Die WEC in den USA

Ab 2022 wird es neben den Hypercars auch Prototypen nach LMDh Regeln geben. Wie diese aussehen, verraten wir Euch in diesem Beitrag.

Die neue WEC-Spitzenklasse macht es möglich, dass Fahrzeuge nach unterschiedlichen Regelwerken in einer Kategorie gegeneinander fahren. Während die Hypercars nach LMH-Regelwerk frei in ihrer Konstruktion sind und sich entsprechend an die Designsprache des Herstellers anpassen können, geht die amerikanische IMSA mit den LMDh-Vorgaben einen anderen Weg. 

Hier bilden vier Konstrukteure die Grundlage für jedes Fahrzeug. Möchte ein Team einen LMDh-Prototyp an den Start bringen, so muss zuerst eines der zertifizierten Chassis von Dallara, Ligier, Multimatic bzw. Oreca kaufen. Eigenkonstruktionen sind nicht möglich. 

Um den Wagen möglichst an die eigene Firmen-Identität anzupassen, dürfen im begrenzten Umfang Modifikationen vorgenommen werden. So können etwa charakteristische Marken-Besonderheiten wie Lichter, Kühlergrill oder ähnliches einfließen. Weiterhin darf der Unterboden des Wagens im begrenzten Maße verändert werden.

Begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten durch die LMDh Regeln

Für jeden LMDh-Prototyp gelten die gleichen Vorgaben in IMSA und WEC. So darf das Mindestgeweicht von 1030 kg nicht unterschritten werden und der Antrieb gesamt nicht mehr als 500 kW liefern. Der Radabstand zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt 3150 mm, die maximale Fahrzeugbreite 2000 mm bei einer Länge von 5100 mm.

Angetrieben werden alle LMDh-Prototypen von einer verpflichtenden Hybrid-Einheit bestehend aus Benzin- und Elektromotor, wobei der Verbrenner mindestens 470 kW Energie erzeugen muss. Der Elektromotor von Bosch kann maximal 50 kW beisteuern und 200 kW an Energie zurückgewinnen. Das Getriebe stammt für alle Teilnehmer von Xtrac und die Batterie einheitlich von Williams Advanced Engineering.

Die Kosten für Fahrzeuge nach dem IMSA-Standard sind ähnlich wie bei den Hypercars klar begrenzt und dürfen ein bestimmtes Limit nicht überschreiten. Doch aufgrund der Vielzahl an Einheitsbauteilen ist die Obergrenze deutlich niedriger und liegt bei 1.000.000€ für ein komplettes Auto ohne Motor.

Wo die LMDh Prototypen zum Einsatz kommen

Die ersten Fahrzeuge sollen laut IMSA schon ab 2022 zum Einsatz kommen. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist es möglich, das sie die Einführung des Regelwerks auf 2023 verschiebt. Nach Stand vom Dezember 2020 scheint der Fahrplan für 2022 jedoch noch möglich. 

Die LMDh-Prototypen werden demnach sowohl in der amerikanischen IMSA-Serie, als auch in der WEC zum Einsatz kommen. Weiterhin dürfen diese auch in Le Mans teilnehmen. Umgekehrt ist es für Hypercars wie dem Toyota GR Super Sport jedoch nicht möglich, in der amerikanischen Langstrecken-Serie bzw. bei den 24 Stunden von Daytona anzutreten.

Um eine Chancengleicheit bei den verschiedenen Ansätzen zu ermöglichen, wird es in der WEC und in Le Mans eine Balance of Performance geben. Diese baut im wesentlichen auf den aktuellen Erfolgshandicaps der LMP1-Klasse auf und nutz ein KI-System. Der Algorhytmus gibt vor jedem Rennen Empfehlungen für neue Änderungsmaßnahmen an den Fahrzeugen. Auf Basis dieser Daten erfolgt eine dynamische BoP-Anpassung über die gesamte Saison.

Die offizielle Regelpräsentation zu den LMDh-Fahrzeugen gibt es hier noch einmal zum nachlesen. Den Überblick zur neuen WEC-Hypercar-Klasse und den entsprechen Regulation haben wir hier zusammengefasst.

Bilder © WEC-Magazin (Walter Schruff / Ton Kerdijk)


Tobias

Tobias ist Chefredakteur und einer der Gründer von WEC-Magazin.