Halbzeit bei den 6 Stunden von Sao Paulo

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Die 1. Stunde

Nach einem überaus starken Wochenende gingen die Stuttgarter von der ersten Startreihe aus in das letzte Rennen der Saison. Sowohl die 14 als auch die 20 kamen gut weg und konnten sich in der ersten Runde gut gegen den Rest des Feldes verteidigen. Doch es dauerte nicht lange und der Toyota #8 kam dem auf Position zwei liegendem Porsche rasch näher. Weniger positiv verlief der Start für den Audi mit der Startnummer 2. Bereits in der ersten Kurve kam es zu einer Kollision mit dem SMP-Fahrzeug #27. Der Audi rutschte als Folge dessen auf die siebte Position ab und hatte in den folgenden Runden schwer zu kämpfen um den Anschluss an das Feld nicht zu verlieren. Der G-Drive, welcher von der Pole ins Rennen ging, wurde durch diese Kollision blockiert und musste zusehen wie die LMP2-Konkurrenz an ihm vorbei zog.

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Nach dem der Toyota #8 am Ende der zweiten Runde am Porsche vorbeiziehen konnte, entwickelte sich ein halbstündiger Kampf zwischen den beiden Fahrzeugen. Über viele Runden schenkten sich die beiden Fahrer keinen Meter und kämpften an fast jeder Kurve um die zweite Position. In der LMP2 hatte sich KCMG durch das Pech von G-Drive und SMP an die Spitze gesetzt und konnte sich ein bequemes Polster rausfahren. Der auf dem verfolgerplatz liegende SMP #37 schaffte es nach einigen Runden endlich aufzuschließen bis er Probleme mit seinem Lenkrad meldete. Was folgte war ein ungeplanter Boxenstopp für einen Lenkradtausch und ein abrutschen auf den letzten Platz der LMP2-Kategorie.

In der LMP1-L war das Rennen für den Lotus nach nicht einmal 40 Minuten schon fast wieder vorbei. Pierre Kaffer meldete Getriebeprobleme und kam unplanmäßig an die Box. Es dauerte nahezu eine halbe Stunde bis das Team den Fehler beseitigen und das Rennen wieder aufnehmen konnte. Zur gleichen Zeit kam in der LMP2 der SMP #27 für einen Tankstopp an die Box. Der auf Position drei liegende G-Drive nutzte die Chance und konnte nun auch den zweiten SMP überholen. Zehn Minuten vor Schluss war erstmals erkennbar, dass man in der LMP1 auf der gleichen Strategie unterwegs war. Mit einem Abstand von nur wenigen Sekunden kamen aufeinander Folgend alle sechs Fahrzeuge für Reifen- und Fahrertausch an die Box.

Die 2. Stunde

Der Beginn der zweiten Stunde wurde von einem dramatischen Unfall überschattet. Nachdem der G-Drive sich wieder nach vorne gekämpft hatte, versagte die vordere rechte Bremse des Ligier JS P2 und das Fahrzeug raste ungebremst in die Mauer der ersten Kurve. Ein Regen von Trümmer verteilte sich über den Streckeabschnitt und die Rennleitung sah sich gezwungen eine Full-Course-Yellow-Phase auszurufen. Olivier Pla versuchte verzweifelt den Wagen in die Auslaufzone zu schleppen, scheiterte jedoch an der gebrochenen Vorderachse. Die Schäden am Fahrzeug waren so groß, dass die Mannschaft von G-Drive das Rennen vorzeitig beenden musste, eine Reparatur in der verbleibenden Zeit war nicht mehr möglich. Die Meisterschaft kann das Team jetzt nur noch gewinne, wenn der SMP #37 im laufe des verbleibenden Rennens ebenfalls ausscheidet.

G-Drive

In den beiden GT-Kategorien verlief die erste Stunde weitestgehend Reibungslos und es gab keine größeren Überholmanöver zu verzeichnen. Die beiden Ferraris hatten den Start nicht optimal erwischt und rutschten nach wenigen Sekunden auf die Plätze fünf und sechs ab. Nach gut einer Stunde und zehn Minuten, schaffte es der Wagen #51 mit Toni Vilander zum vor ihm liegenden Aston Martin #97 aufzuschließen. Als der Finne in der Kurve zum überholen ansetzten wollte, schätzte er die Lücke falsch ab und drängte den Aston Martin von der Strecke. In der GT-Am konnte sich der „Dänen-Bomber“ gut von den Verfolgern absetzten und kämpfte zwischenzeitlich mit den schnelleren Fahrzeugen der Pro-Wertung. In der zweiten Stunde bauten dann die Reifen ab und die #95 hatte es schwerer mit den Zeiten der Konkurrenz mitzuhalten. Im Senna-S kam der Aston Martin schließlich von der Strecke ab und nahm eine Abkürzung auf dem weg zurück. Für die Rennleitung war das ein unfairer Vorteil und die #95 wurde mit einer Durchfahrtsstrafe versehen.

Die 3. Stunde

Kurz nach dem Beginn der dritten Stunde kam es zu einer Kollision in der GT-Am Klasse. Der Porsche mit der #75 erwischte den Bremspunkt zu spät und schoss den 8-Star Ferrari mit der Nummer #90 ab. Für die Rennleistung war der abgeschossene Ferrari der Schuldige und wurde mit einer Boxen-Durchfahrtsstrafe belegt. Unweit von der Unfallstelle entfernt bleib der Lotus ohne vorherige Ankündigung von technischen Problemen am Streckenrand stehen. Nach einigen fehlerhaften Neustartversuchen schaffte es der Lotus sich erneut in die Box für eine weitere Reparatur zu schleppen.

Der Ferrari von Emerson Fittipaldi hatte einen erstaunlich guten Start in das Rennen. Fast die Hälfte des Rennens verlief ohne Probleme für den 67-Jährigen und seine Teamkollegen. Als sich das Fahrzeug mit der #61 endlich in Angriffsstellung bringen konnte wurde der Wagen eine halbe Stunde vor Schluss Zusehens langsamer. Der Brasilianer hatte mühe eine kleine Steigung hoch zu fahren und blieb schließlich auf dieser stehe. Nach mehreren Minuten der Ungewissheit am Streckenrand schaffte er es den Wagen zurück zur Box zu bringen um nach einem längeren Aufenthalt das Rennen wieder aufzunehmen.

Bilder © WEC-Magazin / Walter Schruff