Denkwürdiges Aston Martin-Podium in der LMGTE-Pro

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Es war ein Kampf der in den Geschichtsbüchern seinesgleichen sucht. Über 24 Stunden duellierte sich Aston Martin gegen Corvette und Ford um die Spitzenposition in der LMGTE-Pro. In einem ganzen Tag voller Rennaction behielt das britische Werksteam trotz mehrerer Rückschläge die Oberhand und konnte sich am Ende verdient den Sieg in Le Mans sichern.

In diesem Jahr ging Aston Martin Racing mit dem ältesten Fahrzeug bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start. Alle Werksteams tauschten in jüngster Vergangenheit ihre GTE-Bolide durch neuere Versionen aus, um bestmögliche Siegeschancen zu haben. Doch bei der 85. Ausgabe an der Sarthe war es ausgerechnet der Wagen von 2012, der sich in einem beeindruckenden Dreikampf den GTE-Sieg sicherte.

Von den ersten zwei Plätzen ins Rennen gestartet, sorgte ein früher Reifenschaden für den Führungsverlust beim Fahrzeug #95. Von da an übernahm der Schwesterwagen #97 von Daniel Serra, Darren Turner und Johnny Adam die Spitze und startete einen nicht enden wollenden Dreikampf.

Bereits in den frühen Morgenstunden spitze sich die Lage zu. Die Corvette C7.R #63 von Jan Magnussen, Antonio Garcia und Jordan Taylor folgte dem Aston Martin-Trio auf Schritt und Tritt. Mit jeder weiteren Stunde wurde der Positionskampf um die Spitze härter. Nach einem Boxenstopp konnte auch die Mannschaft des Ford #67 aufschließen und sorgte für zusätzliche Anspannung. Ganze 18 Stunden waren vergangen und die Top-6 der LMGTE-Pro lagen noch immer in der gleichen Rennrunde.

Auch drei Runden vor Schluss war keine Atempause in Sicht. Nachdem die #97 die Führung kurzzeitig an die Corvette verloren hatte, schloss Johnny Adam zu Jordan Taylor auf. In der Arnage-Kurve versuchte er innen vorbeizuziehen und kam durch ein spätes Bremsmanöver vorbei, konnte jedoch beim Beschleunigen nicht gegen die Corvette standhalten. Der Versuch sorgte jedoch für eine Beschädigung beim amerikanischen Sportwagen und in der Folgerunde auf der Mulsanne-Gerade wurde das ganze Ausmaß sichtbar.

Die Corvette ließ sich immer schwieriger Steuern. Nachdem Taylor bereits in der zweiten Mulsanne-Schikane durch das Kiesbett abkürzen musste und auch die Porsche-Kurven nur schwergängig passierte, verpasste er schließlich die Ideallinie ausgangs der Ford-Schikane woraufhin der Aston Martin #97 die Führung zurückgewann.

„Es gibt keine Worte die dieses Gefühl beschreiben können“, so Daniel Serra nach seinem Sieg. „Es war mein Debüt in Le Mans und wir konnten das Rennen aus der vordersten Reihe starten. Das Ganze in letzter Sekunde mit einem neuen Rundenrekord und dem Sieg in der GTE-Pro zu beenden ist einfach unglaublich.“

Aston Martin hat es geschafft beim letzten Le Mans-Einsatz des „Vantage“ einen Sieg einzufahren und so den perfekten Ausstand für das Fahrzeug zu schaffen. Im kommenden Jahr wird der britische Sportwagenbauer beim Start als Titelverteidiger erstmals ein neues Modell einsetzen. Wir sind gespannt was uns im Juni 2018 erwartet.

Quelle: Aston Martin Racing
Bilder: Aston Martin Racing / WEC-Magazin