Interview: Nakajima nach seinem Unfall in Spa

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Kazuki Nakajima Silverstone
An diesem Wochenende findet der offizielle Le-Mans-Test für alle Fahrer und Teams statt. Um mit einem perfekt abgestimmten Auto in zwei Wochen an den Start gehen zu können, wird ab morgen getestet was das Zeug hält.

Nach seinem schweren Unfall in Spa-Francorchamps meldet sich der Japaner Kazuki Nakajima zurück. Trotz seines Rückenwirbelbruches Anfang des Monats, wird der Toyota-Pilot am Sonntag wieder im Auto sitzen um zusammen mit dem Team ein passendes Setup zu erarbeiten. In einem Interview mit Toyota verriet der Polesetter von 2014, wie er sich nach seinem Crash fühlte und wie er sich wieder zurück kämpfte.

Wie hast du dich direkt nach dem Unfall gefühlt?

Gleich nach dem Unfall habe ich an das Auto gedacht. Ich war über das Chassis besorgt, denn wir hatten im laufe des Jahres schon einige Beschädigungen und diese nächste enttäuschte mich sehr. Auch über mich war ich etwas besorgt. Ich hatte Rückenschmerzen, konnte jedoch meine Beine spüren. In diesem Jahr wollte ich meine erste komplette WEC-Saison fahren, deshalb hoffte ich zum Rennen wieder fit zu sein.

Dachtest du auch außerhalb des Autos an das Rennen in Spa?

Bis ich zu den Ärztlichen-Checks im Krankenhaus war, hatte ich gedacht das Rennen mitfahren zu können. Jedoch hatte ich zur selben Zeit starke schmerzen und war nach den Untersuchungen wenig zuversichtlich.

War es schwer die Untersuchungsergebnisse zu hören?

Eigentlich war es nichts allzu schwer zuhören, was passiert war. Ich war in einer guten mentalen Verfassung und bereit mich zu erholen. Es war eher schwer vier Tage im Bett liegen zu müssen, ohne aufstehen zu dürfen. Aber es war schön das so viele Teammitglieder mich besuchen kamen. Das war sehr ermutigend und hilfreich für mich. Nach vier Tagen begann ich wieder mit dem laufen, dies gab mir das Gefühl das die Genesung wirklich begonnen hatte.

Danach zogst du ins Krankenhaus von Nizza…?

Wir entschlossen uns nach Nizza zu gehen, da sie dort eine Behandlung anbieten, wo sie mit einer Art Zement oder Klebstoff den Wirbel fixieren. Die Behandlung verlief sehr gut und einen Tag später durfte ich das Krankenhaus schon wieder verlassen. Sofort danach begann wir mit der Rehabilitation in Italien. Zusammen mit meinem Trainer arbeitete ich jeden Tag und konnte schon nach drei Tagen die ersten Fortschritte spüren.

Was für eine Art von Training hast du betrieben?

Ich konzentrierte mich auf die Stärkung meiner Muskulatur, da sie meinen Körper stabilisieren. Ich habe ein spezielle Maschine um die Muskeln um meiner Verletzung auszubilden. Ich hatte einige Massagen und ging zum Schwimmen, was perfekt für den kompletten Körper ist, da im Wasser weniger Gewicht auf ihn wirkt.

Hattest du während deiner Erholung jemals einen Start in Le Mans angezweifelt?

Ich glaubte immer daran das ich fahren könnte. Ich hatte zwar nach meiner Operation viele Schmerzen in den Muskeln, aber diese legten sich von Tag zu Tag. Ich fühle mich in Ordnung und denke ich bin jetzt ein mental stärkerer Fahrer als zuvor.

Hast du Angst vor einem ähnlichen Zwischenfall in der Zukunft?

Ich mache mir keine Sorgen wieder ins Auto zu steigen, denn mein Unfall in Spa war einfach unglücklich. Ich glaube nicht das ich einen Fehler gemacht habe, es war einfach Pech unter erschwerten Bedingungen. Ich habe keine Angst und freue mich wieder im Auto sitzen zu dürfen.

Quellen: Toyota Hybrid Racing