Die vier LMP2-Hersteller stehen fest

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Im vergangenen Jahr gaben die FIA und der ACO bekannt, dass man zusammen der IMSA ein weltweit einheitliches LMP2-Regelemt erarbeitet. Gegen Ende 2014 wurde dann bekannt, dass die neuen Vorgaben die Klasse von Grund auf verändern werden und dem Langstreckensport neu strukturieren. Einer der kritischsten Punkte in dem damaligen Konzept, war die Begrenzung auf vier Wagenhersteller. Jetzt sind die Arbeiten am neuen Regelwerk endlich auf der Zielgeraden angelangt und die drei Institutionen gaben erste Details bekannt.

Mit der Saison 2017 wird alles anders. In den vergangenen Jahren hatte jede Region ihre eigene Fassung der LMP2 und für die Teams aus Amerika war es teils schwierig in Europa oder gar Asien an den Start zu gehen. Gründe hierfür waren nicht nur die unterschiedlichen Regeln, sondern auch die verschiedenen Wagenkonzepte. In Europa hatte sich über die vergangenen Jahrzehnte das offene Chassis etabliert und bis 2013 auch als bevorzugte Konstruktion gehalten. Doch 2014 kamen immer stärker die Strömungen nach einer Angleichung an die LMP1 auf. Ein geschlossenes Chassis bringt nicht nur einen Vorteil bei der Geschwindigkeit, sondern schützt den Fahrer besser vor Regen und bei Unfällen. Gegen Ende der Saison erkannten auch ACO, FIA und IMSA die Zeichen der Zeit und setzten sich gemeinsam an den Tisch.

Als Ergebnis präsentierten die drei nun das neue LMP2-Regelwerk für die Saison 2017. Ursprünglich wurde die zweite Prototypen-Klasse als Anfängerklasse angelegt, um jungen Piloten und Teams eine Plattform zum Einstieg in den Langstreckensport zu geben, ähnlich wie in der GT-Am. Doch in den vergangenen zwei Jahren machten immer mehr LMP1-Privatteams einen Bogen um die eigentliche Spitzenklasse und wechselten in die LMP2, da hier die Kosten um einiges geringer sind. Diese Wechsel und die steigende Entwicklungsarbeit treiben derzeit jedoch die Kosten in die Höhe und für aufstrebende Mannschaften aus ELMS, AsLMS und TUSCC wird es zunehmend schwieriger den Wechsel in die WEC zu wagen.

Um diesem Trend einen Riegel vorzuschieben, werden alle LMP2-Mannschaften ab der Saison 2017 nur noch zwischen vier verschiedenen Fahrzeugen wählen können. In einer offenen Ausschreibung hatten sich zahlreiche Auftragsfertiger um die freien Plätze beworben. Nach einer mehrmonatigen Sichtung fiel die Wahl schließlich auf die Firmen Dallara (Italien/USA), Onroak (Frankreich), Oreca (Frankreich) und Riley Multimatic (USA / Kanada). Die Wagen der vier Hersteller werden über einen Einheitsmotor verfügen. Wer diesen liefert, wird im September diesen Jahres bekanntgegeben. Auch für diesen Posten gab es eine Ausschreibung und neben den großen Firmen Honda und Nissan, haben sich auch AER und Judd beworben. Des Weiteren wird hinter den Kulissen gemunkelt, dass VW bzw. eine der Konzerntöchter ebenfalls ein Angebot vorgelegt haben soll.
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Im Zuge der LMP2-Anpassungen wurden auch die Vorgaben für die neue LMP3-Kategorie angepasst, um eine Umschichtung der Probleme zu unterbinden. Die kleinste Prototypen-Klasse, welche in der ELMS und AsLMS vertreten ist, wird ab 2017 eine Limitierung der Hersteller erhalten. Die Entscheidung hier ist noch nicht gefallen und wird im laufe des Jahres verkündet. Die neuen Regularien sind durchaus nachvollziehbar, jedoch entstehen dadurch einige Probleme. Die Kosten in der LMP1-Privatwertung sind weiterhin auf einem hohen Niveau und ein großer Teil der Teams wird sich nach alternativen umsehen müssen. Hinzu kommt der mögliche Verlust der verbliebenen Wagenbauer. Firmen wie Honda, Gibson, Dome oder BR Engineering können ihre Modelle nicht mehr anbieten und sind gezwungen Angebote für die weniger attraktive LMP1-Privatwertung zu entwerfen. Ob diese Veränderungen dem Langstreckensport großen Nutzen bringen oder eher schaden wird, zeigt sich spätestens 2017.

Via: FIAWEC – Pressemeldung
Bilder: WEC-Magazin (Walter Schruff)