Die WEC für Einsteiger – Teil III

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Mit dem ersten Lauf der Saison 2015 ist ein weiteres WEC-Rennen in die Geschichte der Weltmeisterschaft eingegangen. Im dritten Teil unserer Serie „Die WEC für Einsteiger“ möchten wir unsere Einstiegshilfe abschließen und einen Ausblick auf die bevorstehenden Rennen wagen.

Die Saison

Die 6 Stunden von Silverstone bilden traditionell die Saisoneröffnung als erstes von acht Rennen pro Jahr. Nach dieser Runde reisen die Teams unmittelbar nach Belgien weiter, um alles für die 6 Stunden von Spa-Francorchamps vorzubereiten. Die Strecke in den Ardennen bietet aufgrund ihrer Lage einen einzigartigen Mix aus Steigungen und Geraden, schnellen und schwierigen Passagen. Durch die landschaftlichen Besonderheiten und ihre Länge von 7 km bietet Sie für die Teams das optimale Warm vor den 24 Stunden von Le Mans. Mannschaften wie Audi und Porsche nutzen diesen Lauf gerne, um ihre dritten Zusatzwagen vor dem Jahreshighlight in Frankreich nochmals ausgiebig zu testen.

Nach den beiden ersten Läufen geht es jedes Jahr Mitte Juni in den Nordwesten von Frankreich. An diesem speziellen Sommer-Wochenende findet das älteste und legendärste Langstrecken-Rennen der Welt statt, die 24 Stunden von Le Mans. In diesem Jahr findet das Motorsport-Spektakel zum 83. mal auf dem temporären Straßenkurs statt. Da öffentliche Straßen für das Rennen mitgenutzt werden und diese nur für begrenzte Zeit zur Verfügung stehen, gibt es im Vorfeld jedes Jahr einen Testtag, wo die Teams ihre Fahrzeugabstimmung überprüfen können und die Neulinge auf dem Kurs die erforderlichen 10 Pflichtrunden absolvieren um die Zulassung für das 24 Stunden Rennen zu bekommen. Für die Teams von Rebellion Racing und Nissan wird der dritte Lauf ihr erster Auftritt in der WEC-Saison 2015 sein.

Nach dem Highlight-Rennen steht für alle Fahrer und Teammitglieder eine längere Sommerpause auf dem Plan, wo sie sich erholen können und die Fahrzeuge mit neuen bzw. verbesserten Teilen ausgestattet werden. Nach elf Wochen gehen alle Teilnehmer dann am 30. August auf dem Nürburgring in Deutschland an den Start, wo sie zum letzten Rennen auf europäischen Boden antreten. In den vergangenen Jahren folgte an dieser Stelle sonst das 6 Stunden Rennen von Sao Paulo. Doch durch Umbauarbeiten an der brasilianischen Strecke gibt es in diesem Jahr keine Möglichkeit dort zu fahren und als Ersatz bekommt der Nürburgring eine einmalige Chance sich zu beweisen. Sollte das Rennen den Erwartungen entsprechen, so besteht die Option, dass der Rennkalender nächste Saison auf neun Langstrecken-Events anwächst und der deutsche Kurs fester Bestandteil neben dem Rennen in Brasilien wird.

Nach dem Abschluss in Europa folgt im September das 6 Stunden Rennen am Circuit of the Americas in Austin (Texas), wo die WEC zusammen mit der USCC (United Sportscar Championchip) beim „Lone Star Le Mans“ Event ihr Rennen bestreiten wird. Die USCC bildet die Vorserie und wird ähnlich wie die ELMS in Silverstone am Samstag fahren. Gefolgt wird das Rennen im Oktober von den 6 Stunden von Fuji und den 6 Stunden von Shanghai Anfang November. Die beiden Rennen in Asien werden jeweils von der AsLMS (Asien Le Mans Series) begleitet. Der asiatische Ableger der ELMS fährt im Vorprogramm der beiden Rennen jeweils wieder am Samstag. Das Finale bilden in diesem Jahr wieder die 6 Stunden von Bahrain. Es ist eines der besonderen Rennen im Kalender und findet in dieser Form nun zum zweiten mal statt. Alle Fahrzeuge starten in der Wüste von Bahrain bei Tageslicht. In den kommenden sechs Stunden fahren die Piloten dem Sonnenuntergang entgegen und erreichen das Ziel in tiefster Dunkelheit. Mit einem großen Feuerwerk verabschiedet sich dann die WEC auf ihrer letzten Runde von der Saison 2015.

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Die technische Entwicklung

Bereits zur Eröffnung in Silverstone haben die Teams mit spannenden Rad-an-Rad Duellen gezeigt, dass man auf einem ähnlichen Level kämpft. In der WEC hat der erste Lauf immer eine gewisse Aussagekraft für die erste Saisonhälfte. Dominiert ein Team das Rennen mit Abstand an der Spitze, so werden es die Gegner schwerer haben dieses Level innerhalb der kommenden Rennen einzuholen. In diesem Jahr begann die Saison jedoch ungewohnt ausgeglichen. Während Toyota sein Tempo von 2014 halten konnte, so schafften es Audi und Porsche ihre Rückstände aufholen und sogar noch ein wenig darüber hinaus zu gehen.

Durch die 24 Stunden von Le Mans im Sommer gibt es für die LMP1-Mannschaften jedes Jahr zwei große Entwicklungsziele. Während man sich bei den ersten zwei Läufen auf die 24 Stunden fokussiert und entsprechende Aerodynamik-Teile anbringt um in Frankreich davon zu profitieren, so steht nach der Sommerpause der Weltmeistertitel auf dem Plan. Spannend wird die Frage sein, ob alle Teams das ausgeglichene Level auch nach Le Mans halten können oder ob es einem Ausreißer mit einem extrem großen Entwicklungssprung geben wird.

Durch den Wechsel in die 8 MJ Klasse hat es Porsche geschafft, dem 919 Hybrid die nötige Leistung zu verpassen die man benötigt, um die anderen Schlagen zu können. Bei Audi sieht man sich nach dem Sieg in Silverstone wieder auf dem richtigen Weg und wird auch dieses Jahr versuchen seinen Le Mans Titel zu verteidigen. Fraglich ist jedoch ob sie auch in der zweiten hälfte an der Spitze stehen werden oder ob man sich erneut Toyota geschlagen geben muss. Für Japaner hingegen könnte die größte Gefahr aus dem eigenen Land kommen. Während der TS040 mit satten 1000 PS aufwartet, so bringt Neueinsteiger Nissan mit seinem GT-R LM ganze 1200 PS auf die Strecke. Durch die Abwesenheit in den ersten beiden Rennen wird man sich hier klar auf den WM-Titel fokussieren. Nissan ist eine große Unbekannte, welche in der zweiten Jahreshälfte das Feld kräftig verändern kann.

Doch nicht nur in der LMP1 ist die Spannung garantiert, denn auch in der LMP2 ging es heiß her. Im ersten Rennen hat G-Drive gezeigt, dass man nach dem Verlust des Meistertitels in letzter Sekunde nun nicht nochmal leer ausgehen will. Der erste Lauf verlief äußerst positiv für die Mannschaft aus Russland, jedoch zeigten Strakka und KCMG, dass man mit ein klein wenig Arbeit vorne mitfahren kann. Hinzu kommt der Neueinsteiger ESM, welcher ab Spa mit seinem neuen Ligier JS P2 Coupé antritt. Durch das identische Chassis könnten die Amerikaner zu einer noch größeren Gefahr für die Russen werden.

In den beiden GT-Klassen werden auch in den kommenden Rennen die Fetzen fliegen. Nachdem das Ferrari-Werksteam AF Corse die vergangenen drei Jahre der Pro-Wertung dominiert hat, setzt man alles daran das auch ein viertes mal zu schaffen. Doch in diesem Jahr könnte die Konkurrenz erstmals eine realistische Chance haben, da Aston Martin bereits 2014 mit dem GT-Am Titel zeigte, dass man Siegfähig ist.

Unsere Einstiegshilfe gibt es hier nochmal im ganzen zum nachlesen.

Bildquelle: WEC-Magazin