Halbzeit bei den 6 Stunden von Bahrain

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Das vorletzte Rennen der FIA WEC ist im vollen Gange und noch immer sind alle Möglichkeiten offen. Nach drei Stunden in der Hitze von Bahrain entwickelt sich das vorletzte Rennen der FIA WEC zu einem Lauf der Ungewissheit. Nach einem guten Start machen die Temperaturen den Fahrzeugen sehr zu schaffen und ändern minütlich die Siegchancen für die Teams.

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Die 1. Stunde

Gleich zu Beginn des Rennes zeigten die Fahrer der beiden Porsche 919 vollen Einsatz und setzten sich von den Startplätzen 1 und 3 an die Spitze des Feldes. Die beiden Toyotas konnten am Start nicht mithalten und rutschten auf die Positionen 3 und 4 ab. Nach gut einer halben Runde machten sich jedoch die 1000 PS der Japaner bemerkbar und der Toyota mit der Nummer 8 übernahm die Führung von Porsche. Gleichzeitig schafft es der Audi #1, welcher vom Ende des Feldes gestartet war, zur Konkurrenz aufzuschließen und überholte sogar seinen Teamkollegen auf Rang 5. Weniger Glück in der Startphase hatte das G-Drive Team. Nach den ersten Kurven kam es zu einer Berührung mit dem Boliden von SMP Racing, woraufhin der G-Drive in die Box musste und ans Ende des Feldes rutschte.

In der GT-Klasse hatte Nicki Thiim im Aston Martin mit der #95 einen äußerst guten Start. Mit seinem leistungstechnisch schwächeren Fahrzeug zog der Däne innerhalb der ersten Runde an 5 GT-Pro Wagen vorbei und setzte sich hinter den führenden der GT-Pro. Acht Minuten nach dem Startschuss musste sich das Lotus Team geschlagen geben. Nach dem der Wagen beim Start die beiden Rebellion nicht angreifen konnte, rollte er ein paar Runden später ohne sichtbare Beschädigung am Streckenrand aus. Durch das frühe Aus des Lotus-Teams hatten die beiden Neuzugänge im Team keine Chance eine Rennrunde zurückzulegen.

Knapp 30 Minuten nach dem Start des siebten Rennens rief die Rennleitung den „Full Course Yellow“-Zustand aus. Grund für die knapp fünf minütige Geschwindigkeitsbeschränkung auf der gesamten Strecke war die wachsende Anzahl von Trümmerteilen auf der Strecke. Um eine sichere Säuberung des Kurses zu ermöglichen, entschied man sich für den ersten planmäßigen Einsatz der FCY. Toyota nutzt diese kurze Phase perfekt aus und schickt blitzartig beide Wagen für einen Reifenwechsel an die Box. Während Porsche erneut die Führung übernahm, kam auch Audi mit seiner Nummer 2 in die Box. In diesem Moment wird die Gelbphase aufgehoben und die Ingolstädter verlieren wertvolle Runden.

Zehn Minuten nach der groß angelegten Boxenstopp Phase von fast allen Fahrzeuge aufgrund des Full Course Yellow-Zustandes, ereignete sich ein ungewöhnlicher Zwischenfall bei SMP Racing. Kirill Ladygin fuhr mit Topspeed in seinem Fahrzeug auf der Start-Ziel-Geraden, als sich wie aus dem nichts die komplette Frontverkleidung des Wagens löste und in einem hohem Bogen nach oben befördert wurde. Der SMP verlor durch das fehlende Bauteil immer mehr an Geschwindigkeit und muss erneut für eine Reparatur an die Box.

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Die 2. Stunde

Kurz nach dem Beginn der zweiten Stunde kam der Aston Martin mit der #99 in die Box. Nach dem man Fahrer, Reifen und Treibstoff getauscht hatte, würgt Fernando Rees nach wenigen Metern in der Box den Motor ab. Bei Versuch das Fahrzeug neu zu starten schossen Flammen aus dem Auspuff des Aston Martin und der Motor ging erneut aus. Auf der Hebebühne stellte sich eine Verstopfung im Abgasrohr als Ursache für die Probleme heraus und das Fahrzeug mit der #99 konnte nach 5 Minuten wieder auf die Strecke. Gleichzeitig lieferten sich der Ferrari mit der #51 und der Porsche #92 einen erbitterten Kampf um die Meisterschaft. In vielen engen Runden kämpften die Fahrer beider Wagen um die erste Position um die nötigen Punkte zu bekommen. Aufgrund der hohen Temperaturen war der Porsche jedoch gezwungen an die Box zu fahren um die Reifen zu tauschen, sodass der Ferrari mit der #51 sich einen großzügigen Vorsprung rausfahren konnte.

In der LMP1-Klasse sind die Abstände in der Zwischenzeit stark zusammengeschrumpft und alle drei Hersteller fahren fast auf Augenhöhe. Nach dem Toyota sich für einen Fahrerwechsel mit der Nummer #7 entschied, zogen Audi und Porsche nach und holte ihre Wagen ebenfalls rein. Was folgte war ein enger Kampf um die vordersten Plätze. Nach einigen Runden konnte der Ersatzfahrer Mike Conway die Führung übernehmen und sich knapp vor den Porsche #20 setzen. Die beiden Audis verloren den Anschluss und rutschten auf die Ränge 4 und 5 ab.

Nachdem Toyota sich auf der Spitzenpositionen einen großzügigen Puffer rausfahren konnte, ereignete sich 15 Minuten vor dem Ende der zweiten Stunde ein Zwischenfall bei den Japanern. Das Führungsfahrzeug mit der Nummer 8 meldete kurz vor der letzten Kurve technische Probleme und kam kurzfristig an die Box. Nachdem man den Wagen reingeschoben hatte, stellte sich die Beschädigung am Antrieb als schwerwiegendes Problem heraus und man benötigte 30 Minuten, bis man eine Lösung gefunden hatte. Als das Team den Wagen mit der #8 wieder auf die Strecke schicken konnte, hatte man zu viel Zeit eingebüßt und der Teamchef gab über den Boxenfunk bekannt, dass man in Bahrain den Weltmeistertitel nicht einfahren wird.

Die 3. Stunde

Nach dem das erste drittel vorüber war, verkürzten sich die Abstände in der GT-Pro Klasse erneut und es kam zu einem spannenden Dreikampf zwischen dem Ferrari #51, dem Aston Martin #97 und dem Porsche #92. Ein weiteres mal fuhren alle drei Wagen auf Augenhöhe und nutzten jeden Meter um sich an die Spitze zu setzten. Nach einigen Runden kam es am Ende der Start-Ziel-Geraden zum entscheiden Moment als der Aston Martin zum Überholen am Porsche ansetzte. Jedoch verrechnete sich der Aston-Martin-Pilot und öffnete eine Tür für Toni Vilander, welcher die Innenkurve übernahm und beide Wagen gleichzeitig überholte.

Bei Toyota gab es nach einigen stabilen Runden erneut technische Probleme und die Nummer 8 musste für fünf weitere Minuten zur Reparatur rein. In der LMP2-Klasse hatte es der G-Drive nach seinem Verlust am Anfang zwar geschafft sich zurück zu runden, war jedoch bisher nicht in der Lage seine sechste Position zu verlassen. Der Tabellenführer von SMP Racing hingegen konnte über viele Runden seine Führung verteidigen. Erst 10 Minuten vor dem Ende der dritten Stunde schaffte es der auf dem zweiten Rang liegende KCMG, in einer Runde die Lücke von vier Sekunden zu verkleinern und zum Angriff auszuholen. Nach einigen erfolglosen Versuchen ließ das Team aus Hongkong dann locker und konzentrierte sich auf die Sicherung der zweiten Position, da der zweite SMP immer schneller aufholte.

Bilder © fiawec.com – Pressematerial