Ein Porsche 911 RSR beim Tankvorgang im WEC-Rennen.

Mit Bio-Benzin und Wasserstoff möchte die WEC Klimaneutralität erreichen. Jetzt wurde auch bekannt, wie der genaue Fahrplan aussieht.

Elektro-Fahrzeuge sind nicht die letzte Antwort beim klimaneutralen Verkehr. Vielmehr wird es künftig einen Mix verschiedener Technologien wie etwa Hybrid-Antrieb, Wasserstoff, Elektromotoren und Bio-Kraftstoffen geben. Je nach Einsatzgebiet variiert deren Nutzung. Diesen Trend haben auch die Organisatoren der WEC erkannt und eine passende Transformation der Rennserie hin zur Klimaneutralität eingeläutet.

Der Hybrid-Antrieb ist seit knapp einem Jahrzehnt auf der Langstrecke zu Hause und auch in der neuen Hypercar-Generation ein fester Bestandteil der möglichen Antriebsoptionen. Als nächste Komponente wird mit dem Saisonbeginn 2022 nun der Biokraftstoff hinzustoßen. Grundlage bildet hierfür eine Eigenentwicklung des Serienpartners „Total Energies“.

Wein als Treibstoff der Langstrecke

Das Bio-Benzin mit dem Namen „Excellium Racing 100“ basiert auf Bioethanol, der aus Resten der französischen Wein-Produktion gewonnen wird. Eine Raffinerie in Lyon (Frankreich) vermischt diese Abfälle anschließend mit ETBE (Ethyl Tertio Butyl Ether), welche ein Nebenprodukt der Ethanolherstellung sind. Abschließend erfolgt die Beigabe von Additiven, um die Effizienz der Motoren zu steigern.

Der neue Bio-Treibstoff wird mit dem Beginn der Saison 2022 verpflichtend für alle Teilnehmer der FIA WEC, der 24 Stunden von Le Mans und der European Le Mans Series (ELMS). Dadurch sollen laut Total Energies bis zu 65% weniger CO2-Emissionen pro Saison entstehen. Der Motorsport dient hier als Plattform zur Erprobung, bevor das Benzin unter dem Namen „Excellium Racing 100“ später auch an den Tankstellen verfügbar sein wird.

Wasserstoff als zusätzliche Komponente

Ebenfalls schon lange in der Entwicklung beim Serienpartner ist der grüne Wasserstoff. Gewonnen aus erneuerbaren Energien zieht dieser mit dem Reglement 2025 ein. Zunächst plant die WEC eine eigene Wasserstoff-Klasse zu etablieren. Sie ist gleichauf mit der Hypercar-Kategorie und soll ebenfalls um Gesamtsiege kämpfen. Die Wasserstoff-Klasse wird ein Standard-Chassis von Red Bull Technologies / Oreca und einen Einheitselektromotor von GreenGT bekommen. Die Brennstoffzelle können frei entwickelt oder zugekauft werden.

Langfristig soll der Wasserstoff jedoch allen Teilnehmern als zusätzliche Antriebsoption zur Auswahl stehen. Die Hersteller können Ihre Fahrzeugtechnologien so individueller gestalten und besser mit der Serienproduktion verzahnen. Gleichzeitig macht der grüne Wasserstoff erstmals eine CO2-Neutrale Langstrecken-WM möglich. Bis es so weit ist, wird noch einiges an Zeit vergehen, doch der ehrgeizige Fahrplan steht.

Via: Total Energies

Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)


Tobias

Tobias ist Chefredakteur und einer der Gründer von WEC-Magazin.