der Porsche #92 wiederum entzündete sich aufgrund der Ölmenge, welche auf den Motor tropfte. Das Chaos hatte eine Safety Car Phase von 30 Minuten zur Folge, um die Ölfelder zu beseitigen.

Pünktlich zum Restart konnten sowohl der Strakka als auch der Rebellion wieder aus der Box fahren und am Rennen teilnehmen. Die Schäden am Porsche waren zu große und man musste das Rennen vorzeitig beenden. In der LMP1 nutzte der Porsche #19 den Restart, um den Audi #8 zu überholen und sich wieder auf die vierte Position zu fahren. Eine Runde später kassierte man auch den Audi #9 auf Position 3. Porsche wiegte sich in Sicherheit und reduziert über die nächsten Runden das Tempo an der Spitze. Doch kurze Zeit später überholt André Lotterer im Audi Nummer 7 mit einem überraschenden Manöver die beiden Porsche #17 und #18 und schafft es erstmals die Führung zu übernehmen.

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Kurz vor Ende der zweiten Stunde rutscht Tracy Krohn (#40) auf der eigentlich beseitigten Ölspur aus und dreht sich um 180°. Unglücklicher weise kam ihm in diesem Moment das halbe Feld entgegen und Krohn riskiert eine gefährliche Wendung um keine Positionen zu verlieren. Beinahe kam es dabei zur Kollision, doch mit Mühe schafft es der Gegenverkehr auszuweichen. Eine Runde später dreht sich der US-Amerikaner erneut in der Schikane um 180°. Doch glücklicherweise konnte er diesmal Wenden ohne die Folgegruppe zu gefährden.

Die 3. Stunde

Neben Krohn Racing hatte es in der dritten Stunde auch das Tequila Patron ESM Team schwer. Das Mannschaft schien wie vom Pech verfolgt und dreht sich am laufenden Band. Beide Wagen lagen sehr unbeständig auf der Strecke und hatten es schwer durch eine enge Kurve zu kommen, ohne die Strecke zu verlassen. In der LMP1-Klasse kam es zeitgleich zu einer weiteren Boxenstopp-Welle. Nach dem Audi seine Fahrzeuge herein holte, zog Toyota nach, um endlich aufschließen zu können. Bei Audi lief der Stopp zwar Problemlos, doch bereits nach wenigen Kurven zog sich die Nummer 8 einen Platten zu und musste nochmal rein.

Nach einer Vielzahl von Boxenstopps war das Gesamtfeld bunt durchmischt und die Fahrer versuchten ihre Positionen zu halten ohne riskante Manöver einzugehen. Doch zehn Minuten vor Ende der dritten Stunde staute sich das Feld vor der Indianapolis-Kurve und sowohl die Larbre Competition Corvette, als auch der Aston Martin #99, der Ferrari #71, der Porsche #18 und der Audi #8 wollten durch zugleich einbiegen. Da der Porsche durch den Aston Martin blockiert wurde, witterte Loic Duval in der #8 seine Chance und zog auf den Rasen um zu überholen. Doch im gleichen Moment zog der Ferrari raus um einlenken zu können und versetzte dem Audi einen Dreher. Dieser schoss über die Strecke und kollidierte mit der Leitplanke. Beim Aufprall verlor die Nummer 8 ihre Frontpartie, welche in vielen Einzelteilen über die Kurve verstreut wurde. Um die beschädigte Leitplanke auszutauschen entsendete die Rennleitung das Safety Car.

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Die 4. Stunde

In der GT-Pro Klasse lag zu Beginn der vierten Stunde noch immer Nicki Thiim in der #95 auf dem ersten Platz und führte das Feld an, bis die Ingenieure Probleme mit dem Motor feststellten und ihn zur Reparatur rein holen mussten. Wenige Minuten später der Abu Dhabi Proton Porsche #88 verlor Öl und zog eine lange Spur mit sich. Nach einigen Metern blieb dieser am Streckenrand liegen und fing Feuer. Nach einer halben Stunde an der Box vermeldet das Team, dass der Schaden zu groß ist und man den Wagen vorzeitig aus dem Rennen nehmen muss.

Nach gut 45 Minuten waren alle Arbeiten an der Streckenbegrenzung abgeschlossen und die Rennleistung konnte das Rennen wieder freigeben. Für Krohn Racing gab es prompt eine 40 Sekunden Standstrafe in der Box, da man während der Safety Car Phase zu oft die Strecke verlassen hatte.

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Die 5. Stunde

Während der ByKolles mit einem rauchenden Heck in die fünfte Stunde fuhr, kam es an der Spitze der LMP1 zu einem engen Kampf zwischen Brandon Hartley (#17 auf P1) und Filipe Albuquerque (#9 auf P2). Während der Porsche bisher das Gesamtfeld ohne Probleme anführte, holte der Audi mit jeder Runde auf und machte eine schnellste Runde nach der andern. Auch in der GT-Pro spitzten sich die Kämpfe um die Spitze zu. Nach dem der Aston Martin #95 die Führung durch die Reparatur verloren hatte, übernahm die Corvette #64 das Ruder und musste sich über viele Runden gegen den Aston Martin #99 durchsetzen. Nach einigen Kämpfen in der LMP1 schien der Toyota #1 etwas Schaden davon getragen zu haben. Auf der Hunaudieres-Geraden verlor der Toyota teile vom Radkasten und die Rennkommission orderte das Fahrzeug zu einer Zwangsreparatur an die Box.

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Die 6. Stunde

Nach einer fast langen Fahrt erreichte der Toyota endlich die Boxengasse und konnte repariert werden. Zeitgleich blieb der Wagen von Greaves Motorsport am Ausgang der Dunlop-Kurven stehen und bewegte sich keinen Meter mehr. Über einige Runden stand Garry Hirsch mit seinem Fahrzeug auf der Strecke und versuchte verzweifelt dieses wieder zu starten. Die Rennleitung verhängte über diesen Abschnitt eine Slow-Zone um durch die Geschwindigkeitsbegrenzung einen schweren Unfall zu vermeiden.

Bei Toyota konnte man das Fahrzeug mit der Nummer 1 nach zehn Minuten fertigstellen. Als Kazuki Nakajima aus seiner Box fahren wollte, war die Corvette #64 gerade zum Nachtanken da und blockierte die optimale Ausfahrt für den Japaner. Mit Glück verpasste der Toyota die Corvette und beide blieben unversehrt. Kurz vor Ende der sechsten Stunde blockierten bei der #34 von OAK Racing die Bremsen und der Wagen landete tief im Kiesbett der Indianapolis-Kurve. Als man das Fahrzeug bergen konnte, schleppte sich der Pilot an die Box um die größere Menge Kies zu entfernen.

Bilder © fiawec.com – Pressematerial / ACO / WEC-Magazin / Walter Schruff /